27.08.2017 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Martin Preuß reagiert auf Vorwurf "Ramelow nicht links liegen gelassen"

Vehement widerspricht Bürgermeister Martin J. Preuß, er hätte am vergangenen Freitag den Ministerpräsidenten von Thüringen "versetzt" ("Stimmen liegen auf der Straße", AZ vom 26./27. August). Von Geringschätzung oder Missachtung "kann schon gar nicht" die Rede sein", so Preuß.

"Mangelnden Anstand lassen wir uns deshalb von niemandem unterstellen." Zitat: Bürgermeister Martin Preuß
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Seiner Darstellung nach sei bei der Stadt Amberg am 17. August ein Schreiben von Bodo Ramelows Büroleiter Torsten Weil eingegangen, in dem er den Oberbürgermeister "der guten Form halber" über einen Besuch des Thüringer Ministerpräsidenten in Amberg am 25. August zwischen 13.30 und 15 Uhr informierte: "Sollten Sie Ihrerseits Interesse an einer Begegnung und/oder einem Gespräch haben, informieren Sie mich bitte, damit wir ggf. einen Termin abstimmen können."

Laut Preuß blieben sowohl der Anlass des Aufenthalts als auch eine Örtlichkeit in dem Brief ausgespart. Von einem Wahlkampf-Stand mit Ramelow in der Fußgängerzone habe das OB-Vorzimmer erst durch einen Anruf des örtlichen Linken-Bundestagskandidaten erfahren. Am 18. August habe Oberbürgermeister Michael Cerny nach erfolgter Abstimmung mit seinem Stellvertreter am Rande des Ferienausschusses brieflich und aufgrund der Kurzfristigkeit des Termins am 19. August zusätzlich per E-Mail geantwortet.

Er habe den Ministerpräsidenten für 14 Uhr zu einem deutlich über eine Anstandsgeste hinausgehenden Empfang ins Rathaus eingeladen, der aufgrund eigener Urlaubsabwesenheit "gerne von seinem Vertreter im Amt übernommen würde". Neben einem Eintrag ins Goldene Buch seien ein Gang durch die Rathaussäle und ein Blick vom Balkon auf den Marktplatz vorgesehen gewesen, erläuterte Preuß weiter und zitierte den Schlusssatz von Cernys Antwortschreiben: "Wir bitten um kurze Rückmeldung, ob der Empfang zu dieser Zeit von Ihnen gewünscht ist."

"Eine Reaktion auf die vom Oberbürgermeister ausgesprochene Einladung hat es seitens der Staatskanzlei genauso wenig gegeben wie eine Terminvereinbarung für 13.45 Uhr", erklärte Preuß nun in einer E-Mail an die Reaktion der Amberger Zeitung. "Mangelnden Anstand lassen wir uns deshalb von niemandem unterstellen", so Preuß abschließend.

Mangelnden Anstand lassen wir uns deshalb von niemandem unterstellen.Bürgermeister Martin Preuß

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