12.09.2017 - 17:58 Uhr
Oberpfalz

In Sachen sozialer Wohnungsbau CSU und SPD uneins über Wahl der Mittel "Wollen richtige Häuser sehen"

Wenn in Amberg der Wohnraum rar ist, was macht man dann? Baugebiete wie Drillingsfeld ausweisen. Das ist für OB Michael Cerny eine Möglichkeit, wie er im Sommergespräch mit der AZ erklärte. Für den Bau von Sozialwohnungen hofft er auf eine Belebung durch das neue Fördermittel der "indirekten Belegung", das die Sozialbindung für einen zu sanierenden Bestand bringt.

Die größte Maßnahme in Amberg in Sachen privater Wohnungsbau: das Baugebiet Drillingsfeld, dessen Erschließung derzeit läuft. Auch hier ist sozialer Wohnungsbau in Mehrfamilienhäusern geplant. Luftbild: Georgi
von Markus Müller Kontakt Profil

Die SPD-Fraktion ist da aber skeptisch: "Einzig und allein ein neues Fördermodell" wird nicht viel bringen, meint deren Vorsitzende Birgit Fruth in einer Reaktion auf das Sommergespräch. Ihre Vorstellung: "Ein Gesamtkonzept muss her!" Fruth findet: "Die Menschen wollen konkrete Projekte, konkreten Mehrgeschoss-Wohnungsbau, richtige Häuser sehen! Und keine Papiertiger, nur um das politische Gewissen zu beruhigen." In erster Linie setzt die SPD dabei auf Nachverdichtung.

Cerny hält seinerseits in einer Erklärung dagegen, bei der Wohnbebauung sei die Stadt bereits "mit einem breiten Bündel an Maßnahmen" aktiv. So entstehe im Baugebiet Drillingsfeld 2 neben Einfamilienhäusern auch sozialer Wohnungsbau in Mehrfamilienhäusern. Der Spatenstich für die Brentanostraße mit Sozialwohnungen auch für ältere Menschen stehe kurz bevor, und das Wohnungsunternehmen habe einen Bauantrag für sozialen Wohnungsbau eingereicht. Die Stadtbau saniere zwei Blöcke an der Leopoldkaserne, baue seniorengerechte Wohnungen in der Vimystraße und plane den Bau von Geschosswohnungen am Bergsteig. "Hier soll die genannte indirekte Belegung genutzt werden."

Es gebe viele Baugenehmigungen und Bauleitplanungen, um Baurecht in der Stadt zu schaffen. "Allerdings wird es weder in Amberg noch in anderen Städten möglich sein, den zusätzlichen Wohnungsbedarf für anerkannte Flüchtlinge, die seit 2015 gekommen sind, in kurzer Zeit komplett abzudecken."

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.