07.08.2017 - 16:52 Uhr
Oberpfalz

Planfeststellungsverfahren zum Brückenneubau eingestellt Zug ist vorerst abgefahren

Der Zug in Sachen Ausbau und Erneuerung der Bahnbrücke über die Regensburger Straße (B 85) scheint vorerst abgefahren. Wie SPD-Bundestagsabgeordneter Martin Burkert als Verkehrsausschussvorsitzender bei einer Pressekonferenz der SPD-Stadtratsfraktion am Montag mitteilte, sei das Planfeststellungsverfahren zu dieser Maßnahme am 23. Juli eingestellt worden.

Die Erneuerung der Bahnbrücke über die B 85 liegt wieder auf Eis. Diesen Zustand ändern wollen die SPD-Stadtratsfraktion und ihre Gäste, darunter (von links) MdL Reinhold Strobl, Bundestagskandidat Johannes Foitzik, MdB Martin Burkert, Martin Seibert, Fraktionsvorsitzende Birgit Fruth, Dieter Amann, Uli Hübner und MdEP Ismael Ertug. Bild: Steinbacher
von Andreas Royer Kontakt Profil

Der Neubau der Eisenbahnbrücke steht nach Angaben von Fraktionsvorsitzender Birgit Fruth schon seit Jahren auf der Agenda. Anscheinend hätten sich Detailgespräche mit der Deutschen Bahn schwierig gestaltet, obwohl sich die Stadt und das Staatliche Bauamt als weitere Betroffene schon einmal weitgehend einig gewesen seien. An der Kostenfrage habe sich dann aber ein Reibungspunkt herauskristallisiert.

"Es kann nicht sein, dass die Deutsche Bahn auf einmal völlig andere Vorstellungen - auch auf finanzieller Seite - hat. Auf die Stadt darf hier nicht der Löwenanteil zufallen", gab Fruth beim Pressegespräch im Schießl-Wirtshaus zu bedenken. Für sie ist diese Passage der B 85 ein Teil der Hauptverkehrsachse der Oberpfalz, die in keiner Weise vernachlässigt werden dürfe.

Wie Burkert weiter berichtete, sei nun aufgrund der bereits am 9. Mai von Deutscher Bahn oder Regierung der Oberpfalz zurückgezogenen Neubau-Planungen ein neuer Gesprächstermin mit der DB-Netz AG das Gebot der Stunde, um das Verfahren wieder anzustoßen. "Beim erneuten Planfeststellungsverfahren muss dann wieder mit zwei Jahren bis zu einem möglichen Startschuss gerechnet werden", wusste Burkert, der weitere Beratungen darüber im Amberger Stadtrat empfahl.

Birgit Fruth bedauerte den mangelnden Informationsfluss in dieser Angelegenheit, bei der bis auf wenige kosmetische Brückenarbeiten im Frühjahr nun wieder kein greifbares Konzept vorliege. "Die Bahn ist bei Verhandlungen oft unser Sorgenkind." Martin Seibert, Vorsitzender des SPD-Stadtverbands, führte an, dass die Bahn lediglich die Brücke erneuern wollte. Durch die vom Staatlichen Bauamt gewünschte Verbreiterung der B 85 in diesem Bereich wäre es aber zu gestiegenen Kosten gekommen, welche die Bahn nicht gänzlich übernommen hätte.

"Dadurch haben wir wieder sehr viel wertvolle Zeit verloren", fügte Stadtrat Uli Hübner an, der zudem ein schlüssiges Gesamtkonzept vermisste, das auch die Périgueux-Brücke, den Bahnhof sowie Park-and-Ride-Flächen berücksichtige. Burkert sah den Ball abschließend wieder im Rathaus liegen, da die Planungen nun von vorne beginnen: "Seit Juli sind alle Beteiligten über diese Entwicklung informiert."

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