07.05.2018 - 14:10 Uhr
Oberpfalz

SPD will öffentlich verhandeln Südhang sorgt für Zunder

Die Diskussion um den Wunsch eines Eigentümers, sein Haus am Südhang aufzustocken, nimmt kein Ende. Während eine Nachbarin unermüdlich weiter Unterschriften gegen das Vorhaben sammelt, will die SPD nun die Öffentlichkeit der Diskussion herstellen.

Bereits im Winter machte sich eine Reihe von Anwohnern ein Bild davon, wie der Blick über den Südhang hinweg nach einer Aufstockung der Wohngebäude dort eventuell ausschauen könnte. Archivbild: Hartl
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

"Ich habe doch Recht gehabt", sagt Uli Hübner, der stellvertretende Fraktionsvorsitzende und designierte OB-Kandidat der SPD. Was Hübner meint, ist die Diskussion im Bauausschuss am Mittwoch, ob das Thema Südhang im öffentlichen oder im nichtöffentlichen Teil der Sitzung diskutiert werden soll.

Nach kurzer Diskussion hatte dort die CSU-Mehrheit mit Verweis auf den Schutz der Persönlichkeitsrechte des Bauwerbers entschieden, unter Ausschluss der Öffentlichkeit reden zu wollen. SPD, Grüne und Amberger Bunt hatten sich schließlich dieser Entscheidung gebeugt. Am Montag nach dieser Sitzung bekräftigt Uli Hübner auf Anfrage von Oberpfalz-Medien aber seine vorherige Ansicht: Die Thematik hätte unter Aussparung der Person des Antragstellers auf jeden Fall im öffentlichen Teil behandelt werden müssen, so sagt er. Und Hübner will die Öffentlichkeit unbedingt herstellen - so oder so.

Weg zur Regierung

Denn abgesehen davon, dass die Veränderung in diesem städtebaulich sehr sensiblen Bereich am Mariahilfberg laut Hübner ja bereits sehr öffentlich diskutiert werden. Es bleibe ja immer noch die Möglichkeit, die Entscheidung der Mehrheit im Bauausschuss einer rechtsaufsichtlichen Würdigung durch die Regierung der Oberpfalz als zuständige Aufsichtsbehörde zu unterziehen.

Das aber nur, wenn der Südhang weiter unter dem nichtöffentlichen Deckel bleibe. "Nur wegen des Prinzips machen wir das natürlich nicht." Hübner sagt am Montag wörtlich: "Entweder die Verwaltung macht das selber öffentlich, oder wir lassen es von der Regierung öffentlich machen." Lässt aber nicht unerwähnt, dass das zunächst einmal seine persönliche Position ist. Er sei sich aber sicher, dass seine Fraktion da hinter ihm stehe. "Ich gehe nicht davon aus, dass wir das auf uns sitzen lassen", so Hübner.

Erst vorbesprochen

Eine etwas andere Sicht vertritt die städtische Pressesprecherin Susanne Schwab. "Die ganze Thematik wird doch erst vorbesprochen", so gibt sie die offizielle Linie der Verwaltung wieder. Noch sei dieser Prozess nicht abgeschlossen, nur deshalb sei der Südhang am Mittwoch im nichtöffentlichen Teil behandelt worden. Zwar existiere ein offizieller Bauantrag der Hauseigentümer, allerdings sei dieser noch in Abstimmung der Fachbehörden. Es gelte jetzt, erst einmal auszuloten, was möglich sei und was nicht. Sei dieser Abstimmungsprozess abgeschlossen und müsse eine Entscheidung getroffen werden, werde das natürlich öffentlich geschehen.

Für die SPD-Fraktion kündigte Uli Hübner in Absprache mit der Fraktionsvorsitzenden Birgit Fruth schon einmal eine offizielle Anfrage bei der Stadt Amberg an, wann die Verwaltung gewillt sei, das Thema öffentlich zu machen.

Was passiert am Südhang?

Nach Informationen von Oberpfalz-Medien liegt beim städtischen Baureferat derzeit ein konkreter Bauantrag für ein Anwesen am Südhang vor. Der Eigentümer will das Gebäude offenbar auf einen modernen Stand bringen und bei dieser Gelegenheit auch das Dachgeschoss ausbauen. Was allerdings bei dem bestehenden Walmdach nicht möglich wäre. Das Haus müsste dann wohl um rund zwei Meter aufgestockt und mit einem Satteldach versehen werden. Dagegen wehrt sich eine Anwohnerin, die inzwischen auch mehr als 700 Unterschriften gegen das Vorhaben gesammelt und einen Rechtsanwalt eingeschaltet hat. Ihrer Ansicht nach würde die geplante Veränderung nämlich den Fernblick über Amberg hinweg bis zum Arber zerstören, der im Übrigen auch im Flächennutzungs- und Grünordnungsplan des Bebauungsplans festgeschrieben sei. Und es würde ihrer Meinung nach einen folgenreichen Präzedenzfall schaffen, der die gesamte Bebauung am Südhang beträfe. (ass)

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.