27.04.2018 - 20:42 Uhr
Oberpfalz

FC Amberg erwartet die SpVgg SV Weiden Trotzdem geht's ums Prestige

Es ist ein Derby, das in der Vergangenheit für volle Stadien sorgte. Jetzt erwartet der fast schon abgestiegene FC Amberg mit der SpVgg SV Weiden ebenfalls einen Abstiegskandidaten aus der Bayernliga Nord - ein paar mehr Zuschauer als zuletzt die 50 im Spiel gegen den 1. FC Schweinfurt 05 II sollten dennoch kommen.

Trainer Lutz Ernemann ist nicht zu beneiden, Woche für Woche seine Mannschaft zu motivieren. Die Spieler des FC Amberg hängen sich auch rein, lassen sich nicht hängen. Gegen die SpVgg SV Weiden könnte nochmals ein besonderer Motivationsschub kommen - das Hinspiel endete 1:1. Bild: ref
von Autor MREProfil

Wenn am Samstag, 28. April, um 14 Uhr die Partie zwischen dem FC Amberg und der SpVgg SV Weiden angepfiffen wird, dann werden erfahrenere Zuschauer vielleicht etwas wehmütig an alte Zeiten zurückdenken. An Zeiten, in denen es regelrechte Fußballschlachten zwischen den beiden Ballungszentren der Region gab, in denen in der Woche vor dem Derby Giftpfeile hin und her flogen und in denen man auf hohem Niveau um Punkte und vor allem Prestige kämpfte. Geblieben ist davon eigentlich nur noch, dass es um Punkte geht, die für beide fast schon irrelevant sind. Denn während der FC Amberg - wenn auch noch nicht rechnerisch final - als Absteiger feststeht, wird die SpVgg wohl den Weg in die Relegation antreten müssen.

"Damals waren 3000 Zuschauer bei so einem Spiel ganz normal. Die Stimmung war entsprechend geladen und es war richtig Feuer drin. Heute ist die Mentalität eine andere, das ist aber eine allgemeine Erscheinung", so Ambergs Trainer Lutz Ernemann.

Sein Weidener Gegenüber, Florian Schrepel, sieht es ähnlich: "Es treffen zwei Teams in einem Derby aufeinander, die beide im Keller stecken. Heute kann man froh sein, wenn es 400 Zuschauer werden." Keinen negativen Einfluss auf die Mannschaft soll Schrepels Entscheidung haben, mit sofortiger Wirkung seine Doppelfunktion als sportlicher Leiter bei der SpVgg SV Weiden zu beenden (siehe Seite 11). Er hat in seinen bisherigen fünf Spielen als Trainer die Wasserwerker zumindest wieder einigermaßen auf Vordermann gebracht.

Nach zuvor acht Niederlagen in Folge ist man seit drei Spielen ungeschlagen. Der letzte Sieg vor dem Dreier gegen Erlenbach (4:1) am vergangenen Spieltag datierte aus dem Oktober 2017. Derzeit müssten die Weidener auf Rang 14 in die Relegation. Das sieht am Schanzl schon anders aus. Vier Spieltage vor Schluss sind es acht Punkte Rückstand auf die Relegation und der FC steht eigentlich schon als Absteiger fest. "Wir wussten von Saisonstart an, dass es nur gegen den direkten Abstieg geht. Jetzt stehen wir mit großer Wahrscheinlichkeit nächste Saison nicht mehr da, wo wir heute sind. Aber man kann den Spieler nicht vorwerfen, dass sie das einfach hingenommen hätten, sie haben alles versucht", so Lutz Ernemann, der am Mittwoch die sechste Niederlage in Folge seiner Mannschaft am Spielfeldrand miterleben musste (2:3 gegen Schweinfurt). Dennoch sei sein Team weiterhin intakt und werde "die Situation sportlich annehmen, so wie es sich gehört".

Es ist also ein Derby unter komischen Vorzeichen, vor dem beide Trainer aber trotzdem betonen, dass es noch immer um Prestige geht - und jeder gerne dreifach punkten würde. Für die Weidener wäre es ein weiterer Griff zum Strohhalm, für den FC Amberg wäre es zumindest ein kleines Hilfsmittel gegen das geschundene Seelenheil.

Bei den Gastgebern fehlt - neben den Langzeitverletzten - auch weiterhin Jan Fischer, Max Bleisteiner und Tobias Spieß kehren hingegen in den Kader zurück - zu einem Derby, das möglicherweise erst mal das letzte für eine gewisse Zeit stattfinden könnte. Oder womöglich nächste Saison eine Etage tiefer angepfiffen wird.

FC Amberg: Bleisteiner (22), Plößl (25), Helleder (4), Tischler (15), Gömmel (17), Spieß (5), Stadler (8), Keilholz (7), Florek (6), Wild (19) Fruth (16), Popp (11), Schulik (9)

Damals waren 3000 Zuschauer bei so einem Spiel ganz normal. Die Stimmung war entsprechend geladen und es war richtig Feuer drin.Lutz Ernemann, Trainer des FC Amberg, über die Derbys mit der SpVgg Weiden

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.