23.10.2017 - 17:00 Uhr
Oberpfalz

Unfallkommission sieht Handlungsbedarf Ampel soll es richten

Das Industriegebiet Nord brummt. Es ist nahezu ausgebucht. Die Stadt sieht aber Möglichkeiten, durch Nachverdichtung weitere Grundstücksressourcen zu heben. Zuvor gilt es noch, ein ganz anderes Problem zu lösen.

Vielfrequentierte Einmündung zum Industriegebiet Nord: Da in den zurückliegenden zehn Jahren dort 21 Unfälle mit erheblichen Folgen passierten, schlägt das Staatliche Bauamt eine Entschärfung durch den Bau einer Rechtsabbiegerspur und Ampel vor. Bild: Hartl
von Michael Zeissner Kontakt Profil

 
Der ursprüngliche Anstoß geht vom Staatlichen Bauamt aus. Die Straßenbaubehörde stuft den Abzweig an der Staatsstraße 2238 Richtung Immenstetten sowie zu dem Industrieareal als einen "Unfallhäufungspunkt" (siehe Kasten) ein. Die abbiegende Straße ist als Kreisstraße (AS 30) gewidmet. Damit ergeben sich bei der Finanzierung des Umbaus im Einmündungsbereich anteilige Verpflichtungen des Freistaates und des Landkreises.

Mithin stand das Vorhaben am Montag auf der Tagesordnung einer Sitzung des Bau- und Planungsausschusses des Kreistags. Erwartungsgemäß regte sich kein Widerstand gegen diese Pläne, die der zuständige Abteilungsleiter im Staatlichen Bauamt, Stefan Noll, vorstellte. Sein Haus hat die Gesamtkosten des Um- und Ausbaus samt einer Ampelanlage, Rechtsabbiegerspur und einem sogenannten Aufstellbereich für zwei Fahrzeuge auf rund 250 000 Euro taxiert.

Nach den geltenden Regeln beläuft sich der Kostenanteil des Landkreises auf rund ein Drittel, das sind in diesem Fall 83 000 Euro. Alle anderweitigen Überlegungen zur baulichen Entschärfung der vielfrequentierten Einmündung, so heißt es in der Sitzungsvorlage, "scheiden (...) auf Grund der deutlich höheren Kosten und des umfangreicheren Grunderwerbs aus". Konkret nachgefragt wurde in Richtung eines Kreisverkehrs. Der, so Noll, sei mit 500 000 bis 700 000 Euro zu veranschlagen, nicht zuletzt weil der nötige Platz über einen nicht unerheblichen Grunderwerb gedeckt werden müsse. Die jetzige Maßnahme komme ohne Zukäufe aus und könne 2019 in Angriff genommen werden. Die erforderlichen Haushaltsmittel, so der Beschluss des Bau- und Planungsausschusses, sollen in den entsprechenden Kreishaushalt aufgenommen werden. Als weitere Frage stand im Raum, ob künftig an dieser Einmündung der Verkehrsfluss fest getaktet gesteuert wird, oder eine bedarfsorientierte Schaltung vorgesehen ist.

In diesem Punkt konnte Noll dem Gremium entgegenkommen. Nach heutigem Standard, merkte er an, würden derartige Ampelanlagen indirekt auf das Verkehrsaufkommen abgestimmt geschaltet, indem Induktionsschleifen im Boden in Kombination mit Bewegungsmeldern bis zum gewissen Maß eine flexible Taktung gewährleisten würden.

Gefahrenstelle

Das Staatliche Bauamt Amberg beschreibt die Einmündung der Kreisstraße AS 30 in die Staatsstraße 2238 als einen "Unfallhäufungspunkt". Dazu führt die Behörde folgende Begründung an:

"Ausweislich der amtlichen Unfalldatenbank haben sich an der Einmündung der AS 30 in den vergangenen 10 Jahren insgesamt 21 Unfälle ereignet, die mindestens der Kategorie ,schwerwiegender Sachschaden' zuzuordnen sind.

Dabei waren insgesamt 4 Schwerverletzte, 15 Leichtverletzte sowie erhebliche Sachschäden zu beklagen. Über 90 Prozent der Unfälle sind Ein- und Auffahrunfälle, welche primär auf Missachtungen der Vorfahrt zurückzuführen sind."

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