24.10.2017 - 13:46 Uhr
Oberpfalz

Neue Münze: Stadtheimatpflegerin kritisiert Informationspolitik der Gewerbebau "Das wurde verschwiegen"

Wie geht es mit der Neuen Münze weiter und welche Pläne verfolgt die Eigentümerin Gewerbebau mit dem denkmalgeschützten Ensemble? Ein Info-Tag für die Öffentlichkeit am Samstag sollte Aufschluss darüber geben. Die Stadtheimatpflegerin Beate Wolters war dabei und übt Kritik an den herausgegeben Informationen: "Es wurde der Eindruck erweckt, dass das Forum nicht schützenswert ist."

Bild: Hartl
von Stephanie Wilcke Kontakt Profil

Beide Gebäude sind jedoch Einzeldenkmäler. "Dieses Ensemble ist wegen seiner Geschlossenheit in der Haager Liste eingetragen." Die Haager Liste ist ein spezieller Denkmalschutz für besonders herausragende Objekte.
"Weiter hat man behauptet, dass der nördliche Flügel des Arkadeninnenhofes eine Zutat aus der Neuzeit ist. Tatsächlich stammt er aus der Barockzeit." Er wurde 1762 für die bayerische Münzprägestelle errichtet, genau wie der südliche Flügel. "Die in den Führungen gezeigten Mauern und Decken aus Beton und Heraklit wurden 1979 lediglich im Erdgeschoss des Nordflügels ersetzt, jedoch nach historischem Vorbild."

Außerdem sei behauptet worden, dass der künftige Neubau vier Geschosse haben solle. "Tatsächlich sind es fünf - das Erdgeschoss und weitere vier Obergeschosse." Die Errichtung eines fünfstöckigen Gebäudes in der Altstadt würde wohl viele hellhörig machen, vermutet die Expertin. "So erwähnte man nur die Obergeschosse und verwies auf den sogenannten Eckertbau, der im hinteren Teil viergeschossig ist." Für Wolters sei dies eine krasse Fehlentwicklung der Altstadt, die von zwei- bis dreigeschossigen Häusern geprägt sei. "Das wurde verschwiegen."

Ein weiterer Kritikpunkt: "Es wurde behauptet, dass die Statik des Gebäudes nicht berechnet werden kann und nicht ausreicht." Kein Gebäude, das ursprünglich über drei Geschosse verfügt und auf fünf Geschosse erhöht werden soll, könne das statisch aushalten.

Wolters bemängelt zudem, dass die historische Substanz der Gebäude nicht ordnungsgemäß befundet worden seien: "Tatsächlich wurde der notwendige Befund erst kurz vor Eingabe der Baugenehmigung gemacht. Die Kenntnis der Bausubstanz, ihr Alter und ihre Geschichte sollte normalerweise die Grundlage von Planungen bilden und nicht eine verhasste Pflicht am Ende darstellen." Der Befund brachte laut der Denkmalschützerin neue Ergebnisse. "Die führten aber nicht zu einer Änderung der Planungen."

Man hat behauptet, dass der nördliche Flügel des Arkadeninnenhofes eine Zutat aus der Neuzeit ist. Tatsächlich stammt er aus der Barockzeit."Stadtheimatpflegerin Beate Wolters
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