21.07.2008 - 00:00 Uhr
Sport

FC Bayern gewinnt 11:1 gegen Fanclub-Auswahl - Mit Schweinsteiger und Podolski, aber ohne Toni: Traumstimmung beim Traumspiel

Strahlend, gut gelaunt, immerzu lächelnd: Jürgen Klinsmann präsentierte sich und den FC Bayern München, wie es für ein Traumspiel zu erwarten war. 13 800 Zuschauer in Amberg: Ausverkauft, eine Bombenstimmung - und die Zuschauer waren seelig.

11:1 und Jubel um die Bayern (hou) Das Traumspiel endete wie erwartet: Mit 11:1 besiegte der FC Bayern München eine Auswahl des FCB-Fanclubs Nabburg. Das Resultat spielte allerdings eine Nebenrolle. Wichtig war: Die 13 800 Zuschauer im Amberger FC-Stadion sahen (außer Miroslav Klose und Luca Toni) alle ihre Lieblinge. Nicht nur Lukas Podolski (unser Bild), auch Bastian Schweinsteiger, Lucio und Hamit Altintop waren mit von der Partie. (Seite 12/13) Bild: uax
von Reiner Fröhlich Kontakt Profil

Kurz nach dem Schlusspfiff von Schiedsrichter Eduard Beitinger (DJK Regensburg) stürmten einige tausend Bayern-Fans auf den Rasen des FC-Stadions, umringten die Stars - und die gaben bereitwillig Autogramme. "Das Traumspiel hat zurecht diesen Namen", sagte ein Freude strahlender Bernd Hofmann, Vorsitzender des Fanclubs Nabburg.

Auch wenn es im Vorfeld etliche Irritationen gegeben hatte: Mit welcher Aufstellung spielen die Bayern, wer kommt mit nach Amberg, sind die EM-Nationalspieler dabei? "Rund 80 Prozent der Leute, die von mir Karten wollten, haben gefragt: Sind Poldi und Schweini dabei?", erklärte Hofmann. Sie waren es - und die beiden sorgten für den größten Jubel auf den Rängen, als Stadionsprecher Markus Pleyer ihre Namen verkündete. Schon beim Aufwärmen sorgte Lukas Podolski mit ein paar Hackentricks für Stimmung. "Die Fans liegen uns sehr am Herzen", sagte Jürgen Klinsmann, "und deswegen haben wir sie mitgebracht."

Am Samstag in Nördlingen, bei der Einweihung des Gerd-Müller-Stadions (8:0 für die Bayern), waren Bastian Schweinsteiger und Podolski nicht dabei - Bayern-Manager Uli Hoeneß hatte die beiden im Pkw am Sonntag nach Amberg chauffiert.
Wer nicht in die Herzen der vorwiegend weiblichen Fans stürmte, das war Torschützenkönig Luca Toni. Von den Bayern groß angekündigt, glänzte der Weltmeister durch Abwesenheit: "Ich bin enttäuscht", sagte Toni-Fan Petra Lang aus Vilseck, die mit ihrer vierköpfigen Familie zum Traumspiel gekommen war.

"Wir wollten die Zuschauer in Nördlingen nicht enttäuschen", sagte Hoeneß, deswegen war zunächst von offizieller Bayernseite verkündet worden, in beiden Spielen - in Amberg und Nördlingen - würden die Nationalspieler fehlen. Das sorgte bei etlichen Fans im Vorfeld für Ärger - und bei Uli Hoeneß vor dem Spiel für eine noch intensivere Rötung seines Gesichts, als der Bayern-Manager vor dem Spiel mit Bernd Hofmann über die Aufstellung diskutierte.

Die Bayern-Aufstellung: In der ersten Halbzeit immerhin mit Michael Rensing im Tor, Daniel van Buyten, Lucio, Martin Demichelis, Marc van Bommel, Andreas Ottl, Christian Lell, Willy Sagnol, Talent Toni Kroos und Joseph Ngwenya, Deniz Yilmaz - eine Mannschaft, die die Fans begeisterte. Und auf eine Nabburger Auswahl stieß, die erstaunlich mithielt. "Das wäre eine Riesensache gewesen, wenn wir so in die Pause gegangen wären", meinte Torwart Stefan Wiederer beim 1:2-Zwischenstand euphorisch, doch dann klingelte es noch viermal in seinem Kasten. Aber auch im Tor von der Nummer eins des FC Bayern: Alexander Götz dribbelte Demichelis aus, umspielte Rensing und schoss flach ins Eck zum 1:2. "Nach so einem Spiel und so einem Tor sollte man eigentlich aufhören", sagte der 38-jährige Stürmer aus Oberviechtach.
Er machte dennoch weiter - bis die 90 Minuten vorüber waren, und bekam noch einiges zu sehen: einen wunderschönen Fallrückzieher von Bayerns Gastspieler Joseph Ngwenya (27, aus Simbabwe) à la Klaus Fischer, der nur knapp am Fanclub-Gehäuse vorbeistrich. Oder: Wie Nabburgs Torwart Roland Frischholz einen Elfmeter von Bastian Schweinsteiger parierte. Und das 10:1 durch den argentinischen Nationalspieler Martin Demichelis, wie er aus der Abwehr heraus einen Alleingang vollendete - die Fans auf den Tribünen schnalzten mit der Zunge, wedelten mit den Fahnen.

"Wahnsinn, super, einwandfrei", schwärmte Klaus Rösel vom Fanclub Alfeld, der von der Organisation, vom Ablauf, vom gesamten "Drumherum" völlig begeistert war - ein Traumspiel eben.

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