24.05.2004 - 00:00 Uhr
Sport

Auch beim Jedermanntriathlon passt die Ausrüstung - 141 am Start - Neopren herrscht vor Keine billigen Fahrräder

Das ist nicht jedermanns Sache. Aber den 141 gemeldeten Jedermann-Startern (104 Herren inklusive sieben Staffeln, 37 Damen mitsamt acht Staffeln) und den 19 Schülern und Jugendlichen zwischen zwölf und 15 Jahren, denen machten kühle elf Grad Außentemperatur und Kühlschrank-Verhältnisse im Start und Ziel im Hockermühlbad nichts aus.

von Autor HOUProfil

Sie liefen schließlich nicht für den Wettkampf, sondern fürs Erleben. Ausschließlich für den Wettkampf zuständig war, zum 17. Mal jetzt und somit immer dabei, Peter Plößl (50). Der Mann hatte zusammen mit seiner rund 100-köpfigen Crew so ziemlich alles im Griff. Er koordinierte die Amberger Triathlontage, eingeläutet mit dem Jedermanntriathlon am Samstag. Die "Profis" waren am Sonntag dran. So gut sie konnten, sorgten sie um Rundumbetreuung bei den zwei Triathlon-Tagen, die die SG Siemens Amberg (in Korrespondenz mit dem Schul- und Sportamt) für den Bayerischen Triathlonverband ausrichtete.

"Die Veranstaltung in Amberg ist ein bayerisches Highlight, die hat sich auch international rumgesprochen", ließ Peter Plößl wissen. Auch diesmal lagen Meldungen aus den USA, Österreich, der Schweiz und aus Tschechien vor. Weil parallel die Oberpfalzmeisterschaften liefen, war natürlich der Zuspruch besonders groß. Im kalten Zielraum Hockermühlbad, im hinteren Bereich unter den Bäumen, sorgten Helga Powalla und Thea Fabry für Ordnung. Auf der Strecke kümmerte sich Peter Schmidt (DJK 2000) für die Radorganisation, ob Pfeile oder Besenwagen - nichts hatte Peter Schmidt vergessen.

Direkt ins Gesicht

Und Hubert Keller hatte dafür gesorgt, dass die Laufstrecke nach Ammerthal in Ordnung war. Da herrschte Begegnungsverkehr, den mögen sie die Jedermänner und -frauen, weil man den Konkurrenten ins Gesicht sehen und Vorsprung oder Rückstand in etwa einschätzen kann. Und im Container, da liefen die Fäden zusammen, mit einem grünen Transponderband um das Handgelenk durchliefen alle das Ziel, peinlich genau elektronisch gemessen und von Norbert Hofmann in seinem Computer festgehalten.

"Und das soll Spaß machen?", wunderte sich ein Landwirt an der Laufstrecke nach Ammerthal. Was er meinte, waren teilweise erkennbar verkrampfte Gesichtsausdrücke und die wohl gemeinten Ratschläge von Helfern und Betreuern: "Bleib schön locker, bald ist das Ziel da."

Leicht gesagt, wenn man schlappe 500 Meter im Becken, 23 Kilometer auf dem Rad und fünf Kilometer Laufstrecke hinter sich gebracht hat.

Nicht ohne Training

Die Profis am Sonntag, die hatten eine ungleich schwerere Strecke zu bewältigen: 1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren, zehn Kilometer Laufen. Aber auch die "Freizeitsportler" am Samstag waren keineswegs untrainierte Leute, sie hatten das ganze Jahr geschwitzt, nicht zu wenig, nicht zu viel. Sie waren fit, aber auch zuversichtlich, wenn sie mit ihren Neoprenanzügen ins Hockermühlbad-Wasser glitten. Das Schwimmen wurde in drei Blöcken durchgeführt: die Schüler (400/11/2,5) waren um 16.15 Uhr an der Reihe, der zweite Block, die Jedermannfrauen (500/23/5,0) waren um 16.30 Uhr im Wasser und im dritten Block (Start um 16.50 Uhr) über 500/23 und 5,0 spulten die Männer, Lemmingen gleich, in 50-Meter-Bahnen ihr Programm im "Hocko" herunter.

Acht Minuten im Wasser

"Warum Neopren und nicht Badehose", fragte ein Kind am Beckenrand. Beinahe verständnisloses Innehalten eines Athleten - "das verleiht einen ganz anderen Auftrieb, man schwimmt halt schneller" - lautete die Aufklärung. Die Schnellsten im Wasser, die benötigten zwischen acht und zehn Minuten, darunter der spätere Sieger Ralf Preissl (9:29) oder Manuel Weber (8:02) und Walter Arnold (8:39). Bei den Frauen legte Claudia Schmidt (9:01) die schnellste Schwimmzeit vor. Raus aus dem Wasser, barfuß zurückgelaufen in den Start-Ziel-Bereich im hinteren Hockermühlbad-Areal. Rauf aufs Rad, natürlich kein Tourenrad, kaum Billiges dabei.

Starker Wind

Hinaus ging es nach Köfering, über Haag und Gailoh nach Amberg zurück - zweimal. Das zog sich: "Der Wind in der Senke zwischen Köfering und Haag hat mir sehr zu schaffen gemacht", meinte einer nach den absolvierten 23 Kilometern. Die Besten schafften das in 37 Minuten, rund eine halbe Stunde später kamen die Letzten. Bei den Frauen erreichte Kerstin Lubich (45:41 Minuten) das Ziel, die Letzte 20 Minuten später. Schnell die Räder abgestellt, in die Laufklamotten geschlüpft und die fünf Kilometer Laufstrecke herunter gestrampelt. Das schafften bei den Frauen die Besten in 20 Minuten, bei den Männern in 16:28 Minuten.

Leichter hatten es da schon die Staffeln: Für jede Disziplin ein Läufer, eine Läuferin, das strengt nicht gar so an. Fix und fertig waren die meisten im Ziel, dennoch zufrieden. Denn: sie liefen ja schließlich nicht um den Wettkampf, sondern ums Erleben (detaillierte Ergebnisse in unserer Dienstags-Ausgabe).

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