Leopoldkaserne: Stadt beauftragt Gutachter
Für fiktive Planung

Die Zukunft der Leopoldkaserne bleibt ungewiss. Die Stadt hat laut OB Michael Cerny einen Gutachter damit beauftragt, eine mögliche Nachfolgenutzung zu formulieren. Das sei aber eine fiktive Planung. Bild: Hartl
Politik
Amberg in der Oberpfalz
04.04.2018
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Mit Interesse verfolgten die Mitglieder der Bergsteig-CSU die Ausführungen von OB Michael Cerny, als dieser über die künftige Nutzung des Areals der Leopoldkaserne sprach. Ziel der für die Abwicklung zuständigen Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten (BIMA) sei es, die Liegenschaft bestmöglich zu verkaufen. Die Gespräche und Verhandlungen mit der BIMA laufen nach Cernys Worten schon seit drei Jahren. Die Stadt habe ein Erstzugriffsrecht. Preismindernd wirken sich nach Einschätzung des Oberbürgermeisters sicher die Altlasten aus, die auf dem Gelände der Kaserne ausreichend vorhanden sein dürften. Verkehrsmäßig sei das Grundstück unvorteilhaft erschlossen.

Die Stadt belasse es derzeit bei einer fiktiven Planung, wofür ein Gutachter beauftragt worden sei. Im Rathaus und Baureferat denke man auch an eine "eventuelle echte Quartiers-Entwicklung" mit der Schnittstelle Bergsteig und Milchhof-Areal bis hin zur Amberger Straße. Die Vorhaben müssten in eine Bauleitplanung münden. Zu klären sei, was man mit dem historischen Bestand der Kaserne machen könne. Der Oberbürgermeister rechnet mit einem Realisierungszeitraum von minimal zehn Jahren. Derzeit seien 250 Wohneinheiten im Gespräch, die man aber auf einem Schlag nicht an den Mann bringen werde, sagte Cerny. Er sieht in dem Areal dennoch eine echte Entwicklungschance.

Mit Interesse nahmen die CSU-Mitglieder auch die Ausführungen Cernys zur besseren touristischen Vermarktung des Gropius-Glaswerks zur Kenntnis. Dieses sei eine der bedeutendsten industriellen Nachkriegsbauten. Laut Cerny wird ab 2019 in der Glas-Kathedrale ein Multimedia-Ausstellungsraum "Gropius" zu besichtigen sein. Man werde in Absprache mit dem Werksinhaber auch Führungen anbieten. Eine wichtige Zielgruppe seien Architektur-Professoren und -Studenten. Die Kosten für den Ausstellungsraum belaufen sich auf rund 260 000 Euro.
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