07.05.2017 - 16:36 Uhr
Oberpfalz

SPD-Fraktionen plädieren für Partnerschaft zwischen Amberg und Weiden Was beim Nachbarn viel besser klappt

Weiden hat jetzt bald das Nordoberpfalz-Center (NOC) als Kundenmagnet in der Innenstadt. Amberg hat immer noch die Diskussion um die Entwicklung von Forum und Bürgerspital. Birgit Fruth fragt sich deshalb: "Was macht Weiden besser, um Ankermieter zu finden? 40 Kilometer sind doch für einen Investor keine Distanz."

Roland Richter und Birgit Fruth wollen die SPD-Stadtratsfraktionen aus Amberg und Weiden näher zusammenbringen. Bild: ll
von Markus Müller Kontakt Profil

Zumindest eine Teilantwort darauf erhielt die Vorsitzende der SPD-Fraktion im Stadtrat von ihrem Weidener Amtskollegen Roland Richter: Der Investor Fondara, der in Weiden das NOC verwirklicht, brachte die Ankermieter bereits mit. Wie Weiden da überhaupt Glück mit den privaten Investoren habe. Denn von den vorangehenden Planungsleistungen her habe die Stadt wohl sogar weniger gemacht als Amberg. Die (Innen-)Stadtentwicklung nahm großen Raum ein, als am Freitagabend die SPD-Stadtratsfraktionen aus Weiden und Amberg zu einer Neuauflage ihres 2014 gestarteten Austauschs zusammenkamen. Beim NOC schauten die Amberger schon neidisch in die Nachbarstadt, sagte Birgit Fruth im Pressegespräch nach dem Treffen. "Weil da bei uns ja auch nichts für die Bürger Wahrnehmbares passiert." Deshalb drohe eine Kaufkraftabwanderung nach Weiden. "Da werden wir uns in Amberg warm anziehen müssen, wenn wir nicht bald was herbekommen." Denn in der Vilsstadt heiße es immer nur: Das geht nicht.

"Ganz schwieriger Weg"

"Das Thema hat in Weiden immer oberste Priorität gehabt", beschrieb Richter eine der Voraussetzungen des Erfolges. "Aber es ist ein ganz schwieriger Weg, ich kann euch da nicht viel Hoffnung machen", wandte er sich an Birgit Fruth. Als großen Vorteil Weidens im Vergleich mit Amberg sah er die größere Entfernung zu Städten wie Regensburg oder Nürnberg. Dadurch könne man viel mehr Kaufkraft aus dem Umland binden. "Es geht um den Hirschauer und dessen Einkauf", skizzierte er das Thema zwischen Amberg und Weiden. Wobei man für die Anziehungskraft aufs Umland auch die Geschäfte abseits der absoluten Top-Lagen nicht aus den Augen verlieren dürfe. Fruth sah da in Amberg noch viel Entwicklungspotenzial, während Richter den Eindruck hatte, dass in Weiden angesichts des NOC-Baus jetzt Händler Geld in die Hand nehmen, die sich vorher auf ihren Lorbeeren ausgeruht hätten.

"Jung kauft Alt" gefällt

Und was können die Weidener von Amberg lernen? Hier fand Richter die Idee klasse, B- und C-Einkaufslagen in der Innenstadt durch junge Wohnbevölkerung zu revitalisieren (Stichwort: "Jung kauft Alt"). Das sei durchaus ein mögliches Vorbild für Weiden, wo bisher die Einkaufscenter-Debatte solche Überlegungen an den Rand gedrängt habe. Wieder auf einer ähnlichen Ebene seien die beiden Städte, wenn es darum gehe, "für den kleinen Geldbeutel Wohnraum zu schaffen". Da spreche in Weiden eine Untersuchung davon, dass es ausreiche, 100 Wohnungen zu bauen, um den Bedarf zu decken. "Aber für unser subjektives Empfinden reicht das überhaupt nicht." Es fehle vor allem Wohnraum in der richtigen Größe. Im Oberpreis-Segment dagegen sei genügend im Angebot.

Angemerkt

Freie Bahn für Freundschaft

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.