02.05.2017 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Kinderschutzbund kümmert sich auch um unbegleitete Minderjährige Für Flüchtlinge Satzung geändert

Der Kinderschutzbund will seine Angebote stärker in der Öffentlichkeit darstellen und örtliche Entscheidungsträger noch enger einbinden. Vor allem im Landkreis. 30 Jahre gibt es diese Einrichtung nun schon in Amberg.

Vorsitzende Brigitte Breitfelder (Dritte von links) ehrte fünf Mitglieder für 30-jährige Vereinszugehörigkeit (von links): Helmut Wilhelm, Ursel Stolz, Brigitte Netta, Karin Meixner-Nentwig und Armin Nentwig. Bilder: usc (2)
von Autor USCProfil

Vorsitzende Brigitte Breitfelder erläuterte die Angebote. Sehr gefragt sei das Projekt Familienpaten, in dem 13 von 23 betreuten Familien (insgesamt 59 Kinder) Migrationshintergrund haben. Über die Koordinierende Kinderschutzstelle kümmert sich der Verein um sechs Familien. Die Patenschaften seien unterschiedlich, mal bedürfe es einer kurzfristigen Entlastung der Mutter, mal sei eine langfristige Betreuung und Begleitung nötig, so Breitfelder.

Der sogenannte begleitete Umgang war 2016 leicht rückläufig. Derzeit betreue der Kinderschutzbund 30 Familien. In den meisten Fällen finde das vom Jugendamt oder dem Familiengericht angeordnete Zusammentreffen von Eltern, Müttern, Vätern, Pflegeeltern oder auch Großeltern mit den Kindern in den Vereinsräumen statt. Der Kinderschutzbund schaffe derzeit beim Umgangsrecht einen neutralen Treffpunkt bei sich im Haus. Hier könne das Kind von den Pflegeeltern, von der Mutter oder vom Vater sozusagen übergeben werden, ohne dass zum Beispiel die neue Familie oder der neue Partner durch die Anwesenheit alter Bezugspersonen belastet wird. Laut Jahresbericht fanden 35 Beratungsgespräche in den Räumen im Mühlhof statt. Unter dem Dach des Kinderschutzbundes findet sich auch die Selbsthilfegruppe "Kinder, die aus dem Rahmen fallen". Sie widme sich auch dem Thema Inklusion. Sei es in der Schule, in der Ausbildung oder später im Berufsleben. In der Wichtelburg werden Kinder ab eineinhalb Jahren betreut - in zwei Spielzimmern und bei schönem Wetter auch draußen. Infoveranstaltungen und Aktionen wie die Betreuung der Spielplatz-Rallye oder die Teilnahme am Kinderfest auf dem alten Landesgartenschaugelände rundeten das Programm ab.

In ihrem Ausblick nannte Breitfelder Aktivitäten wie die Spielplatz-Rallye, das Kinderfest der Stadt und den Weltkindertag am Mittwoch, 20. September, den der Kinderschutzbund mit einem Tag der offenen Tür und der 30-Jahr-Feier verknüpfen will. Im weiteren Verlauf genehmigten die Mitglieder eine Satzungsänderung. Mit der Flüchtlingswelle kamen auch unbegleitete Jugendliche ins Land, die bis zum 18. Lebensjahr eine rechtliche Betreuung brauchen. Die Satzung ermöglicht nun die Übernahme von Vormundschaften.

Die Einnahmen aus den Dienstleistungen deckten laut Breitfelder die Kosten nicht ganz. Spenden, Zuschüsse und Bußgelder müssten für einen Ausgleich sorgen. Die Planungen zielen auf ein verstärktes Engagement im Landkreis. "Der Vorstand bemüht sich um mehr Bürgernähe und mehr Kommunikation mit den örtlichen Entscheidungsträgern sowie den sozialen Einrichtungen, was zu noch wirksamerer und zielgenauerer Hilfe für die Kinder in der Region führen wird", gab sich die Vorsitzende optimistisch. Die ersten Weichen seien bereits gestellt.

Neuwahlen

Vorsitzende Brigitte Breitfelder, Stellvertreterinnen Monika Höhne und Tanja Hartmann, Schriftführerin Daniela Bernschneider, Schatzmeisterin Silvia Eisenhardt (neu), Beisitzer Hans-Martin Biehler, Tina Seibert (beide neu), Brigitte Aufschneider und Gaby Donhauser, Revisoren sind Dieter Weiß, Renate Brunhuber. (usc)

Ehrungen

Ehrenvorsitzende Karin Meixner-Nentwig, die 28 Jahre den Verein geleitet hatte, erinnerte an die schwierigen Anfänge. Mit viel Engagement sei es gelungen, nach der Zwischenstation in den bald zu klein gewordenen Räumen in der Herrnstraße die Zimmer im Mühlhof anzumieten und das Angebot auszubauen. Neben der Gründungsvorsitzenden ehrte Brigitte Breitfelder auch Helmut Wilhelm, Armin Nentwig, Brigitte Netta und Ursel Stolz für 30-jährige Vereinszugehörigkeit. (usc)

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