18.08.2017 - 16:28 Uhr
Oberpfalz

Wiederbelebung des ehemaligen Forum-Kaufhauses Zwei Nachbarn ziehen vor Gericht

Die kontroverse öffentliche Diskussion um das 45-Millionen-Großprojekt zur Belebung der östlichen Altstadt hat die Ebene eines lokalpolitischen Streits verlassen. Nun reden Verwaltungsrichter mit.

Der Streitpunkt: Die Stadt hat eine Genehmigung erteilt, die denkmalgeschützte linke Innenhof-Fassade des früheren Forum-Kaufhauses abbrechen zu dürfen. Das ist bautechnisch nötig, argumentiert der momentane Eigentümer Gewerbebau. Bild: Petra Hartl
von Michael Zeissner Kontakt Profil

Amberg/Regensburg. Seit Mitte der Woche sind in Regensburg zwei Klagen gegen den Abbruch eines Seitenflügels des denkmalgeschützten Teils des früheren Forum-Komplexes anhängig. Das bestätigte Markus Eichenseher, Sprecher des Verwaltungsgerichts, am Freitag auf Anfrage. Eingegangen sind ihm zufolge zwei Nachbarschaftsklagen.

Die Stadt hatte die Teilabbruch-Genehmigung in ihrem Amtsblatt vom 21. Juli förmlich bekanntgemacht. Damit läuft die Rechtsmittelfrist am kommenden Montag aus. Laut Eichenseher liegen dem Gericht noch keine Begründungen vor. Er rechnet damit bis spätestens Mitte Oktober. Nachbarschaftsklagen, so der Verwaltungsrichter, haben erst einmal keine aufschiebende Wirkung, sie setzen die Abbruchgenehmigung mithin nicht automatisch außer Kraft. Den Klägern stünde allerdings "nicht fristgebunden" die Möglichkeit eines Eilantrags offen, wenn sich beispielsweise der Beginn der Abbrucharbeiten abzeichne.

Die Befürworter des 45-Millionen-Projekts hatten stets betont, dass die drei Teile Tiefgaragen-Einfahrt Bahnhofstraße, Bebauung des Bürgerspital-Geländes und Wiederbelebung des ehemaligen Forum-Kaufhauses untrennbar miteinander verflochten seien. Aus diesem Blickwinkel betrachtet, kommt den beiden Klagen eine erhebliche Bedeutung zu. Karlheinz Brandelik, Geschäftsführer der städtischen Gewerbebau, die derzeit Eigentümer des Forum-Komplexes ist, zeigte sich von der Anzahl zwei überrascht. Nur ein Nachbar habe seine Unterschrift unter den Bauantrag, der den Teilabriss beinhaltet, verweigert.

So lange er die genaue Begründung nicht kenne, wolle er sich dazu nicht näher äußern, erklärte Brandelik. Nur insoweit: "Wir machen das ja nicht aus irgendeiner Beliebigkeit, sondern aus einer baulichen Notwendigkeit heraus." Oberbürgermeister Michael Cerny (CSU) bedauert die Entwicklung und möchte eine Vorprüfung der Klagen durch das Gericht abwarten. Sollten sie zulässig und inhaltlich substanziell sein, "werden wir das natürlich heilen".Absehbar

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