22.11.2017 - 18:04 Uhr
Oberpfalz

Stadt erklärt, warum Bau mit Straßensperrung in Kümmersbruck so lange dauert Amberg will keinen Kanal-Ärger

"Wir müssen das gar nicht so hoch hängen oder miese Stimmung aufkommen lassen." Kümmersbrucks Bürgermeister Roland Strehl tritt beim Thema Kanalbau durch die Stadt Amberg in seiner Gemeinde auf die Bremse. Darüber hatten sich zuletzt einige Mitglieder des Bauausschusses ziemlich aufgeregt, vor allem über die Dauer der Maßnahme.

Der Kanal wird nicht nur quer über den Gärmersdorfer Weg verlegt, sondern er folgt der Kreisstraße AS 27 unterirdisch auch längs. Dafür muss die ortsauswärts gesehen linke Fahrbahnhälfte auf 40 Metern aufgegraben werden. Die Arbeiten und der Baustellenverkehr lassen nach Ansicht der Stadt aus Sicherheitsgründen nur die Vollsperrung zu. Bild: Steinbacher
von Thomas Amann Kontakt Profil

Sie wollten nicht glauben, dass dafür rund vier Wochen ins Land gehen sollen und dass die betroffene Kreisstraße AS 27 ebenso lange komplett gesperrt werden muss (www.onetz.de/1794825). Letzteres bedeutet, dass im Prinzip die drei Ortsteile Gärmersdorf, Moos und Engelsdorf vom Kümmersbrucker Dorfplatz aus regelrecht abgeschnitten sind. Wer sie von hier erreichen will, muss eine weite Umleitung fahren, die viele wundert und ärgert. So gaben die Gemeinderäte die entsprechende Bürgerkritik wieder.

Nachdem die Frage, warum das Ganze so lange dauern soll, im Gremium offen blieb, machte sich die AZ auf die Suche nach der Antwort. Zumal ein Foto zum Bauausschuss-Bericht das geäußerte Unverständnis noch verstärkte: Darauf war zu sehen, dass Bagger den Gärmersdorfer Weg bei den letzten Häusern quer aufgerissen haben - allerdings nur auf einer Breite von etwa zwei Metern. Bildunterschrift dazu: "Das soll fünf Wochen dauern?"

Wie die Stadt Amberg nun auf Nachfrage mitteilte, werden die Arbeiten nicht allein an dieser Stelle bleiben. Im Gegenteil müssten die Bagger auch längs des Weges ortsauswärts auf einer Länge von bis zu 40 Metern aufgraben. Und zwar so weit, dass ein neues Kanalrohr mit dem stattlichen Durchmesser von einem Meter hineinpasse. Allein dadurch würde die Fahrbahn stark verengt. Sie vorübergehend auf angrenzende Grundstücke auszuweiten, sei nicht möglich gewesen, weil sich diese Flächen überwiegend in Privatbesitz befinden, informierte Stefan Trettenbach vom Tiefbauamt.

Er nannte als Hauptursache für die Sperrung vor allem Sicherheitsgründe. Wenn die großen und entsprechend schweren Betonrohre angeliefert und dann nach und nach vom Bagger mit seinem Arm durch die Luft in Position gehievt würden, sei es einfach zu gefährlich, darunter bzw. daneben Autos und Zweiräder fahren zu lassen. "Es geht hier um die Verkehrssicherheit", stellte Trettenbach klar und brach eine Lanze für diese Entscheidung, die auch mit dem Landratsamt entsprechend abgestimmt worden sei. "Wir wollen keinen Ärger, aber das ist eine aus sicherheitstechnischen Gründen notwendige Maßnahme", so der Sachgebietsleiter für Stadtentwässerung.

Als solcher betonte er auch, dass es das Wasserwirtschaftsamt und damit der Freistaat ist, der Amberg zum Bau dieses Kanals und darüber hinaus von vier Regenüberlaufbecken veranlasst hat. Sie sollen zur Entwässerung des nahe gelegenen neuen Baugebiets Bergsteig-Mitte dienen und müssen eben über eine unterirdische Leitung eine Verbindung zum Krumbach haben. Der Kanal, der von den Becken über Felder und dann entlang bzw. unter dem Gärmersdorfer Weg verläuft, stellt sie her.

An der Notwendigkeit des Projekts als solchem waren auch in der Kümmersbrucker Bauausschusssitzung keine Zweifel laut geworden, obwohl dort nicht alle Hintergründe bekannt waren. "Wir lassen uns da gerne belehren", schlug Roland Strehl einen versöhnlichen Ton an und hob hervor, dass die geschilderte Kritik ja nicht von Gemeinde-, sondern von Bürgerseite gekommen war. Wenngleich man den Wunsch verstehe und teile, dass die Maßnahme am Gärmersdorfer Weg "so kurz wie möglich" ablaufen müsse. "Für die Leute" fand Strehl eine Aufklärung mit dem heutigen AZ-Artikel gut. Damit nicht etwas weiter hochschwappt, was bei Betrachtung der Hintergründe keiner großen Welle bedürfe. (Angemerkt)

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