24.04.2018 - 11:56 Uhr
Oberpfalz

Vortrag von Landtagsabgeordneter Johanna Werner-Muggendorfer Ehrenamt ist für SPD Ehrensache

Das Ehrenamt hat in der Bewertung der SPD eine herausragende Bedeutung für Staat und Gesellschaft. Um dies gebührend zu würdigen, bitten Ambergs Sozialdemokraten Verbands- und Vereinsvertreter zum zweiten Mal zu einem Empfang ins ACC.

Landtagsabgeordnete Johanna Werner-Muggendorfer würdigt als Gastrednerin die gesellschaftspolitische Bedeutung des Ehrenamts.
von Autor USCProfil

Amberg. (usc) Landtagsabgeordnete Johanna Werner-Muggendorfer, eine in ihrer niederbayerischen Heimat Neustadt an der Donau stark engagierte Frau, bemühte einen Vergleich, als sie aus ihrer Erfahrung im Ehrenamt sprach: "Ich rede nicht wie die Blinde von der Farbe." In ihrem Referat zitierte sie den ehemaligen Bundespräsidenten Johannes Rau: "Ehrenamt ist der Mörtel, der die Gesellschaft zusammenhält."

Stadtverbandsvorsitzender Martin Seibert und Fraktionschefin Birgit Fruth wollten mit der Einladung nicht nur Danke sagen und Anerkennung zollen, sondern den Geladenen auch die Möglichkeit geben, mit Problemen und Anliegen an sie heranzutreten. Die Gäste sollten auch die Gelegenheit nutzen, Erfahrungen auszutauschen. Landtagskandidat Uwe Bergmann führte die Freiwilligen Feuerwehren als Musterbeispiel an. Hauptamtliche Kräfte könnten sich die Gemeinden nicht leisten.

Johanna Werner-Muggendorfer ist Vorsitzende des mehr als 450 Mitglieder starken Obst- und Gartenbauvereins ihrer Heimat und BRK-Bereichsvorsitzende, sie gehört zudem der Arbeiterwohlfahrt, dem Bund Naturschutz, der Gewerkschaft GEW (Erziehung und Wissenschaft), Greenpeace und der Unicef an. Nach ihren Erfahrungen werde das ehrenamtliche Engagement zu wenig gewürdigt. Umso mehr freute sie sich, bei diesem Empfang zu sprechen. Sie ermunterte die Gäste, in ihrem Zuständigkeitsbereich auch mal Ehrungen anzuregen oder die Verleihung von Auszeichnungen des Ministerpräsidenten zu beantragen. Staat und Gesellschaft könnten die von Ehrenamtlichen erbrachten Leistungen niemals bezahlen: "Da müsste der Staat Milliarden aufbringen."

Das Ehrenamt dürfe aber nicht als Ersatz für sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, nicht als Notnagel der Gesellschaft oder als Lückenbüßer angesehen werden. Neue Anforderungen an das Ehrenamt sieht die Abgeordnete auch durch den Zuzug von Flüchtlingen. Hierbei ließen sich Vorurteile abbauen. Extremistischen Tendenzen könnte vorgebeugt werden. "Den Wert erkennt man erst, wenn man sich das ehrenamtliche Engagement wegdenkt", betonte Johanna Werner-Muggendorfer. Die Gastrednerin bedauerte, dass über 53 Prozent der Unternehmer die Unterstützung des Ehrenamts nicht für notwendig halten. Eine starke solidarische Zivilgesellschaft könne gerade in Zeiten des gesellschaftlichen Wandels das Gefühl der Zugehörigkeit und der Zusammengehörigkeit vermitteln: "Für uns Sozialdemokraten ist die Idee der Zivilgesellschaft eine wichtige Voraussetzung für soziale Teilhabe, ein Nährboden der Demokratie." Leider seien Angaben zu ehrenamtlichem Engagement bei Bewerbungen oft ein Nachteil. Als Beispiel nannte die Politikerin aktive Mitgliedschaft in der Feuerwehr. Da befürchte mancher Personalentscheider, der Mann könnte öfter wegen der Einsätze fehlen.

Es sei wohl Aufgabe der Politik, die Wirtschaft zu mehr Engagement anzuhalten, etwa zur Gründung von Stiftungen für ehrenamtliches Engagement. Zusammenfassend stellte Werner-Muggendorfer an die Adresse der Gäste fest: "Alle, die ehrenamtlich tätig sind, können stolz auf ihre Leistungen sein", um am Ende Ringelnatz zu zitieren: "Sport stärkt Arme, Rumpf und Beine, kürzt die öde Zeit. Und er schützt uns durch Vereine vor der Einsamkeit."

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