21.02.2018 - 19:32 Uhr

Sozialministerium stellt klar: IFP verlagert komplett nach Amberg Rückzieher ist vom Tisch

Wo der Fehler in der Kommunikation lag, kann das Sozialministerium nicht genau sagen. Doch ein AZ-Artikel sorgt in München erst für Aufregung und dann für ein unmissverständliches Statement der Ministerin.

Gilt als möglicher Standort für das zu verlagernde Institut: die Grammer-Hauptverwaltung bei der OTH. Bild: Hartl
von Markus Müller Kontakt Profil

In der Mittwochsausgabe hatte die AZ über den Besuch einer Delegation des Münchner Staatsinstituts für Frühpädagogik (IFP) in der Amberger Kindertagesstätte Siekids berichtet. Das IFP mit seinen 34 Beschäftigten soll bis 2025 im Zuge der Behördenverlagerung nach Amberg umziehen, war im Sommer 2015 von der Staatsregierung verkündet worden.

Bei dem Besuch jetzt erläuterte Institutsleiterin Professor Fabienne Becker-Stoll laut dem AZ-Bericht, das bedeute keine Komplettverlagerung. Der Standort München werde nicht zugesperrt, man brauche weiterhin die Verankerung dort. Vielmehr werde in Amberg etwas Neues entstehen, ein Zentrum für Medienkompetenz in der Frühpädagogik (ZMF). Also quasi eine Außenstelle oder ein Ableger des IFP, der mit dem noch aufzubauenden "Kompetenzzentrum Digitaler Campus" der OTH zusammenarbeiten werde.

Die AZ fand dazu im Kommentar kritische Töne. Sinngemäß wurde gefragt, ob sich die Staatsregierung zunächst für die Behördenverlagerung habe feiern lassen, um jetzt einen Rückzug durch die Hintertür anzutreten. Die Antwort der für das IFP zuständigen Sozialministerin Emilia Müller kam am Mittwochnachmittag prompt: "Die Bayerische Staatsregierung hält an der Komplettverlagerung des Instituts für Frühpädagogik (IFP) nach Amberg unverändert fest. Zusätzlich wird das neu geschaffene Zentrum für Medienpädagogik (ZMF) in Amberg angesiedelt. Noch in diesem Jahr wird gemeinsam mit der Gründung des ZMF bereits ein Brückenkopf des IFP von München nach Amberg verlagert", ließ sie per Mitteilung der Pressestelle ausrichten. In welche Immobilie das IFP einziehe, konnte Pressesprecher Philipp Späth noch nicht sagen: Es lägen aber bereits Mietangebote aus Amberg vor, und im März werde es einen Ortstermin geben. Den müsse man abwarten. Die AZ bemühte sich auch um Aufklärung, wo der Kommunikations-Knackpunkt lag, doch IFP-Leiterin Fabienne Becker-Stoll war am späten Nachmittag nicht mehr für eine Stellungnahme zu erreichen.

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