06.03.2018 - 20:35 Uhr

Panzerbrigade 12 verabschiedet sich mit Zapfenstreich Ein letzter Dank an Amberg

Der Zapfenstreich zeigte früher an, ab wann die Soldaten im Quartier zu bleiben hatten. Heute ist der Große Zapfenstreich ein besonderes würdiges Zeremoniell. Die Panzerbrigade 12 "Oberpfalz" verabschiedet sich damit von Amberg nach Cham.

Vor dem Zapfenstreich empfing die Stadt Amberg die Panzerbrigade 12 im Rathaus. Brigadegeneral Jörg See (am Rednerpult) dankte "für die gemeinsame Zeit" und richtete den Blick in die Zukunft. Bild: Steinbacher
von Alexander Pausch Kontakt Profil

Mit einem Großen Zapfenstreich auf dem Marktplatz in Amberg hat sich die Panzerbrigade 12 "Oberpfalz" am Dienstagabend für immer von ihrer Garnisonsstadt verabschiedet. Nach 59 Jahren endet die Partnerschaft, die "Zwölfer" müssen nach Cham umziehen. Ein Umzug, der für die Amberger zu früh, und für die Chamer zu spät kommt, machte Brigadegeneral Jörg See in seiner Rede beim Empfang im Rathaus vor dem Zapfenstreich deutlich. Das habe er in seinen ersten Tagen als Kommandeur der Brigade so gehört.

Der Amberger Oberbürgermeister Michael Cerny (CSU) betonte, dass die Garnisonsstadt nicht nur Teil der Stadtgeschichte sei, sondern auch ein wichtiger Teil der Stadtidentität. Gerade deshalb erfülle Amberg der Abzug mit Wehmut. Gleichwohl "fühlen wir Amberger uns mit unserer Panzerbrigade 12 auch weiterhin verbunden", betonte Cerny. Staatsminister Marcel Huber (CSU) hatte die Lacher auf seiner Seite, als er sagte, dies sei auch sein persönlicher Zapfenstreich. Er scheidet mit Horst Seehofer aus dem Amt aus. Huber dankte den Ambergern für die treue Unterstützung der Brigade. Mit der Verlegung des Stabes sowie der Stabs- und Fernmeldekompanie der Panzerbrigade 12 wird die Heeresreform "Heer 2011" umgesetzt.

Wehmut prägte den Abend. Nicht nur bei den Soldaten der "Zwölfer", sondern auch bei vielen Freunden und Unterstützern der Brigade. Gleichwohl war der Umzug ein Auftrag, den die Soldaten konsequent umsetzten, wie so vieles in den vergangenen Jahren. Für Brigadegeneral See und seine Soldaten kam es dabei darauf an, "immer nach vorn zu schauen. Und genau das tun wir auch - voller Zuversicht in die Zukunft und voller Stolz mit Blick auf das in Amberg langjährig gemeinsam Erreichte." Deshalb betonte er: "Die Panzerbrigade 12 sagt Danke für die gemeinsame Zeit."

Unter den Gästen waren neben Staatsminister Huber als Vertreter der Staatsregierung, Europa-, Bundestags- und Landtagsabgeordnete, die Bürgermeister aus den Standorten der Brigade, sowie eine Reihe ehemaliger Kommandeure der "Zwölfer" und Freunde der Brigade.

Wehmütig stimmte auch die Musik beim Empfang unter anderem mit "There's No Business Like Showbusiness" von Irving Berlin und "Hey Jude" von den Beatles. Im Fackelschein zogen nach Anbruch der Dunkelheit ein Zug des Wachbataillon und des Panzergrenadierbataillon 112 aus Regen unter der Führung von Oberstleutnant Jan Mirko Schmidt sowie ein Spielmannszug und das Musikkorps aus Veitshöchheim unter der Leitung von Oberstleutnant Roland Dieter Kahle auf dem Marktplatz ein.

Das Musikkorps spielte drei Stücke, den traditionellen "Steigermarsch" zu Ehren der Stadt Amberg, den Marsch der Panzerbrigade 12 "Oberpfalz", den "Deutscher Kaiser-Marsch" von Friedrich Zikoff und den Marsch des Deutschen Heeres, "Des großen Kurfürsten Reitermarsch" von Kuno Graf von Moltke.

Traditionell gehört zum Zapfenstreich auch der "Ruf zum Gebet" durch den Spielmannszug und das Kommando "Helm ab zum Gebet!" Damit wurde früher im Feldlager die Nachtruhe eingeleitet. Diese finden die "Zwölfer" künftig in Cham.

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