03.05.2017 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Umleitung in Ammersricht: Eltern sorgen sich um Schulkinder Gefahrenquelle Lkw

Die Umleitung durch Ammersricht spaltet die Meinungen. "Alles wie gewohnt", kommentieren manche die Situation in der Hirschauer Straße. "Von wegen", sagen andere.

Viele ärgern sich über den Stau, den die Umleitung über Ammersricht mit sich bringt. Andere dagegen sorgen sich um Schulkinder. Bild: Steinbacher
von Marion Espach Kontakt Profil

Zu Letzteren gehört auch Gerald Stöhr. Er ärgert sich nicht über Stau und rote Ampeln, sondern sorgt sich um die Schulkinder. Seit der Verkehr durch Ammersricht umgeleitet werde, komme es an der dortigen Grund- und Mittelschule immer wieder zu gefährlichen Situationen. "Da rauschen Lastwagen die Straße entlang, ohne auf die Kinder zu achten", erzürnt er sich.

Probleme vor der Nase

Stöhrs Büro liegt direkt an der Hirschauer Straße, nicht weit von der Schule entfernt. Wie es momentan dort zugeht, bekommt er jeden Tag mit. "Außerdem bringe ich morgens immer meinen Sohn zur Schule. Das sehe ich ja selbst, mit welchem Tempo die Lastwagen ankommen." Die Ampel vor der Schule bringt seiner Meinung nach nicht viel: Sobald Grün wird, rennen die Kleinen los. "Und wenn dann noch ein Lastwagen bei Orange abbiegen will ..." Wie das ausgehen kann, will er sich nicht vorstellen.

Am Freitag hat er gesehen, wie Polizisten vor der Schule standen und den Verkehr beobachteten. Für Stöhr ein halbherziger Versuch, für Sicherheit zu sorgen: "Nur ein bisschen Streife stehen reicht doch nicht." Auch die Schule könne nichts unternehmen. "Deren Arm reicht halt nur bis zum Schulzaun", bedauert Stöhr. Die einzigen, die etwas unternehmen könnten, seien Politiker.

Das Problem ist nicht leicht zu lösen, gibt Stöhr zu. "Lastwagen sind nun mal da, da kann man nichts machen." In Ammersricht hätten 40-Tonner dennoch nichts verloren. Seine Lösung: Ein generelles Verbot für den Lkw_Durchgangsverkehr in der Stadt. "Wozu gibt es denn eine Autobahn?" Stöhr würde sich auch mit einer bescheideneren Lösung zufrieden geben. "Man könnte wenigstens ein paar Schülerlotsen hinstellen, die auf die Kleinen aufpassen", schlägt der Familienvater vor.

Helmuth Pfeffer kann den besorgten Vater verstehen. "Es ist schon ungewohnt, dass auf einmal so viele Autos und Lastwagen auf der Hirschauer Straße unterwegs sind", erklärt der Leiter der Verkehrsgemeinschaft Amberg-Sulzbach (VAS). Normalerweise sei es dort ziemlich ruhig. Bei aller Sorge um die Kinder hat Pfeffer auch für die andere Seite Verständnis. "Schließlich können Lastwagenfahrer nicht ihre Arbeit einstellen, bis die Bayreuther Straße wieder frei wird." Sicher, eine andere Umgehungsstraße wäre wünschenswert, aber nicht möglich. "Weil es nun mal keine andere gibt." Das Schulamt Amberg und die Ammersrichter Schule machen deshalb das Beste aus der Situation. "Wir schaffen so viel Sicherheit, wie möglich", betont Schulamtsdirektor Heinrich Koch. Dabei bindet die Schule jeden mit ein: Die Schulleitung ruft Eltern und Lehrer dazu auf, den Kindern zu erklären, wie man sich als Fußgänger richtig verhält. "Wenn nötig, gehen Lehrer mit ihnen den Schulweg ab", informiert Koch.

Aus Sicht der Polizei reichen diese Maßnahmen aus. "Der Bereich rund um die Schule ist sowieso sehr sicher", erklärt Peter Hofrichter von der Amberger Polizei. Ampeln regeln den Verkehr und die Bürgersteige seien gut ausgebaut. Als Sachbearbeiter des Bereichs Verkehr kennt er die Situation in der Hirschauer Straße und weiß: Hier fahren Lastwagen diszipliniert. "Bisher haben wir von Anwohnern auch noch nichts anderes gehört." Wo der Familienvater Temposünder sehe, wisse er nicht.

Alles für die Kinder

Damit die Hirschauer Straße trotz Umleitung sicher bleibt, hat die Polizei noch einmal die Verkehrslage überprüft. "Beamte der Jugend-Verkehrsschule haben sich die Situation vor der Schule genau angesehen", betont Koch. Dennoch kann er die Bedenken mancher Eltern nachvollziehen. "Aber wie gesagt: Wir unternehmen alles, damit die Kinder sicher sind." (Angemerkt)

Man könnte wenigstens ein paar Schülerlotsen hinstellen, die auf die Kleinen aufpassen.Gerald Stöhr, Vater eines Schulkindes
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