07.11.2017 - 14:18 Uhr
Oberpfalz

Prozess zur "Markenfindung" in Amberg gestartet Amberg sucht die Super-Marke

"Was ist Amberg?" Am Montagabend gingen rund 170 Amberger - Ehrenamtliche, Unternehmer, Lokalpolitiker, Künstler, Behörden- und Verbandsvertreter - dieser Frage nach. Sie wollen herausfinden, was die Stadt einzigartig macht, um eine neue Marke zu schaffen.

Rund 170 Gäste tummelten sich im Foyer des Cineplex. Der Stadtmarketing hatte zum Start der Markenentwicklung zu einem offenen Meinungs- und Gedankenaustausch eingeladen.
von Uli Piehler Kontakt Profil

Grafisch hat sich Amberg längst ein neues Erscheinungsbild gegeben. Seit einem Jahr ist die neue Bild- und Wortmarke samt einem dazugehörigen Setzkasten an Farben und Typographien in Gebrauch. Jetzt geht es darum, das Logo mit Leben zu erfüllen. Wofür steht Amberg eigentlich? Was unterscheidet die Stadt von vergleichbaren Kommunen in Bayern und Deutschland? Was ist der "point of difference", wie es Professor Joachim Vossen vom Institut für Stadt- und Regionalmanagement auf den Punkt brachte?

Im steten Wettbewerb

Die Entwicklung einer Marke ist Teil des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK). Der Verein Stadtmarketing Amberg hatte zum Auftakt des Prozesses in das Foyer des Cineplex eingeladen. Vorsitzender Thomas Eichenseher zeigte sich mit der Resonanz zufrieden. "Die Durchmischung des Publikums ist ideal", sagte er. "Brauchen wir überhaupt eine Marke?", griff Oberbürgermeister Michael Cerny eingangs die Einwände von Skeptikern auf und gab postwendend die Antwort: "Ja natürlich! Auch wir müssen schauen, wie wir uns verkaufen können." Der Staatssekretär im Heimatministerium, Albert Füracker, bestärkte den Rathauschef. "Amberg steht im ständigen Wettbewerb zu anderen Städten", erklärte er und rief dazu auf, die gesamte Region bei der Markenfindung einzubeziehen. "Die Wirtschaft fragt nicht nach Gemeindegrenzen." Professor Vossen erläuterte, warum es für eine Stadt wie Amberg wichtig ist, eine Marke zu schaffen. Die Kommunen befänden sich in einem steten Tauziehen um Einwohner, Investoren und Besucher. "Und auf gesättigten Märkten wird Kommunikation zu einem wesentlichen strategischen Erfolgsfaktor." Die Städte erlebten gerade eine Verschiebung vom Standort- zum Kommunikationswettbewerb.

Ideen in der Glas-Box

Vossen: "Nicht der allerbeste Standort gewinnt. Aber wenn er über eine perfekte Kommunikation verfügt, dann hat er gute Chancen, sich zu behaupten." Bei der Markenfindung gehe es letztendlich darum, die "kommunikative Spitze" zu finden - das Alleinstellungsmerkmal, das sonst keine andere Stadt vorzuweisen hat. Sich darüber Gedanken zu machen, das war die Aufgabe der 170 Gäste im Foyer. Sie diskutierten mehr als eine Stunde lang, schrieben ihre Vorschläge auf und warfen die Zettel in eine große Plexiglas-Box. Die Ideensammlung soll in Arbeitssitzungen ausgewertet und verfeinert werden.

Nicht der allerbeste Standort gewinnt. Aber wenn er über eine perfekte Kommunikation verfügt, dann hat er gute Chancen, sich zu behaupten.Professor Joachim Vossen

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