03.01.2018 - 17:24 Uhr
Oberpfalz

Stadt legt Förderprogramm zur Vitalisierung der Altstadt auf Kampf dem Leerstand

Die Eigentümer wohnen in München, Hamburg oder den Niederlanden. Ihnen ist es wichtig, ihre Läden zu vermieten. Was oben drüber passiert, ist ihnen meist relativ egal. Deshalb stehen viele Wohnungen in der Altstadt seit Jahren leer.

In der Amberger Altstadt gibt es jede Menge potenziellen Wohnraum. Ein Förderprogramm soll Eigentümer dazu animieren, ihre Immobilien auf den Markt zu bringen. Bild: Steinbacher
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Wohnen in der Altstadt, das ist ein Trend. Vor allem ältere Menschen ziehen wieder innerhalb der Stadtmauern, wo sie Ärzte, Apotheken und Geschäfte ohne Auto erreichen können. Doch das Angebot ist eher bescheiden. Vereinzelt wird nachverdichtet, doch im Altbestand tut sich relativ wenig. Ein Missstand, so befand schon im Jahr 2016 die SPD und forderte ein Programm "Jung kauft Alt".

Auch die Kollegen von der CSU stießen ins gleiche Horn. "Programm zur Revitalisierung von Leerständen von Wohnraum in der Altstadt von Amberg" nannten sie ihren Antrag, der im Prinzip nichts anderes wollte: Die Stadt sollte ein spezielles Förderprogramm auflegen, um den einen oder anderen Reiz für die Eigentümer oder potenzielle Käufer zu setzen, Wohnraum auch wieder bewohnbar zu machen.

Förderprogramm aufgelegt

Das Baureferat ist daraufhin tätig geworden und hat jetzt ein entsprechendes Förderprogramm aufgelegt, das inzwischen ohne Widerspruch den Bauausschuss und den Stadtrat passiert hat. "Die Altstadt von Amberg weist derzeit einen hohen Leerstand besonders in den Obergeschossen der Gebäude auf. Trotz dieses Leerstands werden wenige Wohnungen und Immobilien in der Altstadt auf dem Immobilienmarkt angeboten", haben darin die Planer festgestellt.

Ziel des Förderprogramms ist es nun, die Hauseigentümer oder -käufer an der planerischen Hand zu nehmen. "Sie sollen bei der Erhaltung und Sanierung ihrer Gebäude in der Altstadt motiviert und unterstützt werden." Konkret kann das laut Förderprogramm so aussehen, dass die Experten, die im Baureferat zu finden sind, bei der Bestandsuntersuchung zur Hand gehen oder aber für diesen wichtigen Schritt einer Sanierung eine finanzielle Unterstützung gewährt wird. Gleiches gilt auch für die Erstellung eines Konzepts, wie ein altes Gebäude wieder möglichst umfassend genutzt werden kann.

50 000 Euro

Die finanzielle Höhe der Förderung liegt für 2018 bei insgesamt 50 000 Euro, wobei pro Einzelmaßnahme 10 000 Euro nicht überschritten werden dürfen. Diese Summe muss nicht für einen Vorgang investiert werden. Sie kann beispielsweise auch in die Erstellung eines Wertgutachtens und einer Schadensanalyse oder Entwurfsskizze mit Kostenberechnung gesplittet werden.

Mit diesem ersten und kleinen Schritt erhofft sich die Bauverwaltung Anreize zu geben für einen Vitalitätsschub in der Innenstadt. Auf der anderen Seite, so Baureferent Markus Kühne in seinem Vortrag im Bauausschuss, verringere man damit auch den Druck, auf der grünen Wiese neue Baugebiete ausweisen zu müssen. Derzeit eines der drängendsten Probleme im Stadtgebiet.

Wer sich für das Förderprogramm interessiert, kann sich vertrauensvoll mit Gerhild Vonhold, der Leiterin des Bauordnungs- und Stadtentwicklungsamts, Zimmer 119, im Baureferat an der Steinhofgasse in Verbindung setzen. Telefonisch ist sie unter 10-1440 zu erreichen. Aus städtischer Sicht ist bei diesem Programm eventuell sogar eine teilweise Rückfinanzierung über die Regierung der Oberpfalz möglich.

Allerdings, so die Einschränkung von Markus Kühne, gebe die Regierung keine pauschalen Zuschüsse, sondern behalte sich vor, gezielt in bestimmte Einzelmaßnahmen zu investieren. Laufzeit des Förderprogramms sind zunächst einmal fünf Jahre.

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