04.03.2018 - 10:24 Uhr

ERSC Amberg besiegt EV Moosburg - Schmerzhafter Abend für Torhüter Paul Thiede Mit Herz, Hirn und Schlüsselbeinbruch

"Sowas erlebt man selten!" Trainer Dirk Salinger muss sich nach dem 8:5-Erfolg des ERSC Amberg in der Qualifikationsrunde zur Eishockey-Bayernliga gegen den EV Moosburg erst einmal sammeln. Die Löwen haben vor und während der Partie einige Rückschläge zu verkraften, aber am Ende feiern sie einen 17-Jährigen.

Andreas Hampl (vorne) bei seinem 1:0-Führungstreffer für den ERSC Amberg im Spiel gegen den EV Moosburg. Am Ende gewannen die Löwen mit 8:5. Bild: Brückmann
von Autor PAProfil

Durch den verletzungs- und krankheitsbedingten Ausfall des Torhüter-Duos Oliver Engmann/Lukas Stolz rückten am Freitagabend die beiden Nachwuchsspieler Paul Thiede und Florian Hüttner nach. Der 20-jährige Thiede ist die nominelle Nummer drei und bekam deshalb auch den Vorzug. "Wie wir im ersten Drittel gespielt haben, damit konnten wir nicht zufrieden sein, das war viel zu lethargisch", kritisierte Salinger. Die Löwen führten zwar 3:2, schienen aber nicht bei der Sache zu sein. Immerhin: Das Überzahlspiel klappte 100-prozentig. Die 1:0-Führung durch Andreas Hampl wie auch das 2:1 durch Christoph Schönberger entsprangen dem Amberger Powerplay. Felix Köbele stellte kurz darauf auf 3:1, aber der ERSC ließ den Gästen noch zu viele Freiheiten. Vor allem der Tscheche Emil Svec wusste diese zu nutzen, war an vier Treffern der Moosburger beteiligt.

Florian Hüttner im Tor

Bei den Oberbayern wusste man natürlich über die Torhüter-Situation des ERSC Bescheid und so wurde bei jeder Gelegenheit und aus allen Lagen aufs Tor geschossen. Das war auch im Mittelabschnitt der Fall, in den aber die Löwen besser starteten. Sebastian Aukofer im Zusammenspiel mit Dominik Schopper und erneut Christoph Schönberger im dritten Powerplay bauten die Führung auf 5:2 aus. Nach dem Anschlusstreffer zum 3:5 verließ plötzlich Paul Thiede das Eis, gestützt von Mitspielern. Die spätere Diagnose: Schlüsselbeinbruch - und den hatte er sich vermutlich schon im Anfangsdrittel zugezogen. So wurde nun der 17-jährige Florian Hüttner ins eiskalte Wasser geworfen und Moosburg witterte seine Chance, erst recht, als bald darauf das 4:5 durch Tobias Hanöffner fiel. "Das war ein Schlüsselerlebnis, denn von da an hat die Mannschaft zurückgefightet und sich vor allem taktisch wesentlich cleverer verhalten - also mit Herz und Hirn", so Salinger, der Hüttner dazu noch ein gutes Stellungsspiel bescheinigte.

Keil und Hampl verletzt

Die nächste Hiobsbotschaft gab es vor dem Schlussdrittel: Für Bernhard Keil war das Spiel wegen einer Knöchelverletzung beendet und dann gelang Moosburg in Überzahl auch noch der Ausgleich. "Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie völlig intakt ist", so Salinger. Die Schüsse des Gegners wurden bei jeder Gelegenheit geblockt und im Gegenzug mit schnellen Konterangriffen Nadelstiche gesetzt. "Da ist uns Moosburg entgegengekommen, wirkte unkonzentriert und versuchte zu viel über Einzelaktionen", resümierte der Löwen-Coach. Köbele - mit seinem 80. Scorerpunkt - im Alleingang und Matti Swadzba zum 7:5 ließen die ERSC-Aktien rapide steigen. Doch es blieb gefährlich, auch, weil mit Hampl ein weiterer Löwe angeschlagen vom Eis musste.

In der Schlussphase packte Moosburg die Brechstange aus, holte Torhüter Thomas Hingel zugunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis. 71 Sekunden vor dem Ende begrub Schönberger mit seinem dritten Treffer ins verwaiste Moosburger Tor aber die letzten Hoffnungen der Gäste - und bei der Vorbereitung half ausgerechnet Youngster Hüttner mit. Kein Wunder, dass ihn die Teamkollegen in der Kabine später hochleben ließen. Der ERSC baute damit seine beachtliche Serie auf 13 Zähler aus den letzten fünf Partien aus.Tore: 1:0 (6.) Hampl (Köbele, Bartels/5-4), 1:1 (9.) Hanöffner (Müller, Svec), 2:1 (11.) Schönberger (Schreier, Bartels/5-4), 3:1 (13.) Köbele (Hampl, Bartels), 3:2 (19.) Krämmer (Svec), 4:2 (23.) Aukofer (Schopper), 5:2 (25.) Schönberger (Köbele, Schreier/5-4), 5:3 (26.) Möhle (Steiger, Svec), 5:4 (34.) Hanöffner (Krämmer, Svec/5-4), 5:5 (45.) Möhle (5-4), 6:5 (50.) Köbele, 7:5 (54.) Swadzba (Troglauer, Heilman), 8:5 (59.) Schönberger (Schreier, Hüttner/5-6) - Strafen: Amberg 6 Minuten, Moosburg 6 + 10 (Hingel) - SR: Sperl, Gigler, Raidl - Zuschauer: 405

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