23.04.2018 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

In Amberg werden die Flächen knapp Gewerbebau ausverkauft

Die Konjunktur könnte auch in Amberg kaum besser laufen. Wer voll mitspielen möchte, muss einiges bieten. Da kann die Gewerbebau nicht überall mithalten. Die bestehenden Industriegebiete sind dicht.

Besser als an der Fuggerstraße kann es eigentlich nicht laufen. Der kommunalen Gewerbebau gehen jedoch die Grundstücke aus. Bild: Hartl
von Michael Zeissner Kontakt Profil

Dieser Trend kennzeichnet erneut den Geschäftsbericht der Gewerbebau Amberg, die in ihrem Namen immer selbstbewusster den Zusatz "Wirtschaftsförderung der Stadt Amberg" trägt. Die jüngsten Kenndaten für 2017 präsentierte Geschäftsführer Karlheinz Brandelik dem Stadtrat, wobei es - wie gewohnt - konkrete Zahlen nur im nichtöffentlichen Sitzungsteil gibt. Es blieb mithin bei der sehr allgemein gehaltenen Formulierung, dass die kommunale Tochter ein "betriebswirtschaftlich positives Betriebsergebnis" vorlege.

Das Umlaufvermögen der GmbH besteht sehr wesentlich aus "für gewerbliche Ansiedlungen vorgesehenen Grundstücksflächen". Und was in diesem Punkt durch Verkäufe bei den Einnahmen positiv zu Buche schlägt, geht inzwischen an die Substanz des Bestands. So verringerte sich laut Brandelik die derzeit anbietbare Gesamtfläche durch Veräußerungen 2017 von 67 000 auf nur noch 44 000 Quadratmeter. "Im Geschäftsjahr 2015 verfügten wir noch über rund 105 000 Quadratmeter."

Lösungsansätze

Die verbleibenden rund 4,4 Hektar teilen sich auf alle sieben Amberger Gewerbe- und Industriegebiete auf, legte der Geschäftsführer ausführlich dar: "Vollständig belegt" (Industriegebiet Nord), "keine Gewerbeflächen mehr verfügbar" (Industriegebiet Süd), "nur schwer zu vermarkten" (Restflächen Gewerbegebiet Ost), "Vollbelegung" (Gewerbegebiet West), lautete fast durchweg stichpunktartig die Beschreibung der Situation seitens Brandelik.

Seit Jahren zeichnet sich das ab, seit Jahren wird deshalb versucht, gegenzusteuern. Zumindest Teilerfolge seien nun erreicht, konstatierte der Gewerbebau-Geschäftsführer. So sei nach eineinhalb Jahren der Vorverhandlungen der Durchbruch bei dem Projekt "gemeinsamer Wirtschaftsraum" mit den Nachbargemeinden geschafft. In eine Zweckvereinbarung gegossen, habe sich Mitte März der "Wirtschaftsraum Amberg" konstituiert. Neben der Stadt gehören Ebermannsdorf, Freudenberg, Hahnbach, Kümmersbruck und Ursensollen diesem Verbund wirtschaftlicher Kooperation an.

Deutlich länger diskutiert wird bereits das "sehr anspruchsvolle Projekt" interkommunales Gewerbegebiet Ursensollen. Brandelik konstatierte in diesem Punkt "eine zu intensive und langwierige Detaildiskussion", die das eigentliche Ziel einer "großflächigen Neuansiedlung" im Blick habe. Sie richte sich nicht an mittelständische Unternehmen, "sondern öffnet eine Tür auf einem internationale Spielfeld", beschrieb Brandelik die beabsichtigte Stoßrichtung. Das sei "keine zwingende Notwendigkeit, aber eine hochinteressante Chance für unsere Region, sichtbarer zu werden".

Präventive Skepsis

Hier wurden offenbar die SPD und Grünen hellhörig. Die beiden sozialdemokratischen Fraktionsvorsitzenden Birgit Fruth und Uli Hübner fragten im Anschluss an Brandeliks Geschäftsbericht nach, ob Amberg nicht auch aus eigener Kraft auch ausgedehnte geschlossene Gewerbeflächen ausweisen könne. Und Klaus Ebenburger stellte schon einmal klar, dass die Grünen seit jeher das interkommunale Gewerbegebiet mit Ursensollen wegen der unmittelbaren Nachbarschaft zu dem Landschaftsschutz- und Naherholungsgebiet Atzlricht sehr kritisch beurteilen. Im Blickpunkt

Das ist keine zwingende Notwendigkeit, aber eine hochinteressante Chance.Gewerbebau-Geschäftsführer Karlheinz Brandelik über das interkommunale Gewerbegebiet
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