15.04.2018 - 11:58 Uhr
Oberpfalz

FC Amberg verliert Kellerduell gegen Erlenbach Die Bayernliga ist abgehakt

Es war wohl die letzte Chance für den FC Amberg, diese Partie gegen den Vorletzten SV Erlenbach - doch das Team von Lutz Ernemann nutzt sie nicht. "Wir müssen der Realität ins Auge sehen", sagt der Trainer nach dem Spiel.

9. Minute: Soeben ist der SV Erlenbach durch Nikolaos Koukalias aus stark abseitsverdächtiger Position in Führung gegangen. Die Proteste von Martin Popp und Torhüter Maximilian Bleisteiner (links) halfen nichts, Schiri Torsten Wenzlik gab den Treffer, weil die Fahne seines Assistenten an der Linie unten blieb. FC-Kapitän Jan Fischer (Mitte rechts) Jakob Hüttner (rechts) und Robin Wild (links vorne) sind restlos bedient. Bild: Ziegler
von Autor MIRProfil

1:4 (0:2) hieß es am Ende aus Sicht der Amberger, die damit bei noch sechs ausstehenden Partien sieben Punkte Rückstand auf einen Relegationsplatz haben. In der Partie gegen die Unterfranken fand sich auch Dennis Kramer in der Startelf - der stand zuletzt in der Saison 2012/13 in der Bayernliga für den FC auf dem Platz.

Lautstarker Protest

begann mutig und hatte durch Sebastian Schulik die erste Chance, der den Ball aber nur ans Außennetz setzte (5.). Nach rund zehn Minuten wurde es richtig laut - allerdings aus Protest: Denn da traf Philipp Traut aus stark abseitsverdächtiger Position nach einem Querpass in die Mitte zur Führung für die Gäste (9.).

Der FC zeigte sich davon erst einmal unbeeindruckt, kam allerdings in der gesamten ersten Hälfte kaum mehr zu Chancen. Die hatten die Gäste auch nicht unbedingt, zumindest keine herausgespielten - aber sie trafen eben zum 2:0. Konstantin Tschumak setzte sich gegen mehrere FC-Verteidiger durch und lupfte den Ball dann technisch hochwertig über Max Bleisteiner ins Tor (22.).

Unsichere Abwehr

Das sorgte beim FC dann doch für einen Anstieg der Unsicherheiten in der Defensive. Nicht nur bei diesem zweiten Treffer zeigte sich, dass die Abwehr notgedrungen stark umbesetzt war (ohne Daniel Gömmel und Fabian Helleder). Offensiv trat man immer wieder mal in Erscheinung, es fehlte nur eben der letzte Punch. Dem Amberger Schlussmann war es zu verdanken, dass die Partie nicht schon vor der Pause entschieden war, auch weil er in der 39. Minute stark gegen Stefan Kesovic hielt. Sein Gegenüber Christos Patsiouras war im ersten Abschnitt nur beim Distanzschuss von Konstantin Keilholz gefordert (43.), so dass es mit der 2:0-Führung für die Gäste in die Kabinen ging.

Folgenschwerer Fehler

Aus der kam der FC mit viel Elan. Sebastian Schulik hätte in zwei Situationen den Anschluss herstellen können, jedoch fehlte die letzte Genauigkeit (48./56.). In einer Phase, in der ein Anschlusstreffer wohl neue Kräfte freigesetzt hätte, unterlief dem eingewechselten Nick Sperlich aber ein folgenschwerer Ballverlust am eigenen Strafraum, Fulbert Amouzouvi passte in die Mitte, wo erneut Philipp Traut nur noch den Fuß hinhalten musste. Mit dem 0:3 (66.) war die Partie gelaufen - daran änderte auch der Anschluss von Sebastian Schulik per Kopf nach einer Flanke von Jan Fischer nichts mehr (74.).

Die Erkenntnis

Der vierte Gästetreffer des Tages von Stefan Kresovic (87.) hatte dann nur noch statistische Bedeutung. Der Zug Richtung Relegationsplatz scheint für den FC endgültig abgefahren, auch wenn in den kommenden Wochen noch weitere Kellerkinder wie Schweinfurt oder Weiden warten. Womöglich hat Lutz Ernemann recht: "Wir müssen uns neu orientieren und ein neues Fundament legen. Vielleicht geht das eine Etage tiefer einfacher."

Wenig Spaß

Dafür braucht es aber einen Kader, der in dieser Liga dann auch Land sieht. Mit der aktuellen Mannschaft hätte man - selbst bei einem Klassenerhalt, für den es schon ein mittelgroßes Fußballwunder bräuchte - aber auch in der kommenden Saison wohl nur wenig Spaß - egal in welcher Liga.FC Amberg: Bleisteine - Florek (33. Fruth), Fischer, Tischler, Hüttner - Wild (66. Ram), Keilholz, Popp, Spieß - Kramer (62. Sperlich), Schulik

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