15.01.2018 - 17:00 Uhr
Oberpfalz

THW muss sich wohl noch länger gedulden: Neubau lässt auf sich warten

Wie anderen Hilfsorganisationen auch, fehlen dem Technischen Hilfswerk in Amberg die Zivildienstleistenden, die es seit Aussetzung der Wehrpflicht nicht mehr gibt. Dennoch findet sich immer wieder Nachwuchs. Frei von Problemen ist das THW aber trotzdem nicht.

Bei einem Rundgang durch die Abstellhallen erläuterten THW-Vertreter den SPD-Mandatsträgern ihre umfangreiche technische Ausrüstung. Bild: usc
von Autor USCProfil

Amberg. (usc) Ohne Helferverein wäre der THW-Ortsverband nicht in der Lage, notwendige Neuanschaffungen und Reparaturen zu finanzieren. Dies kam beim Besuch der SPD-Politiker Reinhold Strobl (Landtag) und Richard Gaßner (Bezirk) klar zum Ausdruck. Und mit dem in Aussicht gestellten Neubau an alter Stelle wird es wohl so schnell nichts werden, wenn auch baureife Pläne schon vorliegen. Da drehen zu viele Bundesbehörden mit am Rad, war zu erfahren

Aktuell 130 Mitglieder

Schon lange hatte Strobl einen Besuch beim THW, einer Einrichtung des Bundes, geplant. Nun klappte es. Auch Uwe Bergmann, SPD-Kreisvorsitzender und Kandidat für die Landtagswahl, interessierte sich für Strukturen, Aufgaben und Ausstattungen. Christian Birner, THW-Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit, vermittelte den Gästen mit seinem Vortrag einen kompakten Überblick: 40 der 130 Mitglieder sind aktive Helfer im Ortsverband, der im Bedarfsfall vornehmlich in Amberg und im südlichen Landkreis eingesetzt wird. Den nördlichen Part betreut der Ortsverband Sulzbach-Rosenberg. Sowohl in Amberg als auch in den übrigen neun Ortsverbänden in der Oberpfalz sind ausschließlich Freiwillige tätig. Hauptamtlich besetzt ist nur der zuständige Geschäftsführer-Bereich Schwandorf.

Den Besuchern wurde auch die Bedeutung des Fördervereins verdeutlicht. Er bringt zum Beispiel erhebliche Gelder zum Kauf von Ausstattung und Ausrüstung auf, die der zuständige Bund, in diesem Fall das Innenministerium, nicht zur Verfügung stellt. Laut Angaben des Vorsitzenden Hans-Werner Obendorfer sammelte der Förderverein seit 2012 rund 85 000 Euro durch Spenden, durch Zuschüsse der Stadt, Geldauflagen von Gericht und Staatsanwaltschaft sowie durch Mitgliedsbeiträge.

Bei der Diskussion mit den Politikern kam die Rede auch auf die geplanten Neubaumaßnahmen auf bestehendem THW-Areal. Da beim Genehmigungsverfahren mehrere Bundesbehörden und -ministerien mitmischen, ist an eine baldige Realisierung des Vorhabens wohl noch nicht zu denken. Eines machten die Vertreter des THW klar: Der Bund zahlt die Errichtung des Gebäudes, für die Einrichtung muss allerdings der Förderverein aufkommen, der auch die Instandhaltung nicht bundeseigener Fahrzeuge zu finanzieren hat.

Die Zivis fehlen

Wie sieht es mit dem Nachwuchs aus? Ganz klar, so hieß es, fehlt es an jenen jungen Leuten, die man früher über Ersatzdienst gewinnen konnte. Jugendbeauftragter Florian Schreiner setzt auf Werbung in den sozialen Medien, aber auch auf Mund-zu-Mund-Propaganda. Amberg komme aber für ein soziales Jahr nicht in Betracht, da für Interessenten hier keine hauptamtliche Kraft verfügbar sei.

THW-Aufgaben

Die blauen Einsatzfahrzeuge des THW sieht man in Amberg nicht nur bei Hochwassereinsätzen an der Vils, wo das THW bei Überflutung der Straße den metallenen Fußgängersteg aufbaut und betreut. Die Männer kümmern sich auch bei diversen Sportveranstaltungen um die Absperrungen, stützen ein einsturzgefährdetes Gebäude in der Altstadt ab und arbeiten in anderen Bereichen Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei zu. Zu den klassischen Einsätzen gehören die technische Gefahrenabwehr, technische Hilfe und Logistik.

Wie die Besucher erfuhren, verfügen die Amberger auch über Licht-Aggregate und über Verkehrsleit-Anhänger, mit denen sie auf der A6 zwischen Alfeld und Schmidgaden Unfallstellen absichern. Und wenn es ganz schlimm kommt, wie seinerzeit bei der Flutkatastrophe in Simbach an Inn, dann greift der örtliche Katastrophenschutz auch auf die THW-Anlage zur Trinkwasseraufbereitung zurück. Birner sprach in diesem Zusammenhang auch den Einsatz an, zu dem das THW vor einigen Jahren beim großen Unwetter im Stadtteil Ammersricht Hilfe beim Abpumpen leistete. Der Radlader steht auch bei Brandfällen zum Einsatz bereit, etwa, um Brandgut aus Hallen zu räumen. (usc)

 

 

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