23.07.2017 - 21:00 Uhr
Sport

Katrin Fehm triumphiert bei Europameisterschaft - Silber für Corinna Schwab Weltrekord und Goldmedaille

Was für ein Auftritt in Italien: Katrin Fehm läuft bei der U20-Europameisterschaft mit der 4x100-Meter-Staffel Weltrekord in 43,27 Sekunden - Gold für das deutsche Team. Zuvor gewinnt Fehm über die 200 Meter bereits die Bronzemedaille. Und Corinna Schwab vom TV Amberg trumpft mit Silber in der 4x400-Meter-Staffel auf.

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Groseto/Amberg. Katrin Fehm, Keshia Kwadwo, Sophia Junk und Jennifer Montag haben bei den U20-Europameisterschaften in Grosseto im Vorlauf einen neuen U20-Weltrekord über 4x100 Meter aufgestellt. In 43,27 Sekunden waren sie so schnell wie vor ihnen keine Nachwuchs-Staffel der Welt. Die Nachricht machte im Stadio Olimpico Carlo Zecchini von Grosseto erst langsam die Runde: 43,27 Sekunden. Wo lag der bisherige der U20-Weltrekord? Bis zu diesem Sonntag bei 43,29 Sekunden, gerannt 2006 von der Sprintstaffel der USA. Erst 15 Minuten nach dem Rennen verkündeten die Stadionsprecher die Nachricht. Da waren Katrin Fehm (ESV Amberg), Keshia Kwadwo (TV Wattenscheid 01), Sophia Junk (LG Rhein-Wied) und Jennifer Montag (TSV Bayer 04 Leverkusen) schon längst wieder auf dem Aufwärmplatz verschwunden. Erst dort erfuhren sie selbst von ihrem Vorlauf-Coup. "Erst hieß es, wir sind Europarekord gelaufen. Dann hat jemand die Zeit vom Weltrekord gegoogelt", berichtete Keshia Kwadwo später.

Gold im Finale: Das gelang in 43,44 Sekunden. Damit legte das Quartett nur rund eine Stunde nach dem Vorlauf die nächste glänzende Zeit auf die Bahn, auch wenn der letzte Wechsel nicht optimal war.

Silber im Finale: Vanessa Aniteye (Hamburger SV), Meike Gerlach (TV Gladbeck), Alica Schmidt (MTV 1881 Ingolstadt) und Corinna Schwab (TV Amberg) liefen in 3:33,08 Minuten über die 4x400 Meter auf den zweiten Platz. Corinna Schwab absolvierte als Schlussläuferin bereits ihr viertes 400-Meter-Rennen der Titelkämpfe. Und sie hatte noch Kraft für einen Schlussspurt. Die ersten 300 Meter absolvierte sie in Lauerstellung als Dritte, dann zog sie noch an den Britinnen (3:33,68) vorbei, vorne ging Gold an die Ukraine (3:32,82), die so schnell unterwegs war wie in diesem Jahr weltweit noch keine U20-Staffel. "Das Publikum hat mich getragen", erklärte Corinna Schwab ihr Geheimnis für den Kraftakt.

Über die 200 Meter hatte Katrin Fehm sich am Vortag die Bronzemedaille ersprintet. Vorne weg lief wie erwartet die Britin Maya Bruney, die in 23,04 Sekunden noch einmal ihre eigene europäische U20-Jahresbestleistung steigerte. Doch dahinter wurde es eng. "Ich habe versucht, auf den ersten 100 Metern voll zu ballern - aber irgendwie klappt das in der Kurve nicht so", sagte Katrin Fehm. "Ich habe auf die Französin Estelle Raffai geachtet. Und als die zurückgefallen ist, dachte ich mir: Los, jetzt mach's!" Sophia Junk holte in 23,45 die Silbermedaille, Fehm in 23,49 Sekunden den Bronzerang.

Sensationelle Viertplatzierte in einem schnellen 400-Meter-Finale war Corinna Schwab am Vortag. Sie verbesserte ihre persönliche Bestleistung von 53,55 Sekunden auf 53,09 Sekunden. In 53,09 Sekunden rannte die 18-Jährige, die sogar noch ein Jahr in der U20 vor sich hat, vor bis auf Rang vier. Favoritin Anastasiya Bryzhina (Ukraine) dominierte in 52,01 Sekunden. Dahinter kamen die Rumänin Andrea Milkos (52,31) und die Britin Hannah Williams (52,55) auf die weiteren Podiumsplätze.

Ich habe versucht, auf den ersten 100 Metern voll zu ballern - aber irgendwie klappt das in der Kurve nicht so.Katrin Fehm

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