25.08.2017 - 12:30 Uhr
Oberpfalz

Landesamt für Denkmalpflege lehnt Neue Münze ab Höher als Nachbargebäude

Amberg/München. Die Diskussion um die Entwicklung der östlichen Altstadt wird auch in München aufmerksam verfolgt. Beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege sehen die Fachleute die Planungen der Stadt für den Abriss des Kaufhauses Forum jedoch mehr als kritisch.

Archivbild: Hartl
von Uli Piehler Kontakt Profil

"Das Denkmal Bahnhofstraße 10 bis 12 ist die ehemalige kurfürstliche Münze, im 19. Jahrhundert wurde das Gebäude als staatliche Gewehrmanufaktur genutzt", erläutert Dr. Susanne Fischer, Leiterin der Abteilung Bau- und Kunstdenkmalpflege. Das Denkmal sei Teil des Ensembles "Altstadt Amberg", welches von besonders hoher Bedeutung sei. Die Amberger Altstadt sei sogar auf der sogenannten Haager Liste geführt. Dort sind Denkmäler registriert, die im Fall bewaffneter Konflikte unter einem Sonderschutz stehen. "Es gehört zu den bedeutendsten Altstadtensembles im Freistaat Bayern", betont Fischer.

Mit den Plänen für die Neue Münze kann sich die Abteilungsleiterin in keinster Weise anfreunden. "Die Gebäude, die der Bauherr plant abzubrechen, sollen durch Neubauten ersetzt werden, die deutlich höher wären, als der Bestand. Die geplante Bebauung würde die Umgebungsbebauung deutlich überragen." Dies werde dem Ensemble nicht gerecht. Zudem handele es sich bei diesem Areal um ein Bodendenkmal. "Mit welchem Umfang und mit welcher Qualität an Befunden hier zu rechnen ist, zeigen die Ausgrabungen im benachbarten Bürgerspital-Areal."

Zweifellos bestehe in der Bahnhofstraße Handlungsbedarf, eine Planung dieser Art sei aus Sicht des Landesamtes aber nicht zustimmungsfähig. "Es ist immer noch möglich, eine mit den Denkmalbehörden abgestimmte Planung zu entwickeln und Fördermöglichkeiten auszuloten."

Denkmalliste

Das Gebäude Bahnhofstraße 10 bis 12 in Amberg ist mit folgendem Text in die Bayerische Denkmalliste eingetragen: "Ehemalige kurfürstliche Münze, dann Gewehrmanufaktur, dreigeschossiger Traufseitbau mit Kniestock und Satteldach, 1709, mit älterem Kern, architektonisch reich gegliederte Fassade, Neurenaissance, zweite Hälfte 19. Jahrhunderts, rückwärtige Flügel zum Innenhof 1762; ehemalige Gewehrfabrik, dreigeschossiger Traufseitbau mit Satteldach, 1861, im Kern älter; im Inneren mehrere Umbauten und zum Teil Entkernung." (upl)

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