Handball Bezirksoberliga
„Hätte auch schiefgehen können“

Der bullige Erlanger Torhüter Lukas Hückel (vorne) musste den Ball insgesamt 33 Mal aus dem Netz holen. Bild: Ziegler
Sport
Amberg in der Oberpfalz
05.12.2016
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Auch am achten Spieltag der Handball-Bezirksoberliga Ostbayern gibt es wieder überraschende Ergebnisse, und das Zwölferfeld rückt noch enger zusammen. Das Spiel der HG Amberg gegen die HSG Erlangen/Niederlindach passt perfekt ins Gesamtbild.

Denn die Begegnung hätte auch durchaus anders ausgehen können als mit einem 33:29-Erfolg (13:13) der Vilsstädter. Bereits die Ansetzung versprach eine interessante Partie, denn beide Teams standen im Saisonverlauf für starke Offensivreihen. Die 22:28-Pleite in Winkelhaid hatte Amberg den Status des angriffsstärksten Teams der Oberliga gekostet und der Mannschaft von Trainer Roland Schmid schien das Spiel noch in den Knochen zu stecken.

Zumindest trafen die Hausherren zu Beginn viele falsche Entscheidungen und die Gäste aus Mittelfranken wirkten sehr entschlossen. Erlangen/Niederlindach legte eine hohe Qualität im Abschluss an den Abend und war auch bei den Abprallern wacher. Die HG war ihrerseits aus der Distanz zu ungefährlich und zudem wurden auch je zwei Hochkaräter aus der Nahwurfzone und Konterchancen vergeben. Die HSG zog so auf 11:6 davon und hätte vielleicht sogar für eine frühe Vorentscheidung herbeiführen können, doch ein Strafwurf und ein Gegenstoß verfehlten das Gehäuse von Martin Feldbauer.

Der HG-Keeper war in der Schlussphase des ersten Durchgangs mit Paraden und Konterpässen ein entscheidender Faktor dafür, dass seine Farben die Partie drehten und kurz vor dem Seitenwechsel mit 13:12 in Führung gehen konnten. Nach dem 13:13-Halbzeitstand legten die Amberger mit einem verwandelten Kempa-Trick von Basti Schaller und einem Doppelschlag des starken Tim Schräder innerhalb von zwei Minuten und sechs Sekunden nach und führten mit 16:13.

Der Gästetrainer entschied sich für ungewöhnlich eine frühe Auszeit, um sein Team neu einzustellen. Die HG agierte nach Wiederanpfiff jedoch viel entschlossener und hatte sich nun wesentlich besser auf den HSG-Keeper eingestellt, der fortan kaum mehr eine Hand an den Ball brachte. Auch in Unterzahlsituationen trafen die Vilsstädter nun die richtigen Entscheidungen und insgesamt auch fast immer ins Tor. Im HG-Kasten stand mittlerweile Stefan Beyer, der eine Reihe von Glanztaten zeigte und so zu einem der Väter des späteren Erfolgs wurde. Amberg enteilte auf 32:24, doch die Gäste gaben sich noch nicht geschlagen. Eine offensive Deckung und der siebte Feldspieler im Angriff brachten Erlangen/Niederlindach auf drei Treffer heran, doch die Zeit reichte nicht mehr zu etwas Zählbarem.

Denn passend zu ihren Leistungen, war es dem überragenden Schräder dann nach einer weiteren Beyer-Parade vorbehalten, für den 33:29-Endstand zu sorgen. HG-Trainer Roland Schmid war mit dem Sieg, aber gerade mit der Leistung seines Teams im ersten Durchgang nicht zufrieden: "Das hätte auch schiefgehen können, aber die Mannschaft hat bewiesen, dass sie sich auch aus solchen Situationen herauskämpfen kann. Entscheidend war heute die Tiefe unseres Kaders, der mir die Möglichkeit gab, die Spieler einzusetzen, die für die Entscheidung zu unseren Gunsten gesorgt haben."

Durch den Sieg verteidigte der Aufsteiger Rang vier und hat am kommenden Sonntag beim Landesliga-Absteiger Neutraubling die Hoffnung, weitere Punkte für den Klassenerhalt sammeln zu können.

HG Amberg: Tor: Feldbauer, Beyer; Feld: Schräder 8, Oursin 5, Schaller, Strasser je 4, Pürckhauer, Termer je 3, Streber 3/1, Klee 2, Turner 1, Nachtman, Niec.

Die Mannschaft hat bewiesen, dass sie sich auch aus solchen Situationen herauskämpfen kann.Roland Schmid, Trainer der HG Amberg
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