22.04.2018 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Kreisliga Süd: Schlusslicht gewinnt, Spitzenreiter verliert Königstein rupft Hahnenkamm-Elf

Spieltag der überraschenden Ergebnisse in der Fußball-Kreisliga Süd: Schlusslicht Eslarn besiegt Haselmühl, Spitzenreiter Paulsdorf verliert in Schmidmühlen. Der FV Vilseck erweist sich im Verfolgerduell in Rieden als brutal effektiv und Germania Amberg kassiert eine schmerzhafte "Kirwa-Watschn". Schmerzhaft war für Edelsfeld auch das Derby gegen Königstein.

Viermal jubelten die Spieler des TSV Königstein (rote Trikots) am Sonntag im Nachbarderby in Edelsfeld. Bild: Ziegler
von Christian Frühwirth Kontakt Profil

Vor 550 Zuschauern verlor die Hahnenkamm-Elf mit 1:4 und bleibt auf Abstiegsplatz 13. Jetzt nur noch zwei Punkte vor dem TSV Eslarn, der neue Hoffnung schöpft. Der Vorsprung des Tabellenführers SSV Paulsdorf beträgt lediglich noch einen Zähler auf den SC Luhe-Wildenau, sechs sind es auf die beiden verbliebenen Verfolger TuS Rosenberg und FV Vilseck.

DJK Utzenhofen 1:3 (1:2) SC Luhe-Wildenau

Tore: 1:0 (16.) Stefan Fromm, 1:1 (33.) Sebastian Urban, 1:2 (35.) Nico Argauer, 1:3 (71.) Ludwig Tannhäuser - SR: Heiko Trost (TSV Buch Nürnberg) - Zuschauer: 95 - Gelb-Rot: (90.+1) Markus Graf (DJK)

(aun) In der kampfbetonten Partie taten sich beide Teams zunächst schwer gegen sehr aufmerksame Defensivreihen. Ein Volleyschuss an die Latte in der 15. Minute bedeutete erstmals Gefahr für das Gästetor. Eine Unaufmerksamkeit des SC im Strafraum nutzte Stefan Fromm zur 1:0-Führung. In der 33. Minute schoss Sebastian Urban aus 30 Metern genau ins rechte obere Toreck zum 1:1. Die Gastgeber hatten den Ausgleich noch nicht weggesteckt, da stand es nach einem Treffer von Nico Argauer bereits 1:2. Nach der Pause erhöhte Utzenhofen den Druck und hatte vier gute Möglichkeiten zum Ausgleich. In diese Drangperiode der Hausherren fiel dann überraschend das 1:3. In der 71. Minute nutzte Ludwig Tannhäuser einen Leichtsinnsfehler von Markus Ludwig aus. Der lange verletzte Stammtorhüter war in der 56. Minute eingewechselt worden und gab nach einer über einjährigen Pause sein Comeback. In der Schlussphase hatten beide Mannschaften noch Möglichkeiten.

Germania Amberg 0:6 (0:2) TuS Rosenberg

Tore: 0:1 (4.) Maximilian Eckert, 0:2/0:3 (11./51.) Pascal Behringer, 0:4 (60.) Stefan Luber, 0:5 (78.) Patrick Wölfel, 0:6 (83.) Maximilian Glöckner - SR: Alexander Nistschuk (SVK Beiertheim) - Zuschauer: 100

(tne) Eine deftige, aber auch in der Höhe vollkommen verdiente Klatsche kassierte der SC Germania Amberg im Kirwaspiel gegen den TuS Rosenberg. Bereits in der 4. Minute gingen die Gäste in Führung, als Maximilian Eckert mit einem Schuss in die kurze Ecke erfolgreich war. Germanen-Schlussmann Andreas Appel machte dabei keine gute Figur. Nur etwas mehr als fünf Minuten später baute der TuS seine Führung aus, als Pascal Behringer einen Freistoß in den Torwinkel verlängerte. Die Germanen waren im ersten Durchgang zwar bemüht, Gästeschlussmann Maximilian Kleiner musste aber nur einmal bei einem Schuss von Julian Weigel eingreifen. Im zweiten Durchgang fielen die Hausherren dann regelrecht auseinander. Zunächst erhöhte wieder Pascal Behringer nach einer Kombination durch das Mittelfeld frei vor Appel auf 0:3. Nur kurze Zeit später versenkte Stefan Luber unbedrängt einen Eckstoß in den Maschen. Die Germanen dagegen hatten keine einzige Torchance im zweiten Durchgang zu verzeichnen. Knapp zehn Minuten vor dem Ende erzielte Patrick Wölfel nach einem Fehler von Appel das 0:5, ehe Maximilian Glöckner fünf Minuten vor dem Ende unbehelligt zum Endstand einschießen konnte.

TSV Eslarn 2:1 (2:0) ASV Haselmühl

Tore: 1:0 (10.) Sebastian Lindner, 2:0 (28.) Christian Ach, 2:1 (51.) Andreas Hammerl - SR: Stefan Nörl - Zuschauer: 105 - Gelb-Rot: (83.) Hermann Dierl (TSV)

Der TSV Eslarn lebt! Das Schlusslicht war im ersten Durchgang die wachere, bissigere und bessere Mannschaft: Schon nach zehn Minuten staubte Lindner zum 1:0 ab, nachdem der Gästetorwart einen Eckball nicht abwehren konnte. Von da an spielte sich die Begegnung vor allem im Mittelfeld ab. Haselmühl gelang es nicht, mit hohen Bällen als Mittel der Wahl hinter die Eslarner Abwehr zu kommen. In der 28. Minute ließ Bäumler einen ins Zentrum gespielten Ball direkt auf Ach durchtropfen, dieser umdribbelte den Torwart und schob zum 2:0 ein. Die zweite Hälfte war von einer härteren Gangart geprägt. Insgesamt musste der Schiedsrichter zwölf Gelbe und eine Gelb-Rote Karte verteilen. Der ASV bestrafte die schläfrig aus den Kabinen gekommenen Eslarner in der 51. Minute mit dem Anschlusstreffer. In der 67. Minute hatte Haselmühl die große Chance zum Ausgleich, konnte trotz wilden Durcheinanders in der TSV-Hintermannschaft den Ball aber nicht im Tor unterbringen.

FC Edelsfeld 1:4 (1:3) TSV Königstein

Tore: 0:1 (15.) Benedikt Ertl, 0:2 (27.) Stefan Pirner, 0:3 (40.) Tobias Weber, 1:3 (44.) Jan Wolf, 1:4 (56.) Benedikt Ertl - SR: Dieter Brückner (Velden) - Zuschauer: 550

(mam) Mit einem verdienten Sieg im Derby entführte der TSV Königstein drei Punkte vom Hahnenkamm. Die Gäste legten vor der imposanten Kulisse gleich mächtig los und stellten den FCE vor teils große Probleme. Die Platzherren waren zu weit weg vom Gegner und machten es dem TSV auch nicht allzu schwer. Im Mittelfeld bekamen die Königsteiner viel Freiraum und konnten oft nach Belieben schalten und walten und ihre schnellen und druckvollen Stürmer einsetzen. Hinzu kam ein teils pomadiges Abwehrverhalten der Edelsfelder in einigen Situation. So geriet man schnell deutlich in Rückstand. Erst legte Spielgestalter Scheidler für Ertl auf, dann war nach einer Ecke Pirner allein am langen Pfosten zur Stelle und Weber erhielt beim 0:3 freies Geleit. Hoffnung keimte bei den Einheimischen kurz vor dem Pausenpfiff auf, als Wolf der Anschlusstreffer gelang. Kurz nach Wiederbeginn vergab Ströhl nach guter Vorarbeit von Schöner eine dicke Möglichkeit und damit die Chance auf eine Wende. Als bald darauf der quirlige Ertl das 1:4 markierte und Ströhl kurz darauf nur an die Latte köpfte, schwanden die Hoffnungen der FCE-Anhänger. Die Gäste verwalteten die Führung und der FC Edelsfeld war in dieser Phase zwar bemüht, konnte aber keine entscheidenden Akzente mehr setzen. So machte sich beim FCE mehr und mehr Resignation breit, denn am Sieg des TSV Königstein war nicht mehr zu rütteln.

SV 08 Auerbach 2:1 (1:1) SV Freudenberg

Tore: 0:1 (8.) Johannes Dotzler, 1:1 (22.) Timo Hausner, 2:1 (78.) Matthias Förster - SR: Patrick Rossow (Bayreuth) - Zuschauer: 110 - Besonderes Vorkommnis: (39.) Matthias Förster (Auerbach) scheitert mit Foulelfmeter an Torhüter Patrick Meiler

(sht) Die Gastgeber präsentierten sich vom Anstoß weg druckvoll und hatten durch Engelhardt und Ficker in den Anfangsminuten zwei gute Möglichkeiten. Wie eine kalte Dusche wirkte in der 8. Minute das 0:1. Dotzler nutzte einen Freistoß aus 20 Metern und zirkelte den Ball an der Mauer vorbei ins kurze Eck. Die Gastgeber brauchten einige Minuten, um sich von diesem Rückstand zu erholen, schafften aber im dritten Abschlussversuch durch Hausner den 1:1-Ausgleich (22.). Die Hausherren blieben am Drücker. Nach Zuspiel auf Engelhardt wurde dieser im Strafraum umgerissen und der Schiedsrichter gab Elfmeter. Doch Förster scheiterte am besten Freudenberger, Torhüter Meiler. Nach der Pause konnte sich die Gastgeber ein Übergewicht erarbeiten, auch wenn die Gäste zumeist bei Standards immer gefährlich blieben. Im Strafraum des SVF wurden die Möglichkeiten aber zumeist überhastet vergeben. Bei einer Schussmöglichkeit der Gäste parierte Hutzler im Auerbacher Kasten glänzend und bewahrte seine Elf vor einem Rückstand. Bei einem bereits verloren geglaubten Ball setzte Friedl energisch nach, brachte ihn zurück in den Strafraum und Keil legte präzise quer auf Förster, der aus acht Metern das 2:1 erzielte. Kurz vor dem Schlusspfiff hätte die Gastgeber die Führung noch ausbauen können, doch es blieb beim knappen, aber verdienten Heimerfolg.

1. FC Rieden 0:5 (0:4) FV Vilseck

Tore: 0:1 (22.) Hermann Kohl, 0:2/0:3 (27./30.) Tobias Fink, 0:4 (40.) Stefan Liermann, 0:5 (60.) Tobias Fink - SR: Sebastian Ludwig (SpVgg Ziegetsdorf) - Zuschauer: 180

(riw) Kann man die ersten 20 Minuten noch als ausgeglichen betrachten, entschied Vilseck die Begegnung in den darauf folgenden zehn Minuten klar für sich. Den Anfang machte Hermann Kohl, der nach einer verunglückten Abwehraktion des FC vollstreckte. Die Verunsicherung der Riedener nutzte dann Daniel Lopez mit einem Schuss aus, den Patrik Hosch noch auf der Linie klären konnte. Den Abpraller nahm Tobias Fink aus zentraler Position am Strafraum auf und hämmerte den Ball trocken und humorlos unter die Latte. Ab da agierte Vilseck überlegen und kontrollierte in der Folge das Spiel. Das 0:3 und 0:4 waren jeweils Kopfballtreffer durch Tobias Fink und Stefan Liermann, bei der die FC-Abwehr nicht im Bilde war. Der Schlusspunkt in der 60. Minute war ein schön herausgespielter Treffer: Tobias Graßler steckte den Ball auf Tobias Fink durch, der Torwart Alexander Feigl wiederum keine Chance ließ. Rieden besaß nicht die Möglichkeiten, Vilseck ernsthaft in Bedrängnis zu bringen, der Gast hingegen war mit seinen Chancen brutal effektiv.

SV Schmidmühlen 2:1 (0:1) SSV Paulsdorf

Tore: 0:1 (26.) Tobias Scherm, 1:1/1:2 (47./49.) Youssef El Mankouchi - SR: Joachim Froschauer - Zuschauer: 150

(pop) Kampf, Emotionen, Tore und Taktik prägten ein sehenswertes Kreisligaspiel, in dem der Gastgeber am Ende die Nase vorne hatte. Schmidmühlen war von Anfang an ein ebenbürtiger Gegner und hatte in der 9. Minute die erste Großchance, als Roidl aus 16 Metern flach abzog und Gästetorhüter Michael Sander die letzten Zentimeter aus seinem Körper rausholen musste. Kalt erwischt wurde der SV dann in der 26. Minute. Nach einer Flanke aus dem Halbfeld stand der Top-Torjäger der Paulsdorfer, Tobias Scherm, rund acht Meter vor dem Tor frei und köpfte wuchtig und unhaltbar für Puchta ein. Bis zur Pause gab es dann einige Chancen auf beiden Seiten, aber es kam nichts Zählbares dabei heraus. Schmidmühlen kam dann aber fast überfallartig aus der Pause zurück. Und so war es Youssef El Mankouchi, der mit einem Doppelschlag binnen zwei Minuten plötzlich die Hausherren in Führung brachte. Danach wurde es ein packendes Spiel, dass die Zuschauer mitriss. Chancen gab es noch auf beiden Seiten.

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