FC Amberg gegen SC Eltersdorf
Angst vor einer Lachnummer

Chancen hatte der FC Amberg einige bisher - wie hier Jan Fischer bei einem Kopfball im Spiel gegen den 1. FC Sand. Einsatz und Wille stimmten, nur die Abgeklärtheit im Spiel und die Ergebnisse nicht. Bild: ref
Sport
Amberg in der Oberpfalz
25.08.2017
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Die einen haben in der Fußball-Bayernliga Nord erst einmal gewonnen, die anderen fast immer - so die reine Statistik zwischen dem FC Amberg und dem SC Eltersdorf. Anders gesagt: Es steht das Duell Schlusslicht gegen Spitzenreiter an. Wobei der Trainer des Tabellenführers einen Gedanken im Hinterkopf hat.

Nicht nur deshalb sind die Vorzeichen am Samstag, 26. August, um 14 Uhr im Stadion am Schanzl mehr als deutlich. Seit mehreren Jahren gehört der SC Eltersdorf zu einem der Teams, die immer im vorderen Mittelfeld der Bayernliga zu finden sind. Nach Platz 6 im vergangenen Jahr stehen die Mittelfranken aktuell mit der fast perfekten Ausbeute von 22 Punkten aus acht Spielen ganz oben in der Tabelle. Einzig beim 1:1 bei der SpVgg Bayern Hof ließ man zwei Zähler liegen - das ist aber dann schon Mäkeln auf höchstem Niveau, wenn man die Bilanz von sieben Siegen aus acht Spielen sieht.

"An so einen Start kann sich niemand von uns erinnern. Wir genießen die aktuelle Situation, aber wissen auch, dass wir hart weiter arbeiten müssen", so Bernd Eigner, Trainer des SC Eltersdorf. Der 45-jährige Ex-Profi (Bundesligaeinsätze für St. Pauli und Zweitligaeinsätze für Eintracht Braunschweig) hat eine ganz einfache Erklärung für den guten Start: "Die Neuzugänge haben eingeschlagen, wir sind gut in die Saison gestartet und dann in einen Lauf gekommen. Aber natürlich gehört da auch ein bisschen Glück dazu. Momentan passt halt alles."

Einer der angesprochenen Neuzugänge ist Bastian Herzner. Nach einer Hinrunde in der Saison 2015/16 mit 18 Toren in 21 Spielen wechselte er zum SV Seligenporten, mit dem er in der gleichen Spielzeit in die Regionalliga aufstieg. Nach eineinhalb Jahren zog es ihn jetzt zurück nach Eltersdorf und damit auch zu seinem Zwillingsbruder Tobias. Der ist momentan mit sechs Toren in der laufenden Saison der gefährlichere der beiden Brüder - Bastian hat aktuell erst zwei Treffer. Geht es nach Bernd Eigner, dürften gegen den FC Amberg weitere hinzukommen: "Aber das sind die gefährlichsten Gegner. Verlierst du da, bist du die Lachnummer der Liga. Und wenn wir Larifari spielen, verlieren wir." Ganz weit hinten wird das Gefühl, als Tabellenführer zum Schlusslicht zu reisen, vielleicht aber doch in den Köpfen der Eltersdorfer Spieler sitzen.

Ein möglicher Ansatzpunkt für den FC Amberg, wo man die brutale 4:5-Niederlage gegen Schweinfurt immer noch verdaut. Irgendwie ist es auch bezeichnend, dass der FC Teil des bisher torreichsten und wohl spektakulärsten Bayernligaspiels der aktuellen Saison war - am Ende aber statt Punkten nur wieder aufmunternden Applaus erhalten hat.

"Es ist deprimierend, nach einem 1:4-Rückstand zurück zu kommen und am Ende doch nichts zu holen", so FC-Trainer Lutz Ernemann, der in diesem Spiel ausnahmsweise mal die Defensive als Achillesferse ausmachte. Das sollte sich gegen Eltersdorf tunlichst ändern, denn der Spitzenreiter wird sicher nicht lange fackeln. Es sei ein Spiel, in dem es laut Ernemann "nichts zu verlieren" gibt. Dafür steht fast der gesamte Kader zur Verfügung. Mit Kevin Kühnlein wackelt allerdings ein wichtiger Eckpfeiler: Der Kapitän hat sich im Dienstagstraining am Knie verletzt. Sein Einsatz ist ebenso fraglich wie der von Ermin Kojic, der nach seinem Urlaub aber zumindest im Kader stehen soll.

FC Amberg: Bleisteiner (1), Plößl (25), Gömmel (17), Helleder (4), Kühnlein (5) (?), Kojic (3) (?), Tischler (15), Dietl (8), Fischer (2), Haller (10), Herrndobler (13), Keilholz (7), Schweiger (31), Schaar (19), Fruth (16), Popp (11), Schulik (9), Stellmach (21)

Wir haben nichts zu verlieren.Lutz Ernemann, Trainer des FC Amberg
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