19.02.2018 - 17:40 Uhr

ERSC Amberg: Einen Punkt gewonnen, oder zwei verloren? Zwiespältige Gefühle im Löwen-Lager

Der ERSC Amberg holte beim Bayernligisten in Pfaffenhofen zwar seinen ersten Auswärtszähler in der Qualifikation zur Eishockey-Bayernliga, aber hinterher hatte man im Löwen-Lager gespaltene Gefühle, ob man einen Punkt gewonnen, oder nicht vielleicht doch zwei verloren hatte. Mit einer Energieleistung egalisierte die Salinger-Truppe einen 0:3-Rückstand und bereitete den favorisierten Gastgebern größte Schwierigkeiten. Beim Stand von 4:4 traf in der Schlussphase Bernhard Keil nur das Lattenkreuz - das wäre beinahe der nicht unverdiente "Dreier" für Amberg gewesen. So aber hatten die Ice Hogs das glücklichere Ende für sich und den Zusatzpunkt in der Verlängerung.

von Autor PAProfil

Eismaschine streikt

"Vor dem Spiel hätten wir das unterschrieben, wenn wir nach so einem Rückstand noch den Punkt holen - aber nach dem Spielverlauf hat man schon seine Zweifel", wirkte Löwencoach Dirk Salinger eher gefrustet. Zunächst war einmal Geduld gefragt, denn die Eisbereitungsmaschine in Pfaffenhofen verweigerte unter gewaltigen Dampfwolken den Dienst. Erst nach einstündiger Verspätung konnte die Partie starten - aus Sicht des ERSC wurde es ein Kaltstart. "Wir waren in den Anfangsminuten nicht bereit", kommentierte "Sale" den frühen 0:2-Rückstand nach nicht einmal vier Minuten. Pfaffenhofen wirkte vor dem Tor energischer, stocherte immer wieder nach. So fielen alle Treffer des EC nach dem gleichen Muster, auch das 3:0 in der 16. Minute durch Robert Neubauer. In der Schlussminute stellte Felix Köbele in Überzahl zumindest den Anschluss her und hielt den ERSC im Spiel.

"Im Mittelabschnitt waren wir wesentlich aggressiver - so wollten wir eigentlich von Anfang an auftreten", beschrieb der ERSC-Trainer die Vorstellung seiner Löwen. Zunächst fehlte in den Offensivaktionen noch der "Killerinstinkt", aber die Anzahl der guten Möglichkeiten sprach schon eindeutig für den ERSC. Mit einem Doppelschlag binnen 60 Sekunden besorgten Kirill Groz und Bernhard Keil den Ausgleich und dann hatte man den Gegner eigentlich im Griff. Wieder war man bei den eigenen Chancen zu zögerlich und so fing man sich 25 Sekunden vor Drittelende den vierten Gegentreffer ein - erneut im Nachschuss. "Das war glücklich für uns", bestätigte EC-Trainer Tobias Schätzl, der Amberg "eine starke Leistung" attestierte.

Keil trifft nur die Latte

Im Schlussabschnitt vermieden beide Teams das letzte Risiko. Im Zusammenspiel mit Dominik Schopper gelang Sebastian Aukofer der Ausgleich und der ERSC bekam mehr Oberwasser. Dann folgten die unglücklichen Schlussminuten mit Keils Lattentreffer und einer Strafzeit kurz danach für Keil. Der ERSC ging mit einem Mann weniger in die Overtime und als dann auch noch eine Strafe gegen Dan Heilman angezeigt wurde, fiel nach 41 Sekunden der Verlängerung das 5:4 durch Ken Matheson - einen der vier Kanadier bei den Ice Hogs.Tore: 1:0 (3.) Seibert (Semmler), 2:0 (4.) Matheson (Fardoe), 3:0 (16.) Neubauer (Fardoe, Matheson), 3:1 (20.) Köbele (Frank/5-4), 3:2 (28.) Groz (Hampl, Köbele), 3:3 (29.) Keil (Heilman, Salinger), 4:3 (40.) Chemello (Landstorfer, Huber), 4:4 (47.) Aukofer (Schopper), 5:4 (60.+1) Matheson (4-3)

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