16.02.2018 - 13:58 Uhr

Leichtathletik Katrin Fehm startet bei der deutschen Meisterschaft

Bei der bayerischen Meisterschaft in der Halle glänzt Katrin Fehm über die 60 m und 200 m. Jetzt steht für die Sprinterin vom ESV Amberg die deutsche Meisterschaft an - das wird eine andere Hausnummer. Denn sie startet seit diesem Jahr nicht mehr in der Jugend, sondern bei den Erwachsenen.

Katrin Fehm zeigte sich beim Sprintcup in Fürth vor kurzem schon in ausgezeichneter Form. Bild: Kiefner
von Reiner Fröhlich Kontakt Profil

Die Helmut-Körnig-Halle, das Leichtathletik-Zentrum Westfalens, gleich neben dem Fußballstadion von Borussia Dortmund, ist Schauplatz der deutschen Meisterschaften. 4500 Zuschauer fasst die Halle, und sie ist an beiden Tagen ausverkauft. Am Sonntag, 18. Februar startet Katrin Fehm über die 200 Meter.



60-Meter wegen Erkältung abgesagt

Am Samstag wollte die 19-Jährige eigentlich über die 60 Meter starten. Eine Erkältung hat die Teilnahme verhindert. "Ich hab mich gestern noch angesteckt", berichtet Katrin Fehm. "Es klingt aber schlimmer als es ist." Am 200-Meter-Start wolle sie aber "unbedingt festhalten". Die Chancen seien dort größer, deswegen liege der Fokus auf dieser Strecke. (uax)

Ein Interview mit der gebürtigen Hahnbacherin, die im April 20 Jahre alt wird.

In Amberg und Umgebung gibt es keine Hallen mit entsprechenden Bahnen. Wie trainieren Sie für diese Distanzen?

Katrin Fehm: Ich trainiere hauptsächlich in Amberg. Die Fahrerei nach Fürth in die Leichtathletikhalle, da habe ich nicht die Zeit dafür. Da geht mal schnell ein ganzer Tag drauf. Ich fahr vielleicht alle zwei Wochen mal nach Fürth.

Wo trainieren Sie in Amberg?

Draußen im Freien im FC-Stadion.

Klappt das bei diesen Wetterverhälnissen?

Wir müssen halt Spikes anziehen. Geräumt wird für uns nicht.

Ist das nicht völlig anders als in der Halle?

Natürlich. In der Halle haben wir eine 200-Meter-Rundbahn. Draußen eine 400-m-Rundbahn. In der Halle kommt noch die Kurvenneigung dazu. Das kann man draußen relativ schwer trainieren. Das ist für mich schon ungewohnt, die 200 Meter auf so einer schiefen Bahn zu laufen mit extrem engen Kurven. Da haben andere schon einen Vorteil.

Wie oft und wie lange trainieren Sie in der Woche?

Wenn's hoch kommt, schon fünfmal. So zwei Stunden.

Alles im Freien oder auch im Fitnessstudio?

Ab und an gehe ich ins Studio. Momentan nicht so oft. Während der Wettkampfphase knallt man nicht so viele Krafteinheiten rein, weil es die Muskulatur abschwächt. Einmal pro Woche bin ich im Kraftraum.

Sie sind ja quasi eine Senkrechtstarterin in der Leichathletikszene. Was hat sich gravierend für Sie geändert in den wenigen Jahren? Von der Jugend bis in den Frauenbereich?

Eigentlich nicht allzu viel. Es ist alles ein bisschen unrealistisch, wie meine Leichtathletikkarriere verlaufen ist. Wenn ich das jemanden erzähle, der viel Ahnung von Leichtathletik hat, der schüttelt immer nur den Kopf. Ich muss jetzt nur gucken, dass ich die Nerven behalte. Die Frauen sind schon eine ganze Ecke schneller. Mein Ziel ist, mich erstmal gut einzuordnen und den Sprung von der Jugend in die Erwachsenenklasse zu schaffen und nicht auf halber Strecke verloren zu gehen.

Vor drei Jahren waren Sie bei der U18-Weltmeisterschaft in Kolumbien. Da haben Sie Nutella beim Frühstück schwer vermisst. Gibt's das immer noch oder darf ein Leistungssportler das nicht essen?

Oh Gott, Nutella habe ich schon ewig nicht mehr gegessen. Bestimmt schon über ein Jahr nicht.

Dürfen Sie nicht?

Dürfen schon. Aber was da drin ist, ist nicht so gut für die Muskulatur. Ich habe schon viel dazu gelernt, was Ernährung angeht. Da achte ich schon sehr drauf. Ich merke einfach, dass gesunde und ausgewogene Ernährung total wichtig ist für den Leistungssport. Es ist einfach Grundlage, um Verletzungen vorzubeugen. Nutella-Frühstück habe ich durch Haferflocken oder Birchermüsli ersetzt.

Haben Sie einen Ernährungsberater?

Nein. Ich wäre ganz froh darüber, wenn ich mich mal mit einem zusammensetzen könnte. Meine Mama ist sportlich auch sehr aktiv und gibt viele Kurse. Sie ist auf vielen Schulungen und hat dadurch einen großen Durchblick. Meine Mama und ich arbeiten da gut zusammen.

Was gibt's an einem normalen Tag zum Essen?

Zum Frühstück Haferflocken, mittags einen Lachs und am Abend Salat. Die Wettkampfwoche steht an, da braucht der Körper viele Vitamine und Nährstoffe.

Wie sieht's mit Kohlenhydraten aus?

Ich esse viel davon. Der Speicher wird vor dem Wettkampf aufgefüllt. Man braucht als Sprinter schon die Kraft. Für uns gibt es "Low Carb" gar nicht. Kohlenhydrate sind essenziell, damit wir unsere Leistung abrufen können. Es gibt Nudeln und Fleisch, so was in der Richtung.

Machen Sie auch noch anderen Sport? Skifahren zum Beispiel?

Eigentlich ja. Snowboard und Ski fahre ich total gerne. Aber durch den Leistungssport kann ich es mir nicht erlauben. Weil ich ein richtig großer Tollpatsch bin. Wenn mir jemand sagt: "Kati, du brichst dir beim Skifahren nicht das Bein", dann brech' ich mir beide Beine. Deswegen lass ich solche Aktivitäten mal gut sein.

Wann sind sie das letzte Mal Ski gefahren?

Letztes Jahr, im Februar glaube ich. In Österreich. Seitdem nicht mehr.

Wer fährt alles mit zur deutschen Meisterschaft?

Dieses Mal nur meine Trainerin Ulrike Glück. Mal gucken, ob es ohne Fanclub auch klappt. Normalerweise ist meine ganze Familie dabei.

Warum in Dortmund nicht?

Krankheitsbedingt und von der Zeit her. Ich habe noch eine kleine Schwester, und die will auch noch was von ihren Ferien haben.

Wie sind die Aussichten bei Ihren Starts?

Über die 60 Meter wäre ich schon froh, wenn ich den Zwischenlauf erreiche, weil das einfach nicht meine Stärke ist. Mir geht es darum, ein bisschen Sicherheit zu gewinnen für die Bahn und die Atmosphäre. Die Halle ist komplett ausverkauft.

Bei der bayerischen Meisterschaft sind Sie die 200 Meter in 23,75 Sekunden gelaufen. Die zweitbeste Zeit der deutschen Rangliste. Sind Sie damit Favorit in Dortmund?

Nein, eigentlich nicht. Es sind noch zwei am Start mit Sonderstartrecht. Die sind normalerweise schneller als ich. Aber dadurch, dass die Hallen-WM in Birmingham noch ansteht, und die 200 Meter keine internationale Disziplin sind in der Halle, wird der Großteil der Sprinter auf die 60 Meter gehen. Da habe ich gute Chancen, mich bei den 200 m weiter vorne zu platzieren.

Zeitplan

Samstag, 17. Februar:
60 Meter: 15.05 Uhr Vorlauf, 16.45 Uhr Halbfinale, 18.10 Uhr Finale; 

Sonntag, 18. Februar
200 Meter: 13.20 Uhr Vorlauf, 15.40 Uhr Finale; 

Liveübertragung im Internet auf  www.leichtathletik.de

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