FC Amberg mit dem Rücken zur Wand
"Das Unmögliche möglich machen"

Er ist um seinen Job nicht zu beneiden: Lutz Ernemann, der Trainer des FC Amberg, muss mit einer extrem jungen Truppe irgendwie die Bayernliga-Saison bewältigen. Verstärkungen - wie bei der Verabschiedung von Abteilungsleiter Werner Aichner im Juli angekündigt - gibt es keine. Bild: Ziegler
Sport
Amberg in der Oberpfalz
08.09.2017
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Zehn Spieltage sind vorbei in der Bayernliga Nord und der Blick auf die Tabelle stimmt bedenklich, wenn man die aktuelle Situation des FC Amberg sieht. Denn der hat nach diesen zehn Partien erst drei Zähler auf dem Konto - das bedeutet bereits jetzt acht Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz.

Und mit dem Würzburger FV kommt am Samstag, 9. September, um 14 Uhr eine Mannschaft nach Amberg, die ziemlich weit oben in der Tabelle steht. Das Team von Trainer Marc Reitmaier (34) belegt mit 21 Punkten aktuell den dritten Rang. Am vergangenen Wochenende setzte der WFV dann ein richtiges Ausrufezeichen, als er dem Spitzenreiter SC Eltersdorf die erste Saisonniederlage beibrachte. Ein Sieg, der aber etwas geschmälert wurde, denn im Nachholspiel gegen Bayern Hof (damals verhinderte ein LKW-Unfall auf der Autobahn das pünktliche Erscheinen der Hofer in Würzburg) gab man eine 3:0-Führung nach 36 Minuten aus der Hand und musste sich am Ende mit einem 3:3 begnügen.

Damit verpassten die Unterfranken auch den Sprung auf den zweiten Tabellenplatz. Dennoch kann der letztjährige Tabellenzwölfte mit der aktuellen Situation wohl ganz gut leben, zumal man zur neuen Saison einige Abgänge verkraften musste. Doch der Kader wurde wieder auf Vordermann gebracht. Der bekannteste Neue ist dabei wohl Sebastian Fries, der in der vergangenen Spielzeit noch für den Stadtrivalen, die zweite Mannschaft der Würzburger Kickers, auf Torejagd ging (13 Treffer in 31 Spielen). Auf ihn wird die FC-Defensive ein Auge haben - das andere schielt währenddessen schon etwas besorgt auf die Tabelle. Man fühlt sich ein bisschen an den VfL Frohnlach in der Vorsaison erinnert, der mit 13 Punkten nach 34 Spielen am Ende sang- und klanglos in die Landesliga abstieg. Auch wenn der Vergleich natürlich etwas verfrüht sein mag, aber zum gleichen Zeitpunkt der Vorsaison - also nach zehn Spieltagen - hatte Frohnlach einen Punkt mehr auf dem Konto als der FC Amberg jetzt.

"Wenn man es hochrechnet, kommt nichts raus, was den Klassenerhalt berechtigen würde", weiß auch FC-Trainer Lutz Ernemann, der aber keinerlei Anzeichen von Resignation ausstrahlt. "Wir kassieren meistens nur knappe Niederlagen. Wenn wir es schaffen, diese kleinen Fehler zu vermeiden, wird es irgendwann auch auf unsere Seite fallen. Darauf hoffen wir. Wir werden versuchen, das Unmögliche möglich zu machen."

Gegen den Würzburger FV werden einige Akteure aber nicht mithelfen können. Die Langzeitverletzten Johannes Ritter (Knieverletzung) und Nico Herrndobler (Verdacht auf Muskelverklebung, derzeit in Behandlung bei Spezialisten) fallen ebenso aus wie Michael Dietl, der sich wohl schwerer im Adduktorenbereich verletzt hat und längerfristig auszufallen droht. Auch Jan Fischer konnte diese Woche wegen anhaltender Schmerzen nicht trainieren, steht aber wohl zur Verfügung. Nicht nur deshalb wäre der ein oder andere Neuzugang sicher ganz hilfreich gewesen. Daraus wurde aber nichts.

"Wir waren uns mit vier Spielern einig, aber es war am Ende nicht möglich. Vielleicht klappt es ja zur Winterpause", hofft Ernemann. Die sportliche Situation zu diesem Zeitpunkt wird da dann aber auch sicher eine gewisse Rolle spielen - denn zu einem abgeschlagenen Team wird man neue Akteure nur schwer locken können.

FC Amberg: Bleisteiner (1), Plößl (ETW), Gömmel (17), Helleder (4), Kühnlein (5), Kojic (3), Tischler (15), Fischer (2) (?), Haller (10), Keilholz (7), Schweiger (31), Schaar (19), Fruth (16), Popp (11), Schulik (9), Stellmach (21)

Wenn man es hochrechnet, kommt nichts raus, was den Klassenerhalt berechtigen würde.Lutz Ernemann, Trainer des FC Amberg
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