Verkehrsfreigabe des Amberger Schmettling steht bevor
Er fliegt nicht mehr

Große Baustelle, kleines Stadtwappen (oberer Bildrand) als I-Tüpfelchen. Zur symbolischen Verkehrsfreigabe des Amberger Schmetterlings kamen seitens der Politik Landtagsabgeordneter Harald Schwartz (ab Viertem von links nach rechts), Bundestagsabgeordnete Barbara Lanzinger, OB Michael Cerny und Bundestagsabgeordneter Alois Karl (alle CSU) an der Baustelle zusammen. Zuvor hatten der Leiter des Staatlichen Bauamts, Henner Wasmuth (rechts), und Abteilungsleiter Stefan Noll (Zweiter von links) Vertretern der B
Politik
Amberg in der Oberpfalz
19.12.2016
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Ein Baustellen-Provisorium bekam einen Kosenamen: Schmetterling. Die Form der Auf- und Abfahrtsschleifen der Kreuzung der Bundesstraßen 85 und 299 im Stadtwesten stand Pate. Jetzt werden dem Falter die Flügel der Verkehrsführung wieder gestutzt.

Was unerfreulich klingt, ist eine gute Nachricht. In der Nacht zum Freitag, 23. Dezember, wird das Brückenbauwerk, das kreuzungsfrei die B 299 über die B 85 hinwegführt, freigegeben. Das ist keine Zeit für repräsentative Bänder-Durchschnitte. Also gab es einen Vorabtermin, um diese Schlüsselstelle des Verkehrsgeschehens rund um die Stadt symbolisch ihrer Bestimmung zu übergeben.

Die verantwortlichen Planer melden nicht nur Vollzug, sie geben sich auch sehr zufrieden. Binnen nur eines Jahres und vier Monaten (Baubeginn Ende August 2015) wurde eine dreispurige Straßenbrücke abgebrochen und vierstreifig wieder aufgebaut. Hinzu komme, so der zuständige Abteilungsleiter im Staatlichen Bauamt, Stefan Noll, "dass es hier um zwei nahezu gleich teure Maßnahmen ging". Denn auch der Durchstich des Fliederbaches unter der B 85-Trasse hindurch wurde völlig neu gestaltet.

Henner Wasmuth, Leiter des Staatlichen Bauamts, verwies darauf, "jetzt für die Zukunft einige Reserven zu haben", da die neue Brücke "robuster" ausgelegt worden sei. Die Vorgänger-Bauwerk stammte von 1969, und seither seien die Belastungen nur stetig gestiegen. Deshalb sei die Entscheidung für einen kompletten Neubau statt einer Sanierung völlig richtig gewesen. Zudem wurden der Kostenrahmen von rund fünf Millionen Euro und der "sehr ambitionierte Zeitplan" (Noll) eingehalten. Eine Randbemerkung von Wasmuth ließ die lokalen Mandatsträger durchaus aufhorchen. Der Leitende Baudirektor klagte nicht über mangelnde Finanzmittel. "Wir haben eher eine Maßnahmenklemme", konstatierte er, dass derzeit für den Straßenbau ausreichend Mittel zur Verfügung stünden.

Hohe Belastung

Doch der Neumarkter Bundestagsabgeordnete Alois Karl (CSU) wusste Rat. "Die nächsten Dinge warten schon", kündigte er die Fortführung des vierspurigen Ausbaus der B 85 im Bereich Pittersberg als "eklatante Verbesserung" an. Die neue Brücke vor Augen, zeigte sich nun auch Barbara Lanzinger, Ambergs CSU-Abgeordnete in Berlin, von dem Neubau überzeugt. "Eigentlich bin ich ein Kreisverkehr-Fan", gestand sie ein. Das wäre hier jedoch wohl nicht der richtige Lösungsansatz gewesen. Durchschnittlich frequentieren diesen Kreuzungspunkt täglich 35 000 Fahrzeuge, an Spitzentagen 40 000.

Es ist geschafft

Landtagsabgeordneter Harald Schwartz (CSU) ist schlichtweg erleichtert. "Sehr, sehr oft" müsse er diese Stelle passieren und sei nun froh, dass der Schmetterlings-Engpass bald der Vergangenheit angehöre. Oberbürgermeister Michael Cerny (CSU) trauert dagegen dem Verkehrsführungs-Provisorium als einer Art Kuriosum sogar etwas nach. Dennoch ist de froh, dass "diese Haupteinfallroute in die Stadt" nun wieder problemlos funktioniere, weil er anfangs schon "etwas Bammel" angesichts der Verkehrsbedeutung dieses Straßenknotenpunkts gehabt habe.

Als eine Art Entschädigung kann sich der OB jetzt "fast über ein neues Stadttor" freuen. Denn die Brückenplaner haben dem Bauwerk an der westlichen Brüstungsflanke ein Amberger Stadtwappen spendiert.

Wir haben eher eine Maßnahmenklemme.Henner Wasmuth, Leiter des Staatlichen Bauamts über die aktuell gute Finanzaustattung im Straßenbau
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