17.10.2017 - 16:46 Uhr
Sport

American Football: Daniel Emmanuel aus Amberg deutscher Meister mit den Schwäbisch Hall Unicorns Wo es am meisten scheppert und kracht

Aller guten Dinge sind vier: Nach drei verlorenen Endspielen besiegen die Schwäbisch Hall Unicorns im German Bowl den Serienmeister aus Braunschweig und holen sich den deutschen Titel im American Football. Eines der "Einhörner" kommt aus Amberg.

Mit ausgestreckten Armen stürzt sich Daniel Emmanuel (vorne rechts) auf den Runningback der Frankfurt Universe. Der Amberger wurde zum zweiten Mal nach 2012 mit den Schwäbisch Hall Unicorns deutscher Meister im American Football. Bild: Löffler
von Christian Frühwirth Kontakt Profil

Daniel Emmanuel spielt Middle Linebacker. "Auf dieser Position geht es um Laufverteidigung und kurze Pässe", erklärt der 29-Jährige. Und formuliert es für den Laien dann noch einfacher: "Ich spiele, wo es am meisten scheppert und kracht. Auf dieser Position gibt es die härtesten Kontakte."

Mit seinen 1,91 Metern und 120 Kilogramm Körpergewicht ist Emmanuel dafür prädestiniert. Wenngleich die "Kontakte" nicht immer glimpflich enden: Schlüsselbein zertrümmert, Kreuzband angerissen, Fingergelenk und Rippen gebrochen - "was halt so anfällt in 15 Jahren American Football", zählt er seine Verletzungen auf. Geboren wurde er in Berlin, als kleines Kind kam er ins Vilstal, wuchs in Schmidmühlen und Rieden auf, zog mit 17 Jahren nach Amberg. Zum American Football kam er mit 15 Jahren, spielte in der Jungenmannschaft in Kümmersbruck, später dann, "weil es in der Nähe keine Erstligamannschaften gibt", für Plattling. 2012 wechselte er nach Schwäbisch Hall und wurde mit den Unicorns gleich in der ersten Saison deutscher Meister. Nach einer einjährigen Verletzungspause ging er in die 2. Liga zu den Ingolstadt Dukes, merkte aber "sehr schnell, dass es ein Fehler war", und kehrte nach einer Saison wieder zu den Unicorns zurück. "Die familiäre Atmosphäre ist dort einzigartig", sagt Emmanuel. "Auch meine Frau Saskia und die zwei Football-begeisterten Kinder Jamian Gabriel und Mali Elaine fühlen sich da super wohl." Deshalb nimmt er für "seine Unicorns" auch die langen Fahrten in Kauf. 190 Kilometer sind es von Amberg aus nach Schwäbisch Hall. Zwei-, dreimal Training pro Woche, dazu die Spiele an den Wochenenden, da kommen gut und gerne 50 000 Kilometer im Jahr zusammen. Ein Umzug kommt für Emmanuel aber nicht infrage. Wegen der Familie - und seines "Jobs als Reparaturelektroniker und Laborassistent bei Siemens" in Amberg.

Vor ein paar Jahren war er mit einem College in den USA in Kontakt. Beim ersten Mal scheiterte das "Abenteuer Amerika" aus finanziellen Gründen, beim zweiten Mal wäre vielleicht sogar ein Stipendium möglich gewesen, doch da sagte Emmanuel ab, weil drei Monate später sein Sohn zur Welt kam. Den Traum von den USA hat er längst begraben - und mit Schwäbisch Hall ein "Lifetime-Commitment" getroffen. Heißt: "Solange ich American Football spiele, werde ich das für die Unicorns tun." Für immer ein Einhorn.

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