Stefan Noll vom Staatlichen Straßenbauamt spricht zur Pflegerkreuzung vor Stadtrat
Kreisverkehr bleibt wohl Utopie

"Der Kreisverkehr am Nabburger Tor wäre heute nicht mehr genehmigungsfähig." Zitat: Stefan Noll, Abteilungsleiter am Staatlichen Bauamt zur Chance eines Kreisverkehrs an der Pflegerkreuzung
Politik
Amberg in der Oberpfalz
10.10.2017
914
0

Rund 33 000 Fahrzeuge - Stand 2014 - brausen Tag für Tag über das Pflegerkreuz, die Kreuzung der Nürnberger Straße (B 85) mit der Hockermühl- und Infanteriestraße. 28 000 sind es an der benachbarten Kreuzung von Hockermühl-, Kastler- und Fuggerstraße. Da die Absicht besteht, das ungenutzte Zinklareal mit einem Supermarkt zu bebauen, der noch einmal zusätzlichen Verkehr in diesen Bereich bringt, haben sich Stadt und Staatliches Straßenbauamt zusammengetan, um über eine gangbare Lösung nachzudenken.

Ausfluss der Verhandlungen war eine Planungsvereinbarung zwischen Stadt und Staatlichem Bauamt mit dem Ziel, gemeinsam nach Lösungen zu suchen, um an dieser Stelle den Verkehrskollaps zu verhindern. Am Montag referierte Stefan Noll, der zuständige Abteilungsleiter des Staatlichen Straßenbauamts, dazu vor dem Stadtrat. Ein Fazit: Es kann Jahre dauern, bis die Planung und die Genehmigung über die Bühne sind.

Und: Möglicherweise wird überhaupt nichts gemacht, weil der jetzige Zustand der bestmögliche ist. Der Umbau der Pflegerkreuzung, das machte Stefan Noll eingangs deutlich, wird abgesehen von allen anderen Faktoren auch technisch sehr problematisch werden. "Denn wir müssen das ja unter Verkehr machen." Und ein Kreisel, den große Teile des Stadtrats ja zum Teil vehement gefordert haben, ist seiner Ansicht nach auch in weiter Ferne. Das liegt laut Noll vor allem daran, dass zu viel Verkehr, der zudem sehr ungünstig fließt, an diesem Punkt zusammenkommt.

Noch mehr Fahrzeuge

Ein Mehr von rund 6600 Fahrzeugbewegungen, so sagte er am Montag, dürfte der geplante Supermarkt noch einmal pro 24 Stunden bringen. "Klassische Kreisverkehre packen solche Verkehrsmengen nicht." Die hätten eine durchschnittliche Leistungsfähigkeit von bis zu 25 000 - in Ausnahmefällen bis zu 30 000 - Fahrzeugen am Tag. "Das wird hier echt schwierig."

Dabei ließ er auch den Einwand von Dieter Amann (SPD) nicht gelten, der große Kreisverkehr am Nabburger Tor liege ja auch weit über dieser Grenze. "Der Kreisverkehr am Nabburger Tor wäre heute nicht mehr genehmigungsfähig." Er funktioniere im Übrigen nur, weil er vorwiegend von Autofahrern mit Ortskenntnissen benutzt werde. Rund zwei bis drei Jahre werde es dauern, um die Situation vor Ort zu untersuchen und zu planen, gab Stefan Noll als Richtlinie vor. Eine mögliche Planfeststellung noch nicht eingerechnet. "Wir denken da eher in Dekaden als in Jahren", so machte er deutlich. Und was passiert in der Zwischenzeit auf dem Zinkl-Gelände? Wahrscheinlich gar nichts. "Einer Erschließung dieses Areals über diesen Knotenpunkt werden wir nicht zustimmen", legte er die Position der staatlichen Straßenbauer fest. "Und wenn man den Zinkl abkoppelt, können wir die Planungsvereinbarung gleich ganz lassen."

Für Erweiterung der OTH

Dass das Gelände jetzt wahrscheinlich erst einmal nicht bebaut werden kann, macht nach Ansicht von CSU-Fraktionsvorsitzendem Dieter Mußemann aber ohnehin nicht viel. Er will anstelle eines seiner Ansicht nach in der geplanten Form nicht genehmigungsfähigen Supermarkts dort ohnehin Erweiterungsflächen für die Technische Hochschule haben. Nur Dieter Amann war überhaupt nicht zufrieden: "Überall werden Kreisverkehre gebaut, nur in Amberg nicht." Nächster Schritt der Planung: Jetzt wird noch einmal der Verkehr gezählt. Per Video und Radar.

Der Kreisverkehr am Nabburger Tor wäre heute nicht mehr genehmigungsfähig.Stefan Noll, Abteilungsleiter am Staatlichen Bauamt zur Chance eines Kreisverkehrs an der Pflegerkreuzung
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.