Planungsstopp bei Bahnbrücken-Ausbau
Aufregung um einen Glücksfall

"Schlimmstenfalls hätte ich mich sogar gezwungen gesehen, gegen diesen Planfeststellungsbeschluss zu klagen." Zitat: Oberbürgermeister Michael Cerny
Politik
Amberg in der Oberpfalz
11.08.2017
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So recht versteht Bundestagabgeordneter Martin Burkert (SPD) die seit seinem Amberg-Besuch am Montag vom Zaun gebrochene lokalpolitische Diskussion um die weitere Entwicklung der Schienenverbindung zwischen Nürnberg, Amberg und Schwandorf nicht (www.onetz.de/1773040). Für den Vorsitzenden des Verkehrsausschusses in Berlin ist "noch völlig offen", ob die Elektrifizierung und Zweigleisigkeit der Strecke in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans 2030 hochgestuft wird.

"Sonst wären die Schwandorfer ja nicht aus dem Häuschen." Wenn Teile der Amberger CSU es öffentlichkeitswirksam so hinstellen würden, als ob Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) das zu entscheiden habe, "dann wurde da zu viel versprochen", verweist Burkert auf die Notwendigkeit eines Votums seines Ausschusses und des Parlaments. Allerdings fügt der Nürnberger Abgeordnete hinzu, dass die Zustimmung sicher sei, wenn die nötigen Voraussetzungen wie eine positive Kosten-Nutzen-Rechnung passen würden.

Aktuell lägen noch rund 40 vergleichbare Fälle vor, weshalb in dieser Legislaturperiode nicht mehr mit einer entsprechenden Entscheidung zu rechnen sei. Burkert hatte für Aufhorchen gesorgt, weil er am Montag kundtat, dass die Bahn das Planfeststellungsverfahren zur Verbreiterung der Brücke über die Regensburger Straße stoppen ließ. Für die Amberger war das völlig neu. Begründet wurde dieser Schritt mit eben jenem bevorstehenden Ausbau der Strecke Richtung Schwandorf.

Oberbürgermeister Michael Cerny (CSU) betonte nun noch einmal, dass er darüber gar nicht so unglücklich sei. Es habe sich abgezeichnet, dass binnen weniger Jahre die Regensburger Straße wegen dieser Baustelle zweimal für jeweils ein Jahr hätte gesperrt werden müssen. Das wäre für die Innenstadt wirtschaftlich kaum zu verkraften. "Schlimmstenfalls hätte ich mich sogar gezwungen gesehen, gegen diesen Planfeststellungsbeschluss zu klagen", betonte Cerny nun. Da sei ihm eine nochmalige Verzögerung um vielleicht fünf Jahre deutlich lieber.

Schlimmstenfalls hätte ich mich sogar gezwungen gesehen, gegen diesen Planfeststellungsbeschluss zu klagen.Oberbürgermeister Michael Cerny
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