SPD: Nicht immer nur an Autos denken
Mehr Platz für Platzsparer

Auch wenn Motor- oder Fahrräder im Vergleich zu Autos deutlich weniger Stellfläche brauchen, so gibt es nach Auffassung der SPD-Stadtratsfraktion viel zu wenige davon in der Innenstadt. Einziges Gegenbeispiel ist der Hallplatz. Er bleibt jedoch Krädern vorbehalten, monieren die Stadträte. Bild: Hartl
Politik
Amberg in der Oberpfalz
10.04.2018
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Keine Diskussion über die weitere Entwicklung der Innenstadt ohne Diskussion über Parkplätze. Das Thema könnte also erschöpft sein. Noch lange nicht, sagt die SPD und hat gute Gründe dafür.

Wer seinen auf den Autoverkehr fixierten Blick um Kräder und Fahrräder erweitert, weiß schnell weshalb. Motorisierte Zweiräder müssen grundsätzlich auf dafür markierten Stellflächen geparkt werden. Bei Fahrrädern sieht das etwas anders aus, hier gibt es auch schon vom Stadtrat beschlossene Planungsansätze. Ein Konzept zum geordneten Abstellen von Zweirädern aller Art in der Innenstadt kann jedenfalls nicht schaden, sagte sich die SPD und setzte für die Stadtratsfraktion für Montagnachmittag einen Ortstermin dort an, wo das im Ansatz umgesetzt ist. Am Hallplatz.

Dort wurden zwei Taxi-Stellplätze in Parkplatzflächen für Kräder umgewidmet. Das hat funktioniert, sie seien gut frequentiert, sprich belegt, sagt auch die SPD. Mit einer Einschränkung allerdings: Für Fahrräder sind dort keine Flächen ausgewiesen. Das fand Stadtrat Dieter Amann umso schmerzlicher, weil dort die Tourist-Information residiert und Anlaufstelle für Radwanderer ist. Schon mal beim Thema, regte er zudem an, die Schließfächer für Radler-Packtaschen, die der Tourist-Info angegliedert sind, von einem Schlüssel- auf ein Zahlencode-System umzustellen. "Wenn da jemand außerhalb der Öffnungszeiten kommt, kommt er an die Fächer nicht ran", beschrieb Amann das Manko.

Kräder nicht einbezogen

Fraktionsvorsitzende Birgit Fruth und ihr Stellvertreter Uli Hübner orientierten sich derweil an dem vom Stadtrat beschlossenen Fahrrad-Konzept für die Innenstadt, das mehrere Abstellbereiche für Räder, nicht aber Kräder, im Zentrum vorsieht. Elisa Puchner vom Stadtplanungsamt und Baurechtlerin Jasmin Hannich verwiesen auf dessen schrittweise Umsetzung. Da demnächst nach Abschluss der Sanierung und Umbaus des Schießl-Stadls zur neuen Stadtarchivs mit der Umgestaltung des Paulanerplatzes angefangen werden soll, drängten die SPD-Räte dort darauf, auch hier Parkplätze für Zweiräder nicht zu vergessen.

Gäste sind ortsunkundig

Ansatzweise ist das hinter der Martinskirche am Salzstadelplatz nach dem Rückbau der dortigen Baustelle schon geschehen. In einer der Nischen findet sich jetzt ein großer Radständer. Ausbaufähig, urteilte die Runde und brachte noch den Rossmarkt sowie Malteserplatz ins Gespräch. Als gravierend lückenhaft wurde die westliche Verkehrs-Einfallroute über die Sulzbacher Straße ausgemacht. Erst an der Weinstraße vor der Volksbank-Raiffeisenbank-Filiale seien die ersten Parkplätze für Kräder ausgewiesen. Ortsunkundige seien da sicher praktisch aufgeschmissen oder müssten auf Stellplätze für Autos zurückgreifen.

Ohne die Umsetzung des ebenfalls bereits beschlossenen Fußgänger-Leitsystems durch die Altstadt funktioniere aber selbst ein abgestimmtes Konzept für Zweirad-Stellflächen wohl kaum, betonte Fruth nicht nur einmal und drängte, in diesem Punkt voranzukommen. Allzu optimistisch ist sie für heuer aber nicht mehr. "Wahrscheinlich ist es schon zu spät, das kriegen wir in dieser Saison wohl nicht mehr hin", bedauerte die Fraktionsvorsitzende. Die Überlegungen der SPD in Richtung mehr Aufenthaltsqualität in der Altstadt gehen aber sowieso noch deutlich weiter. Etwa in die Richtung, Fahrrad-Stellplätze mit Ladesäulen für E-Bikes zu kombinieren. Oder im öffentlichen Raum Spielmöglichkeiten für Kinder (Wasser-, Hüpf-, großformatige Brettspiele, Animationsgeräte) zu schaffen. Da es bisher diesbezüglich keine entsprechenden Beschlüsse gebe, verwiesen Hannich und Puchner auf den Antragsweg. "Machen wir, die kommen", versprach Fruth.

Das kriegen wir in dieser Saison wohl nicht mehr hin.Birgit Fruth zur Umsetzung des beschlossenen Fußgänger-Leitsystems für die Altstadt
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