Stadt im Gespräch mit Jugendherbergswerk
Jugendherberge als Kür

Politik
Amberg in der Oberpfalz
07.02.2018
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Sowohl CSU als auch SPD formulierten zu den Haushaltsberatungen zwei Anträge, die darauf abzielten, dass es in Amberg wieder eine Jugendherberge geben sollte. Über das, was bisher in diesem Punkt getan wurde, informierte Harald Knerer-Brütting, Referatsleiter für Jugend, Senioren und Soziales, am Dienstagnachmittag den Jugendhilfeausschuss.

"Wir sind rechtlich dazu nicht verpflichtet", schickte er in Bezug auf eine Jugendherberge voraus. Er verglich es mit dem Eiskunstlauf: "Da würde man sagen, das ist die Kür." Es wäre, so seine Meinung, eine schöne Ergänzung des Angebotes in der Stadt. Momentan sei man in Kontakt mit dem Deutschen Jugendherbergswerk, um die Bedarfssituation und eine eventuelle mögliche Förderung zu erörtern. "Da laufen Gespräche." Selbst wenn der Bedarf erkannt wird, "man wird einen Betreiber finden müssen", so Knerer-Brütting weiter. Andererseits: Amberg liegt am Fünf-Flüsse-Radweg, dass seien Jugendherberge oder Hostel auch interessant für Familien mit Kindern, die mit dem Rad unterwegs sind. "Ich kann es mir grundsätzlich vorstellen", sagte er. "Hoffen wir, dass es was wird." Jugendliche, die freitagabends Stammgäste im Jugendzentrum Altes Klärwerk am LGS-Gelände sind, äußerten gegenüber den Mitarbeitern einen Wunsch: Das JuZ sollte auch am Samstag offen sein. Das Team gab das Anliegen an die Verwaltung weiter und die startet jetzt laut Jürgen Stauber vom städtischen Jugendamt einen Pilotversuch: An vier Samstagen (17. und 24. Februar sowie 3. und 10. März) ist jeweils von 17 bis 22 Uhr geöffnet.

Nach der Probephase soll dann der Besuch analysiert werden: Ist der Bedarf da, könnte das JuZ künftig samstagabends geöffnet sein. Ist das Interesse gering, bleibe alles so, wie es ist. "Ich finde es gut, dass wir flexibel auf die Wünsche reagieren, wir sollten es ausprobieren", meinte Bürgermeister Martin Preuß. Besonders positiv fand Stauber, dass aus dem Kreis der Mitarbeiter der Vorschlag kam, die Öffnungszeiten auszuweiten. "Samstagarbeit macht nicht immer Spaß. Umso bemerkenswerter ist es, dass die Mitarbeiter selbst das Wochenende ins Spiel bringen", merkte er an.

Zum 1. Januar hat die Stadt von Kolping die Trägerschaft für die Jugendsozialarbeit an sechs Schulen übernommen, für weitere zwei Schulen besteht die Trägerschaft schon seit September. Jugendamtsmitarbeiterin Sybille Vinzens erklärte, dass es für drei weitere Schulen eine Priortitätenliste gebe. An oberster Stelle stehe die Dreifaltigkeits-Grundschule vor Max-Josef-Grundschule und Grundschule Ammersricht. "Das wollen wir nach und nach in Angriff nehmen, der Bedarf ist da."

Im BundesprogrammHarald Knerer-Brütting sprach von einem niederschwelligen Angebot für Asylbewerber, die eine Kinderbetreuung aufgrund ihrer Herkunft und ihrer Kultur so nicht kennen: Das Bundesprogramm Kita-Einstieg unter der Trägerschaft des BRK. Wie Jugendamtsmitarbeiter Jürgen Stauber erklärte, hat das Rote Kreuz bereits eine Stellenanzeige zur Besetzung der Koordinierungs- und Netzwerkstelle geschaltet. Beantragt worden sei ein vorzeitiger Maßnahmenbeginn zum 1. März, "damit das schnell auf die Reihe gebracht wird". Bürgermeister Martin Preuß erachtete es als wichtig, "damit wir keine Zeit verlieren". (san)


Zwei StützpunkteIm Zuge eines Förderprogramms des bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familien und Integration werden in Amberg zwei Familienstützpunkte eingerichtet. Laut dem bei der Stadt Amberg dafür zuständigen Referenten Harald Knerer-Brütting ist einer beim Mehrgenerationenhaus/Elternschule, der andere beim Bürgertreff. Wie Knerer-Brütting im Jugendhilfeausschuss bekanntgab, kommt Sozialministerin Emilia Müller zur Eröffnung des Stützpunktes am Mehrgenerationenhaus am 19. Februar. (san)
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