Fußball: Adolf Binner ist seit 43 Jahren Schiedsrichter
Den Schiri mit dem Auto verfolgt

Schiedsrichter Adolf Binner vom SV Raigering inmitten des Geschehens. Bild: Ziegler
Sport
Amberg in der Oberpfalz
23.03.2018
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Vor vielen Jahren, als die A-Klasse noch C-Klasse hieß, hatte einer an der Pfeife das Sagen auf dem Fußballplatz, der heute noch als Schiedsrichter für Ordnung sorgt: Vor 43 Jahren absolvierte Adolf Binner (76) vom SV Raigering die Schiri-Prüfung. Und er weiß die eine oder andere Anekdote.

"Trotz der einen oder anderen Nicklichkeit möchte ich das Schiri-Dasein nicht vermissen", schlägt der pensionierte Justizvollzugsbeamte eine Kerbe für die "schwarze Zunft". Über 2500 Partien hat Binner bisher geleitet, und nur etwa zehn Mal musste er die rote Karte zucken, denn manche Probleme auf dem Sportgelände kann der Unparteiische auch durch ein paar passende Worte entschärfen.

Klangvolle Namen

Nach Ludwig Schreml vom SC Eschenbach (Gruppe Weiden), ist Binner der älteste aktive Schiedsrichter im Fußballkreis Amberg/Weiden. Aber auch Karl Vollmer oder Karl-Heinz Grollmisch sind seit vielen Jahren als Referees im Einsatz und klangvolle Namen erinnern an die Zeit, in der Adolf Binner seine ersten Gehversuche als Schiri machte: Ludwig Donhauser, Hans Strehl oder Rudi Maskos, Fritz Brodmerkel oder Willi Schmal, um nur einige zu nennen.

Zuschauer griff ein

An sein allererstes Spiel kann sich Binner noch gut erinnern. Es war zwar keine C-Klassenpartie, sondern ein A-Jugendspiel, aber die ungewöhnliche Tatsache, dass ein Zuschauer eingriff, um einen Torerfolg des Nachwuchses der DJK Amberg zu verhindern, hat sich eingeprägt. 1975 erfolgte das erste C-Klassenspiel, ein Spitzenspiel im nördlichen Landkreis zwischen dem Tabellenführer und seinem engsten Verfolger. Viele, viele Zuschauer umsäumten das Sportgelände, der Gast gewann ein heißes Match durch einen Elfmeter und die Hausherren zeigten sich "not amused" und verfolgten den Referee Adolf Binner sogar auf dem Nachhauseweg eine Zeitlang mit dem Auto.

Auch manche Spielleiter haben sich beim "Panduren" eingeprägt, denn eine Winterpause im heutigen Sinn und Umfang kannte der Fußball so nicht, und wenn ein Referee ein Spiel aufgrund der Platzverhältnisse absagen musste, sind dem Schiri der eine oder andere Spielleiter ganz schön auf die Pelle gerückt, erinnert sich Binner.

Ein paar Wilde gibt's immer

Vieles hat sich in diesen gut vier Jahrzehnten in der A-Klasse geändert, am wenigsten aber im Bereich der Fairness, der "grundsätzlich passt, aber a paar Wilde hast früher wie heute immer schon dabei gehabt", so der erfahrene Sportler. Anders sei es bei den Zuschauern, denn da habe das Interesse abgenommen. Auch wenn gerade Derbys nach wie vor attraktiv sind und beispielsweise beim Spiel TSV Klardorf gegen den SC Weinberg 300 Fans das Sportgelände säumten, seien es heute im Regelfall oft nur einige wenige, die ihrer Mannschaft als Fan beistehen.

Die Zahl der Mannschaften habe sich schon recht deutlich verringert, und das nicht nur im Nachwuchsbereich, so Binner, und wenn Funktionäre gesucht und gefunden werden sollen, müssen die Vereine schon sehr lange auf die Suche gehen, um vielleicht Erfolg zu haben. Das gesellschaftlich so wichtige Ehrenamt habe klar an Wert verloren. Abgenommen haben auch die Zahl der aktiven Spieler, denn in der Zeit der Individualisierung wollen sich manche junge Fußballer nicht mehr zweimal in der Woche für das Training und einmal für das Spiel festlegen, sondern lieber nach eigenem Gusto die Freizeit gestalten und ein Fitnessstudio erscheint dem einen oder anderen jungen Mann attraktiver als das Teamerlebnis Fußball.

"Vergangene Saison habe ich auf das Spielende einer zweiten Mannschaft gewartet, weil die Erste nur mit acht A-Klassenspielern angereist war und die Truppe inklusive Ersatzleute mit der Reserve, die gerade eben erst gespielt hatte, aufgefüllt wurde, um dann auch mit der Ersten ins Punkterennen zu gehen."

Ein Abwärtstrend ist jedenfalls auch im A-Klassenfußball spürbar, und ob man ihn aufhalten kann, bezweifelt das sportliche Aushängeschild des SV Raigering.

A-Klasse Nord

Nachholspiele

M-Poppenricht - Kaltenbrunn So. 15 Uhr

Sorghof II - SGS Amberg So. 15 Uhr

Loderhof - Freihung So. 15 Uhr

ESV Amberg - U.Poppenricht So. 15 Uhr



1. SG Ursulapoppenricht 13 57:8 37

2. SGS Amberg 15 57:31 36



3. FSV Gärbershof 15 35:12 33

4. DJK Ammerthal II 15 51:22 28

5. FC Freihung 14 24:16 26

6. SV Sorghof II 15 20:27 22

7. SV Michaelpoppenricht 15 32:27 21

8. FC Kaltenbrunn 14 30:38 20

9. ESV Amberg 14 20:20 18

10. SVL Traßlberg II 16 26:58 15

11. Concordia Hütten 16 24:57 10

12. SV Loderhof/Sulzbach 15 24:42 8



13. DJK Amberg 15 13:55 4

A-Klasse Süd

Nachholspiele

Auerbach II - Haselmühl II So. 13.15 Uhr

Edelsfeld II - Rieden II So. 13.15 Uhr

Etzenricht II - Schmidmühlen II So. 13.15 Uhr

Vilseck II - Paulsdorf II So. 13.15 Uhr

Freudenberg II - Rosenberg II So. 13.15 Uhr



1. TuS Rosenberg II 16 40:21 33

2. FV Vilseck II 15 35:25 28



3. SSV Paulsdorf II 15 41:20 27

4. SG Rieden II 15 26:19 26

5. SG SV Etzenricht II 15 39:22 25

6. SV 08 Auerbach II 14 29:18 25

7. SV Freudenberg II 14 25:25 24

8. SG Ensdorf II 16 28:34 21

9. SG Gebenbach II 16 36:33 20

10. SV Inter Amberg II 16 21:43 18

11. SV Schmidmühlen II 15 23:28 17

12. ASV Haselmühl II 16 23:30 13



13. Germania Amberg II 15 18:39 12

14. FC Edelsfeld II 16 13:40 7
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