05.04.2016 - 17:28 Uhr
Oberpfalz

Kampf um das Direktmandat Lanzinger verabschiedet sich von CSU-Liste

Entweder das Direktmandat oder gar nichts. Unter dieser Maßgabe positioniert sich Barbara Lanzinger für die Bundestagswahl 2017. Sie stehe definitiv nicht mehr für eine Kandidatur auf der Liste bereit, sagt sie.

Ich trete nicht mehr über die Liste an. Wenn ich nicht als Direktkandidatin antreten kann, dann ist für mich Schluss.
von Uli Piehler Kontakt Profil

Zweimal ist die 61-jährige Ambergerin über die CSU-Landesliste in den Bundestag eingezogen. 2002 und 2013. In beiden Fällen war ihr das Berlin-Ticket alles andere als sicher. "Es ist wahrlich nicht gottgegeben, dass es ein zweiter CSU-Abgeordneter aus unserem Wahlkreis über die Liste schafft", sagt die Politikerin.

Karl will weitermachen

Mit viel Glück sei ihr der Bundestagseinzug gelungen, jetzt will Lanzinger Planungssicherheit. "Ich trete nicht mehr über die Liste an. Wenn ich nicht als Direktkandidatin antreten kann, dann ist für mich Schluss." Damit fordert die Ambergerin den Inhaber des Direktmandats, Alois Karl (65) aus Neumarkt, heraus. Dieser zeigte sich am Dienstag von der neuen Ausgangslage wenig überrascht. "Es ist wie so oft im Leben, dass es halt für eine Stelle mehrere Bewerber gibt", erklärt er. "Das ist nun nichts, was mir den Atem nimmt." Damit lässt Karl anklingen, dass er das Feld nicht freiwillig räumen will, zumal er zu bedenken gibt, dass eine Direktkandidatur Lanzingers keinen Generationswechsel bedeuten würde. "Ich werde das in aller Ruhe mit meinem Kreisverband besprechen und dann entscheiden", sagt der ehemalige Oberbürgermeister der Nachbarstadt Neumarkt, der vor der Bundestagswahl 2005 dem damaligen Abgeordneten Rudolf Kraus (Schnaittenbach) in einer Kampfabstimmung die Kandidatur um das Direktmandat abgeluchst hatte.

Neumarkter Lager stärker

Nun sieht es ganz so aus, als würde sich das Kräftemessen zwischen Amberg und Neumarkt im November wiederholen. Dann nämlich treffen die 160 Wahlkreisdelegierten in Kastl aufeinander, um abzustimmen, wen sie für die Bundestagswahl 2017 tatsächlich ins Rennen schicken. Das Amberger Lager verfügt über 78 Stimmen, das Neumarkter über 82. "Aber da geht es oft kreuz und quer", schätzt Lanzinger ihre Chancen nicht als aussichtslos ein. (Angemerkt)

Ich trete nicht mehr über die Liste an. Wenn ich nicht als Direktkandidatin antreten kann, dann ist für mich Schluss.Barbara Lanzinger
Es ist wie so oft im Leben, dass es halt für eine Stelle mehrere Bewerber gibt. Das ist nun nichts, was mir den Atem nimmt.Alois Karl
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