Stadtrat stimmt für den Erhalt der Dorfschule
Eindeutiges Votum für Raigering

Im Raigeringer Schulhaus am Häustbergweg werden die Stühle nicht endgültig hochgestellt. Im Gegenteil: Die Schule soll saniert oder an gleicher Stelle neue gebaut werden. Bild: Wolfgang Steinbacher
Politik
Amberg in der Oberpfalz
10.10.2017
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Die gute Nachricht: Das Raigeringer Schulhaus bleibt erhalten und wird saniert. Das kostet rund 800 000 Euro mehr, als die Kinder zentral an der ebenfalls sanierungsbedürftigen Dreifaltigkeitsschule unterzubringen. Geld, das aber gut angelegt ist, so befanden 30 der 37 anwesenden Stadträte am Montag.

Weil viele junge Raigeringer Familien im Zuschauerbereich saßen, zog OB Michael Cerny - übrigens auch einer, der die Raigeringer an dieser Stelle unterstützt - diesen Punkt, der eigentlich für wesentlich später vorgesehen war, ganz vorne auf die Tagesordnung. Die Ausgangslage: Das Schulamt hat in Person des zuständigen Referenten Wolfgang Dersch den Beschlussvorschlag vorgelegt, das stark sanierungsbedürftige Raigeringer Schulhaus aufzugeben und die Kinder an der Dreifaltigkeitsgrundschule zu zentrieren, die ebenfalls saniert und erweitert werden müsste.

Dagegen waren die Raigeringer Sturm gelaufen und bereits im vorgeschalteten - nichtöffentlichen - Schul- und Sportausschuss im Juli hatte sich eine breite Mehrheit pro Raigering ergeben. "Das ist die beste und nachhaltigste Lösung", bedankte sich der Raigeringer CSU-Stadtrat Daniel Müller am Montag bei all den Unterstützern. "Hier geht es schließlich um unsere Kinder, unsere Zukunft", so sagte er mit Blick auf die "Zentralfunktion" der Schule im Stadtteil, der sich in vielen Dingen als vitales und eigenständiges Dorf begreift.

Jetzt wird es teuer

Auch die Krumbacherin Brigitte Fruth (SPD) lobte die Raigeringer Grundschule über den Schellenkönig. "Als meine Kinder hier zur Schule gingen, war das für mich die harmonischste und stressfreiste Zeit als Mutter." Leider sei aber über Jahrzehnte nichts am Gebäude gemacht worden. "Und jetzt wird es teuer." Fraktionskollege Florian Fuchs, im Hauptberuf Konrektor der Dreifaltigkeits-Mittelschule hingegen hatte eine andere Sicht der Dinge: Kurzzeitige Ertüchtigung der Raigeringer Schule ja, mittelfristig aber Verlegung der Kinder an die Dreifaltigkeitsschule, so seine Forderung.

Auch Hannelore Zapf (SPD), Josef Lorenz (Amberger Bunt) und Klaus Mrasek (ÖDP) sprachen sich aus verschiedenen Gründen für eine Einhäusigkeit "oben" in der Dreifaltigkeitsschule aus. So sah Hannelore Zapf die Raigeringer gegenüber den Stadtkindern durch ihre kleine Schule benachteiligt. Und Lorenz stellte fest, von den Raigeringer Schulkindern seien rund 40 Prozent gar nicht aus Raigering und müssten jeden Tag in den Stadtteil gebracht werden.

Helmut Wilhelm (Grüne) und Dieter Mußemann (CSU) waren sich beinahe jamaikagemäß völlig einig in der Einschätzung, die kleine Schule müsse wieder in einen ordentlichen Zustand zu versetzt und damit für die kommenden Jahrzehnte als Standort gesichert werden. Das kostet nach den Berechnungen eines Architekturbüros übrigens rund 3,4 Millionen Euro, wobei der Stadtrat am Montag auch den Weg freimachte für einen eventuellen Neubau an gleicher Stelle - sollte sich das als wirtschaftlicher herausstellen.

Sanierung oder Neubau

Am Ende der Debatte fasste der Stadtrat dann weiterreichende Beschlüsse für die Zukunft der Dreifaltigkeitsschule, zu der ja verwaltungsmäßig auch Raigering zählt: Die Dreifaltigkeitsgrundschule an der Krumbacher Straße wird demnach saniert und erweitert, um Platz für die offene Ganztagschule und die Mensa zu schaffen - wahlweise wird abgerissen und komplett neu gebaut. Für das Raigeringer Schulhaus lautete der Mehrheitsbeschluss, das Gebäude "langfristig zu ertüchtigen" oder einen Ersatzneubau zu errichten. Die Raigeringer im Publikum, die vor der Sitzung rund 1800 Unterschriften für den Erhalt ihrer Schule an OB Michael Cerny übergeben hatten, konnten zufrieden in ihr Dorf zurückfahren.
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