13.10.2016 - 02:00 Uhr
Oberpfalz

Wieder mehr Leben in der Bude Stadt revidiert Haltung zu einem aufgegebenen Kindergarten

Erst im vergangenen Jahr attestierte die Stadt dem Dreifaltigkeits-Kindergarten praktisch keine Überlebenschance mehr. Jetzt die 180-Grad-Kehrtwende. Der Jugendhilfeausschuss sprach sich in seiner Sitzung einstimmig dafür aus, die Betreuungseinrichtung mit 25 Plätzen in die Bedarfsplanung aufzunehmen. Damit sind zumindest die ersten Weichen für eine dringend nötige Sanierung und damit den Fortbestand gestellt.

Es geht wieder rund im Dreifaltigkeits-Kindergarten. Demografische Zahlen hatten das Einzugsgebiet vor wenigen Monaten noch als überaltert ausgewiesen. Dann kamen die Flüchtlinge und ihre Kinder. Nun sieht es ganz anders mit der Zukunft der Betreuungseinrichtung aus. Bild: Hartl
von Michael Zeissner Kontakt Profil

Gänzlich unumstritten war dieses von der Verwaltung so vorbereitete Umdenken nicht. Wegen der Überalterung des Dreifaltigkeitsviertels, dem damit verbundenen Rückgang der Kinderzahlen dort und freier Kapazitäten in benachbarten Betreuungseinrichtungen hatten die Stadträte diesem Kindergarten keine Zukunft mehr bescheinigt. Damals war die Pfarrei als Träger vorgeprescht. Sie wollte den derzeit eingruppigen Kindergarten sanieren, die Kommune sah jedoch keinen Bedarf. Das war im Oktober vergangenen Jahres. Nur wenige Monate später setzte intern bereits ein Umdenken ein. "Aufgrund der Entwicklungen durch den Zuzug von Flüchtlingsfamilien wurde diese Einschätzung zu Beginn des Jahres 2016 revidiert", heißt es in der Sitzungsvorlage der Verwaltung. "Entgegen der Prognosen schrumpft Amberg derzeit nicht", brachte Jugendamtsleiterin Dr. Michaela Mühlmann die detaillierten Erhebungen auf einen Kurznenner. Zudem setze momentan bei anerkannten Flüchtlingen der Familiennachzug mit meist mehreren Kindern ein.

Auf ein Blanko-Abenteuer wollten sich einige Ausschussmitglieder nicht einlassen. Sie forderten zumindest eine Kostenschätzung für die Sanierung ein. Das müsse warten, argumentierte Oberbürgermeister Michael Cerny. Vordringlich sei, erst einmal die formalen Weichen für einen auch seiner Auffassung nach nun wieder erforderlichen Fortbestand des Dreifaltigkeits-Kindergartens zu stellen.

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