24.09.2017 - 16:54 Uhr
Sport

Vor dem Derby gegen Ammerthal rollen Köpfe FC entlässt Gräf und Gromes

Es ist noch gar nicht so lange her, da gingen die Fußballer des FC Amberg in der vierthöchsten Liga auf Tore- und Punktejagd. Damals, im Juli 2015, entstand die Sportpark GmbH, die das Stadion am Schanzl vermarkten und zusätzliche Einnahmen generieren sollte. Nach dem Abstieg und dem freien Fall in der 5. Liga rollen nun Köpfe.

Dieses Foto stammt aus dem Juli 2015. FC-Boss Helmut Schweiger (vorne in der Mitte) und Eddy Breiter (links hinten), der Geschäftsführer der Sportpark GmbH, freuten sich über die Unterschrift von Wolfgang Gräf (vorne links). Der mittlerweile entlassene Geschäftsstellenleiter stand zuvor in Diensten von Bayer 05 Uerdingen, der SpVgg Greuther Fürth und dem SV Wehen Wiesbaden. Archivbild: Landgraf
von Thomas Kosarew Kontakt Profil

Helmut Schweiger, unter dessen Führung der FC Amberg 2015 in die Regionalliga aufgestiegen war, hatte damals den Anstoß gegeben. Die Sportpark GmbH entstand noch zu Regionalliga-Zeiten und sollte sich unabhängig vom Spielbetrieb aller Fußballmannschaften um die Vermarktung des städtischen Stadions kümmern - beispielsweise mit Konzerten und anderen Vermietungen des Geländes am Schanzl.

Schweiger, der am Samstag seinen 50. Geburtstag feierte, war im August mit folgender Begründung als Präsident zurückgetreten: "Leider ist es mir persönlich nicht gelungen, höherklassigen Fußball beim FC Amberg langfristig zu etablieren" (wir berichteten). Der ehemalige FC-Spieler bestätigte am Sonntag vor dem Derby gegen die DJK Ammerthal, dass die beiden hauptamtlichen Angestellten der Sportpark GmbH, Wolfgang Gräf (zugleich Abteilungsleiter Fußball) und Matthias Gromes ihre Kündigung erhalten haben: "Ich habe das der Geschäftsführung vorgeschlagen und das ist offensichtlich auch umgesetzt worden." Begründung: Es sei "absoluter Schwachsinn, in der 5. oder 6. Liga" Festangestellte zu bezahlen. Die im Internet-Portal Fupa veröffentlichte Summe von rund 100 000 Euro, die die Sportpark GmbH pro Jahr gekostet habe, wollte Schweiger am Sonntag nicht kommentieren, sagte aber: "Es hätte ja auch sein können, dass es nach oben geht. Wie beim Jahn Regensburg." Das Konzept, eine GmbH zu gründen, die durch die Stadion-Vermarktung Geld in die Kasse spült, hält Schweiger weiterhin für eine gute Idee, aber: "Wenn sich keiner darum kümmert, dass das Stadion nicht nur für Fußball vermarktet wird, muss man handeln." Er selbst sei zwar der Ideengeber der Sportpark GmbH gewesen, im Alltag aber nicht mehr als ein finanziell beteiligter Gesellschafter - "wie andere auch".

Letztlich seien die Kündigungen eine rein finanzielle Entscheidung gewesen: "Wenn man sieht, dass eine Firma nicht läuft, muss man die Reißleine ziehen." Das Wort Reißleine nahm am Sonntag auch Eddy Breiter in den Mund. Der Geschäftsführer der Sportpark GmbH bestätigte die Kündigungen und sagte: "Man muss sich den Gegebenheiten anpassen. Diese Struktur, wie sie aufgebaut worden ist, war für höherklassigen Fußball gedacht." Die Gesellschaft bleibe aber bestehen, denn eine Vermarktung des Stadions sei auch in der Bayern- oder Landesliga möglich.

Matthias Gromes bleibe dem Verein erhalten. Laut Breiter wollte dieser sich beruflich ohnehin neu orientieren. Doch die Personalie Gräf werde den Verein noch beschäftigen. Der gekündigte Mitarbeiter hat, wie berichtet, die Nachfolge von Fußballabteilungsleiter Werner Aichner angetreten. Bisher spreche nichts dagegen, dass der ehemalige Vize-Präsident und Geschäftsführer des Zweitligisten Greuther Fürth beim FC bleibt. Laut Breiter wird es in nächster Zeit aber noch Gespräche geben. Gräf war am Sonntag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.