OB Cerny im AZ-Gespräch zum Jahreswechsel
Noch immer für Westumfahrung

"Insofern fällt auch ein bisschen der Nutzen der Westumfahrung für uns weg." Zitat: OB Michael Cerny
Politik
Amberg in der Oberpfalz
04.01.2018
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Es war das große Aufregerthema des Jahres 2017 - in Kümmersbruck. Dessen Bürger haben es abgelehnt, die Westumfahrung in kommunaler Sonderbaulast umzusetzen. OB Michael Cerny sieht trotzdem noch Chancen, dass sie kommt. Und Amberg Vorteile bringt.

Allzu weit will sich der OB im Gespräch mit der AZ zum Jahreswechsel bei diesem Thema freilich nicht aus dem Fenster lehnen: "Das ist primär ein Thema der Gemeinde Kümmersbruck." Die Stadt habe aber damals gesagt, sie gehe die Planung mit, wenn die Lösung des Knotenpunkts bei Siemens ein Teil der Umsetzung sei.

Was Amberg auf jeden Fall vermeiden wollte: "Dass mit hohen Fördermitteln die Westumfahrung gebaut wird, und dann kommt der ganze Verkehr in Amberg an einer anderen Stelle an und die Stadt soll dann dieses Problem lösen." Aber die Planung sei ja nach den Amberger Wünschen gelaufen, der Knotenpunkt Werner-von-Siemens-Straße und Bruno-Hofer-Straße war enthalten. Bei allem anderen habe für Amberg das Motto gegolten: "Wenn das für Kümmersbruck wichtig ist, wollen wir da nicht reingrätschen."

Etwas schade findet Cerny, dass beim Thema Westumfahrung die ganz am Anfang damit verbundene Umgehung von Amberg nicht kommen konnte, weil sie auf Kümmersbrucker Seite zugebaut worden sei - "insofern fällt auch ein bisschen der Nutzen der Westumfahrung für uns weg". Dass das negative Votum der Bürger vom 24. September den Todesstoß für das ganze Projekt bedeutet, glaubt Cerny nicht. Aber natürlich rücke es in der Prioritätenliste nach hinten und verzögere sich dadurch. Der Freistaat baue jetzt sicher zuerst da, wo die Gemeinden mit viel Elan und Eigenmitteln hinter einem Projekt stünden. Zudem seien solche Maßnahmen ja auch immer davon abhängig, wie viel Geld gerade zur Verfügung stehe. "Die kann auch ganz schnell wieder nach vorne rutschen, wenn ein großes Ortsumgehungs-Programm aufgelegt wird."

Bei der Einschätzung des zwischenzeitlichen konkreten Nutzens der Westumfahrung für Amberg bleibt Cerny erst einmal allgemein: "Infrastruktur hat für die Entwicklung einer Kommune noch nie geschadet." Er wird dann aber doch genauer: Die Westumfahrung würde "sicherlich Amberg und Kümmersbruck durch die Anbindung an die Autobahn helfen". Mehr will er nicht sagen: "Alles andere ist eine Kümmersbrucker Geschichte, da sind wir als Stadt die falschen Ratgeber."

Insofern fällt auch ein bisschen der Nutzen der Westumfahrung für uns weg.OB Michael Cerny


Wenn das für Kümmersbruck wichtig ist, wollen wir da nicht reingrätschen.Motto der Amberger Stadtväter zur Westumfahrung
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