Müllgebühren steigen um gut ein Viertel
Stadt Amberg bittet für Abfall zur Kasse

(Foto: htl)
Politik
Amberg in der Oberpfalz
14.12.2016
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Um knapp 27 Prozent steigen die Abfallgebühren in Amberg zum 1. Januar 2017, nachdem am Montag auch der Stadtrat dieser Anhebung zugestimmt hat. Wobei diese Prozentangabe nicht durchgehend für jede einzelne Behältergröße gilt, sondern für den Musterhaushalt, den die Verwaltung als Modellfall hernimmt: Er hat eine 80-Liter-Restmülltonne, eine 60-Liter-Biotonne und eine 120-Liter-Papiertonne, zahlte dafür bisher Gebühren von 92 Euro im Jahr und darf in Zukunft 116,60 Euro an die Stadt überweisen.

Die Steigerungen für die Einzelteile des Gesamtpakets: Die 80-Liter-Restmülltonne kostete in den vergangenen fünf Jahren 56 Euro, ab Januar dann 70,40 Euro (+26 Prozent). Für 60 Liter Bioabfälle wurde der Amberger mit 21,60 Euro zur Kasse gebeten, demnächst mit 29,40 Euro (+36 Prozent), und die Gebühr für die 120-Liter-Papiertonne steigt von 14,40 Euro auf 16,80 Euro (+17 Prozent).

Rücklage ist aufgebraucht

Kämmerer Franz Mertel betonte, dass die Stadt an dieser Anpassung nicht vorbeikomme, da die Sonderrücklage zum Ausgleich der Gebührenschwankungen aufgebraucht sei. Sie hatte zusammen mit geringeren Ausgaben seit 2002 eine kontinuierliche Senkung der Müllgebühren ermöglicht. Mit der Steigerung sind sie dann wieder kostendeckend, wie es den Vorschriften entspricht.

Die durch Kostensteigerungen aufgefressene Sonderrücklage nannte Mertel auch beim Abwasser als Grund für die Gebührenanhebung. Für Schmutzwasser werden in Zukunft statt 1,36 Euro pro Kubikmeter 1,60 Euro fällig (+18 Prozent). Niederschlagswasser schlägt ab Januar mit 35 Cent pro Quadratmeter versiegelter Fläche zu Buche. Derzeit sind es noch 31 Cent, das Plus beträgt also 13 Prozent. Mertel dazu: "In der Gesamtschau liegen die Gebühren damit immer noch unter dem Niveau von 2002."

Angemerkt: Da hinkt doch was

Der Profi weiß: Nur der Vergleich bringt die Zahlen zum Sprechen. Das gilt auch für die Müllgebühren. Die Amberger reden nur, wenn man die vom Landkreis Amberg-Sulzbach danebenstellt. Falls man jemand ans Telefon bekommt, der einem das sagen kann. Schließlich sind diese Woche viele "Besprechungen" angesetzt. Dieses Wort ist für den misstrauischen Journalisten gleichbedeutend mit "versteckte Weihnachtsfeier".

Jedenfalls kriegt man beim Landkreis raus, dass die bei der Restmülltonne ganz grob den Inhalt in Litern als Gebühr in Euro verlangen, also bei 60 Litern 61,20 Euro, bei 1100 Litern 1122 Euro. Die Altpapierabfuhr ist da auch gleich mit drin. Und seinen Biomüll darf man auf dem Wertstoffhof abgeben (wenn man ihn nicht selbst kompostiert).

Nicht sehr aufregend. Muss also noch der Vergleich mit Weiden her, das ist ja eine Stadt. Hat aber auch viel mehr Feinheiten bei der Abrechnung. Hier gibt es Restmüll mit Vollservice (der Müllwerker holt die Tonne vom Grundstück und bringt sie zurück) oder Teilservice (da bleibt das dem Bürger überlassen) plus Gebühren für Eigen- und Nichtkompostierer. Schon in der 60-Liter-Klasse schwanken hier die Werte zwischen 73 und 138 Euro. Dem unverdrossen weiter fragenden Redakteur geht jetzt ein Licht auf: Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich. Wann ist eigentlich bei uns Weihnachtsfeier?

AbfallgebührenNach Tonnengröße ab 1.1. 2017:

Restmüll

Füllraum (in Liter) Preis (Euro)

60 52,80

80 70,40

120 105,60

240 211,20

770 677,60

1100 968,00

Bioabfälle

60 29,40

80 39,20

120 58,80

240 117,60

770 377,30

1100 539,00

Papier

60 8,40

80 11,20

120 16,80

240 33,60

770 107,80

1100 154,00
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