09.08.2017 - 18:00 Uhr
Oberpfalz

Oberbürgermeister kontert Kritik der SPD Mit der Bahn in der Spur

Sie ist eine Dauerbaustelle, lange bevor der erste Arbeiter Hand angelegt hat: die Aufweitung der Bahnunterführung in der Regensburger Straße. Oberbürgermeister Michael Cerny widerspricht jetzt der Darstellung der SPD, das Projekt habe einen herben Rückschlag erfahren.

Die Bahnunterführung in der Regensburger Straße ist zu eng. Vor allem, wenn das neue Parkdeck an der Marienstraße einmal fertig ist. Dann entsteht neben der Brücke (rechts im Bild) eine Ein- und Ausfahrt. Bild: Hartl
von Uli Piehler Kontakt Profil

Das Gegenteil sei der Fall, teilt der Rathauschef in einer Stellungnahme mit, die er abgegeben hat, nachdem die AZ über den Ortstermin der SPD-Stadtratsfraktion mit dem Vorsitzenden des Verkehrsausschusses im Bundestag, Martin Burkert berichtete (www.onetz.de/1772246).

Es stimme zwar, dass das Planfeststellungsverfahren für die Erneuerung der Bahnbrücke über die Regensburger Straße eingestellt worden ist. Die sei aber "in gutem Einvernehmen von Stadt Amberg und der Bahn AG" und aus einem für Amberg "durchaus erfreulichen Grund" geschehen, erklärt Cerny. Denn die sogenannte Metropolenbahn - die direkte Zugverbindung zwischen Bayern und der Tschechischen Republik - werde im Bundesverkehrswegeplan vom potenziellen in den vordringlichen Bedarf hochgestuft. "Der Streckenast von Nürnberg über Amberg nach Schwandorf ist darin explizit enthalten." Diese neue Entwicklung habe das Bundesverkehrsministerium erst Ende Juli bestätigt.

Eine statt zwei Baustellen

Nachdem sich diese Entscheidung im Vorfeld abgezeichnet habe, habe die Verwaltung bereits in der Bauausschusssitzung vom 10. Mai darauf hingewiesen, "dass die Stadt Amberg der Planfeststellung in der ursprünglichen Fassung nicht zustimmen kann", erläutert Cerny die Hintergründe. Denn darin sei der Neubau der Bahnbrücke erneut nur eingleisig vorgesehen gewesen, während im Zuge der Metropolenbahn ein zweigleisiger Ausbau sowie eine Elektrifizierung der Strecke zum Tragen kommen soll. "Das hätte bedeutet, dass die Überführung zunächst eingleisig ausgebaut worden und in einem nächsten Schritt nochmals eine Erweiterung erforderlich geworden wäre", betont Cerny. Seiner Ansicht nach hätte das gravierende Folgen gehabt: "Zwei Baumaßnahmen an gleicher Stelle, zweimal eine Sperrung unserer wichtigen Verkehrsader Regensburger Straße."

Dies, so der Oberbürgermeister, wäre jedoch weder den Bürgern noch der Wirtschaft zuzumuten gewesen. "Sie alle wären von der doppelten Verkehrsbeschränkung an dieser neuralgischen Stelle empfindlich getroffen worden."

Genau aus diesem Grund habe sich die Stadt in einem "guten und konstruktiven Gespräch mit der Bahn darauf verständigt, zunächst die endgültige Entscheidung zur Metropolenbahn abzuwarten, parallel dazu die noch offenen strittigen Finanzierungsfragen zu klären und danach auf geänderter Grundlage in eine neue Planfeststellung zu gehen". Kritik an der Bahn sei gerade in diesem Fall nicht gerechtfertigt.

Kritik widersprochen

SPD-Fraktionsvorsitzende Birgit Fruth hatte sich bei dem Besuch von Martin Burkert über mangelnden Informationsfluss in dieser Angelegenheit beklagt. Cerny will diese Aussage so nicht stehen lassen. "Die neue Entwicklung hätte auch den Vertretern der SPD bekannt sein müssen, die in der Bauausschusssitzung im Mai anwesend waren", fügt er seiner Stellungnahme hinzu. (Angemerkt)

Das hätte bedeutet, dass die Überführung zunächst eingleisig ausgebaut worden und in einem nächsten Schritt nochmals eine Erweiterung erforderlich geworden wäre.Oberbürgermeister Michael Cerny
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