21.12.2017 - 12:12 Uhr
Sport

Amberger Löwen und Alex Reichenberger trennen sich: Dirk Salinger neuer ERSC-Coach

Vorweihnachtlicher Paukenschlag beim ERSC Amberg: Alex Reichenberger und der Eishockey-Landesligist haben sich überraschend getrennt - ausgerechnet vor dem Topspiel.

Dirk Salinger. Bild: Gebert
von Autor PAProfil

Eishockey-Landesligist ERSC Amberg meldet überraschend einen Trainerwechsel. Der Verein und Alex Reichenberger, der die Landesliga-Mannschaft der Löwen seit knapp drei Jahren betreut hat, trennten sich nach einem längeren Gespräch am Mittwoch - einvernehmlich, wie es der Vorstand vermeldet.

"Wir hatten das Gefühl, dass die Dreifachbelastung mit Senioren, Nachwuchs und BEV schon Auswirkungen hatte, auch wenn Alex das womöglich anders gesehen hat", erklärte Mustafa Sugle, stellvertretend für seine Kollegen. Man sei sehr dankbar für die Arbeit des Trainers und hoffe natürlich, dass Reichenberger nach einer "Bedenkzeit" in anderer Funktion weiter für den Verein tätig sein werde.

Der Zeitpunkt in einer bislang sehr erfolgreichen Saison der Löwen verwundert. Demnach soll aber Reichenberger nach der 0:4-Pleite in Königsbrunn selbst Zweifel angemeldet haben. Seither habe man sich Gedanken gemacht und mit der Personalie beschäftigt. Am Donnerstag wurde der Mannschaft Dirk Salinger als Nachfolger vorgestellt. Der 47-jährige spielte von 2001-2003 selbst für die Löwen in Regional- und Oberliga, war dabei auch Mannschaftskapitän. Als Trainer und Co-Trainer coachte er von 2013-2014 bei den Blue Devils in Weiden und war dort außerdem ab 2010 hauptamtlicher Nachwuchstrainer. Sein Sohn, Lukas, spielt seit letzter Saison für den ERSC.

Derweil stürmen vier Teams scheinbar unaufhaltsam in die Verzahnungsrunde zur Bayernliga. Dazu gehören auch der ERSC und der ESC Haßfurt - und die treffen am Freitag, 20 Uhr, zum Topspiel der Landesliga im Stadion am Schanzl aufeinander - momentan beide noch punktgleich.

Im Amberger Lager erinnert man sich gern an das Hinspiel. Seinerzeit brachten die Löwen dem damaligen Tabellenführer die erste Niederlage der Saison bei. Der 5:2-Erfolg gehört zu den stärksten Vorstellungen des ERSC, der zwei Unterzahltreffer verbuchte. Amberg schlug die Hawks mit konsequentem Forechecking und Konterattacken wie aus dem Lehrbuch. Durchaus möglich, dass Haßfurt diesmal den Spies umdreht - mit einer ähnlichen Taktik. Dazu haben die Hawks mit Jakub Sramek den gefährlichsten Stürmer der Liga.

Der 24-Jährige kommt aus Litvinov, spielte dort in der 1. Liga, aber auch schon in Nordamerika. Allerdings erscheint Haßfurt etwas abhängig vom tschechischen Topscorer. In Königsbrunn fehlte Sramek verletzungsbedingt und prompt kassierten die Hawks bei den "DEL-verstärkten" Pinguinen ihre erste Auswärtsniederlage - mit 1:8 ziemlich deftig. Da das Spiel gegen Ulm - wegen zahlreicher Ausfälle der Donau Devils - ausfiel, hatte Haßfurt keine Gelegenheit, sich für die Klatsche zu rehabilitieren.

Die Amberger Löwen gewannen zuletzt fünf Spiele in Folge, musste phasenweise aber sehr viel Eishockey "arbeiten". Der ERSC hatte einige Schwächungen zu verkraften. Mit Andreas Hampl kommt nun ein Spieler zurück, der zuletzt mehr als drei Wochen aussetzen musste. Da sollte man keine Wunderdinge erwarten, aber mit seinen technischen Möglichkeiten kann der Allrounder durchaus Akzente setzen.

Vom Papier her kommt es zu einer Partie auf Augenhöhe - mit einem Ausgang, der völlig offen erscheint. Beide Teams benötigen rein rechnerisch noch sechs Zähler aus ihrem Restprogramm (Amberg sechs, Haßfurt sieben Spiele), um die Qualifikation für die Verzahnungsrunde mit den Bayernligisten sicher zu haben. Wer ist nach diesem Spieltag näher dran?

"Ladies Night"

Die Freitagspartie des ERSC Amberg steht wieder einmal unter dem Motto "Ladies Night": Für Frauen über 18 Jahren wird während der Drittelpausen kostenlos Prosecco ausgeschenkt - solange der Vorrat reicht. (pa)

Wir hatten das Gefühl, dass die Dreifachbelastung schon Auswirkungen hatte, auch wenn Alex das womöglich anders gesehen hat.Mustafa Sugle
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