03.05.2004 - 00:00 Uhr
Sport

Trotz gutem Landesliga-Spiel: FC Amberg nur 2:2 gegen Zirndorf - 2:0 bis zur 83. Minute geführt Der kleinste Fehler wird bestraft

Sie schlichen wie benommen vom nassen Rasen und niemand konnte es so richtig fassen: Ein an sich recht gutes Spiel endete verheerend. Binnen sechs Minuten ließ sich der FC Amberg vor 350 Besuchern in einer brisanten Schlussphase die drei so überlebensnotwendigen Zähler wegnehmen.

von Autor HOUProfil

Ein Spiel, das nach Seidels verwandeltem Elfmeter (Foul Koc an Rudert) zum 2:0 neun Minuten vor dem Ende entschieden schien. Noch dazu bekam Ilker Caliskan eine Minute später (Foul an Norbert Braun) per Roter Karte den vorzeitigen Marschbefehl unter die Dusche. Danach kam gegen die alles auf die berühmte eine Karte setzenden Zirndorfer, was nie hätte kommen dürfen - eine massive Anhäufung von persönlichen Fehlern. Erst ließen die Amberger ASV-Libero Maik Riemel ungestört zu einem unhaltbaren Flachschuss ins rechte Eck zum 1:2 ansetzen. Dann probierte es Helmut Paulus auf eigene Faust, statt den völlig freistehenden Michael Rudert zu bedienen. Um damit den Sack zu zu machen, wie es immer so treffend heißt.

Zwei Minuten vor dem Ende berechneten Markus Weizer und Hermann Vogl den Ball falsch und nötigten Torhüter Matthias Götz zu einem harten Einsteigen gegen Bilgic. Den Elfmeter verwandelte Maik Riemel 60 Sekunden vor dem Ende zum 2:2. Da spielte es gar keine Rolle mehr, dass Michael Rudert Sekunden vor dem Abpfiff per Kopfball das Tor verfehlte.

Irgendwo zwischen unglaublich und nicht zu fassen, zwischen gut und vermurkst schwankte dann das mittlerweile auf halbmast stehende Gefühlsbarometer. Und wieder einmal erwies sich der FC Amberg gegenüber Mannschaften, die nicht zur Spitze der Liga, gehören als Wohlfahrtsunternehmen. Nach dem sportlichen Super-Gau räumte ASV-Trainer Bertsos ein: "Das Spiel war nach dem 2:0 und dem Platzverweis eigentlich zu Ende, dann wurde unsere Risikobereitschaft doch noch belohnt, wir haben Harakiri gespielt, entweder gewinnt Amberg noch 5:0 oder wir holen einen Punkt, mit sehr viel Glück haben wir das geschafft".

FC-Vorsitzender Werner Aichner zeigte sich "fassungslos" und nannte es "unverzeihlich, dass wir die Punkte noch hergeschenkt haben in unserer misslichen Lage." Und FC-Trainer Thomas Roth musste bitter bilanzieren: "Nach dem 2:0 war an sich alles klar, aber dann hat alles zusammengepasst, Unstimmigkeit in der Abwehr, der Elfmeter. Bei uns wird derzeit der kleinste Fehler bestraft, wir haben es früher versäumt die Punkte zu holen.

Wenn sie früher immer so gespielt hätten, dann wären sie jetzt nicht da hinten drin - meinten die Fans - da hatten sie recht.

Dreh- und Angelpunkt im Amberger Spiel war im Mittelfeld Uwe Seidel, für den Hermann Vogl auf den Libero-Posten gestellt wurde. Das führte zu einem überlegenem Mittelfeldspiel gegen betont defensiv eingestellte, aber technisch versiert und mit schnellem Flügelspiel ausgestattete Zirndorfer. Die sahen sich vor Seitenwechsel fast durchwegs in die Defensive gedrängt, etwas mehr Mut im Abschluss hätte den manchmal erkennbar verunsicherten Amberger nicht geschadet.

Ihre starre Abwehrhaltung gaben die "Roten" aus Zirndorf nach Seitenwechsel auf, erneut parierte Lösel gegen Liermann (58.) prächtig. Dann fand ein herrlicher Kopfball von David Kruppa auf Freistoß Uwe Seidel den Weg ins Tor. Es lief prächtig in Ambergs Reihen, als Uwe Seidel neun Minuten vor dem Ende auf 2:0 erhöhte.

Die letzten Minuten dieser Begegnung stürzten die Amberger in tiefe Niedergeschlagenheit. Gleichwohl liegen sie nicht in den letzten Zügen und sehen röcheln dem Abstieg entgegen. Thomas Roth will nicht aufgeben "so lange rechnerisch noch was möglich ist." Abteilungsleiter Aichner rief in Erinnerung, dass die Saison erst mit dem Schlusspfiff beendet sei - da ist nicht mehr lange hin.

FC Amberg: Götz, Weizer, Vogl, Liermann, Seidel (86. Paulus), Schmer (75. Braun), Kruppa, Meier, Rudert, Gräß, Schürer.

ASV Zirndorf: Lösel, Günaltay, Koc, Riemel, Schmaus (36. Ghebreigziabiher), Bachmann (65. Matisisc), Sokolowski, Bilgic, Sadikis, Caliskan, Gamvrelis.

Tore: 1:0 (59.) David Kruppa, 2:0 (81./ Foulelfmeter) Uwe Seidel, 2:1 (83.) Maik Riemel, 2:2 (89./Foulelfmeter) Maik Riemel.

Rote Karte: Ilker Kaliskan (82.). Schiedsrichter: Konrad Frank (TSV Haarbach).

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