04.05.2018 - 15:14 Uhr
Oberpfalz

Landesamt für Pflege mit bis zu 350 Mitarbeitern Das ganz große Ding

Die Gesundheitsministerin lässt sich nicht lumpen: Bis zu 350 Mitarbeiter soll das neue Landesamt für Pflege mit Sitz in Amberg am Ende haben, verkündet Melanie Huml bei ihrem Besuch in Amberg. Und es wird noch in diesem Sommer die Arbeit aufnehmen.

Lachende Gesichter im Rathaussaal. Die Unterschrift im Goldenen Buch der Stadt macht Gesundheitsministerin Melanie Huml und Finanzminister Albert Füracker (sitzend) sichtlich Freude. Über ein neues Landesamt freuen sich im Hintergrund (von links) Landtagsabgeordneter Harald Schwartz, Bürgermeister Martin Preuß sowie Oberbürgermeister Michael Cerny. Bild: Wolfgang Steinbacher
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Melanie Huml absolvierte ihre Stippvisite am Freitag aber nicht allein. In ihrer Begleitung versicherte Finanzminister Albert Füracker, dass die Gründung eines Landesamts für Pflege (LfP), das dem Gesundheitsministerium zugeordnet sein wird, kein leeres Versprechen der neuen Staatsregierung ist. "Wir reden nicht in Bayern, wir tun auch", sagte Füracker. Deshalb können seiner Aussage nach auch bereits ab Mitte Mai Anträge für das neue Pflegegeld gestellt werden. "Wir sind da effizient und schnell."

Immobilien angeschaut

Kein Wunder, dass OB Michael Cerny angesichts dieser rosigen Aussichten strahlt. "Das ist ein ganz großes Ding", sagt er am Rande der Veranstaltung, nennt aber auf Nachfrage noch keine konkrete Immobilie, in der das neue Landesamt untergebracht werden soll. Erst soll mit den jeweiligen Eigentümern verhandelt werden, so sagt er, dann könne man darüber öffentlich reden. Schließlich wolle man ja nicht die Mietpreise nach oben drücken. Sicher ist: Bereits im Sommer nehmen die ersten 50 Mitarbeiter ihre Tätigkeit in Amberg auf. Rund drei Millionen Euro kostet es den Steuerzahler im Jahr 2018, eine Infrastruktur zu schaffen, auf der diese Behörde aufgesetzt werden kann. Die übrigens nicht nur für die Auszahlung des Pflegegeldes zuständig sein wird, wie Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml betont.

Neben der Auszahlung des Landespflegegeldes wird das LfP den Ausbau der Pflege-Infrastruktur unterstützen. Darunter fällt das Fünf-Millionen-Euro-Programm für mindestens 500 neue Plätze in der Kurzzeitpflege pro Jahr zur Entlastung der Familien von Pflegebedürftigen. Zudem sollen ab 2019 jährlich 60 Millionen Euro für rund 1000 neue Pflegeplätze zur Verfügung stehen. Das Landesamt wird auch Aufgaben im Bereich der Hospiz- und Palliativversorgung, der Demenzstrategie und dem Ehrenamt in der Pflege übernehmen, wie Huml sagte.

Erste Bewerbungen da

Erste Bewerbungen liegen übrigens schon vor, wie OB Michael Cerny sagte. Und es gibt einen Leiter des Aufbaustabs, der wohl auch Chef des Landesamts sein wird: Markus Schick, Vizepräsident des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Gesucht ist laut Melanie Huml bei den Beschäftigten die Mischung aus alten Behördenhasen, die heute eventuell nach München pendeln müssen, und Studienabgängern, die hier erste Berufserfahrungen sammeln können. "Es wird eine Mischung aus Beamten und Tarifbeschäftigten geben."

Ziel ist es laut Huml aber unbedingt, möglichst schnell die Funktion des Landesamtes sicherzustellen. "Die Behörde soll möglichst früh autark arbeiten können", so sagte sie.

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