05.05.2017 - 13:40 Uhr
Sport

Rock'n'Roll-Club Amberg: Turnier in Rosenheim Quick Feet will abräumen

Mit Rock 'n' Roll verbinden manche rebellische Jahre, die erste Jeans und Chuck Berry. Die Mitglieder von "Quick Feet" denken dabei an hartes Training, Schweiß und Muskelkater.

von Marion Espach Kontakt Profil

Das kennt auch Antonia Schmid. Seit zehn Jahren tanzt sie in dem Amberger Rock-'n'-Roll-Club. Eine Zeit der Arbeit, aber auch des Erfolgs: Inzwischen gehört die 16-Jährige zur Deutschen Nationalmannschaft; mit ihrem Tanzpartner Julian hat sie schon viele Preise gewonnen. Am Samstag wollen sie sich beim Großen Preis von Deutschland in Rosenheim für die deutsche Meisterschaft qualifizieren.

Tanzen statt Schule

Für ihr Hobby macht Antonia viele Abstriche. Mit Freunden am Wochenende ausgehen? Unmöglich, wenn ein Turnier ansteht. "Es ist schwierig, Tanzen und Privatleben unter einen Hut zu bekommen", gibt die Gymnasiastin zu. Bei drei- bis viermal Training pro Woche bleibt nicht viel Zeit für anderes übrig. Steht ein Wettkampf an, erst recht nicht. "Aber meine Freunde verstehen das."

Zum Glück auch ihre Lehrer. "Bei wichtigen Turnieren fehle ich in der Schule schon mal eine Woche." Weltmeisterschaften in Russland, Slowenien oder Italien sind dann wichtiger als Unterricht. "Solange ich den Stoff nachhole, ist das in Ordnung."

Zuerst hat Antonia allein getanzt, dann lernte sie Julian kennen. "Ich habe bei einem Wettbewerb einen Aufruf gestartet, dass ich einen Partner suche", erinnert sie sich. Beim ersten Probetraining haben sie sofort gemerkt: Das passt zwischen ihnen. Muss es auch, denn harmonieren zwei Tänzer nicht, haben sie es bei Wettkämpfen schwer. Der Jury ist wichtig, wie sie auf die Zuschauer wirken. "Der Funke muss zwischen Paar und Publikum überspringen", erklärt Quick-Feet-Trainer Marco Gundlach.

Als Bewertungs-Richter weiß er, worauf es ankommt. Er treibt den Schülern deshalb immer den letzten Schweißtropfen heraus. "Jeder Schritt muss sitzen. Das ist genauso wichtig wie Ausstrahlung", betont der Trainer. Tänzer brauchen akrobatisches Können, Gespür für Musik, Ausdauer und immer ein Lächeln im Gesicht - egal wie anstrengend es ist.

Gundlach bewundert seine Schüler für ihre Disziplin. "Vor allem, weil sie noch so jung sind." Doch der Ehrgeiz hat sich gelohnt: Seit Anfang des Jahres gehört Quick Feet deutschlandweit zu den besten Rock'-n-'Roll-Vereinen. "Das bestätigt uns in dem, was wir tun", sagt Vereinsvorsitzende Sarah Dehling stolz.

Von Musik führen lassen

Bodenständiger, aber genauso schwungvoll geht es bei der Boogie-Woogie-Gruppe zu. Anders als die Rock 'n' Roller müssen sich Boogie-Tänzer an keine Choreographie halten. "Wir passen unsere Schritte der Musik an", erklärt Trainerin Birgit Hofmann. Boogie-Woogie ist außerdem "emanzipierter" als Rock 'n' Roll: Hier führt nicht nur der Mann, sondern auch die Frau.

Wer sich für Boogie-Woogie oder Rock 'n' Roll interessiert, kann sich unter www.quick-feet.de für ein Probetraining anmelden.

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